Montag, 14. November 2011

Rezension: "Wenn du mich siehst"

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  • Titel: Wenn du mich siehst
  • Autorin: Tara Hudson
  • Übersetzerin: Ute Brammertz
  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (29. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453267230
  • ISBN-13: 978-3453267237
  • Originaltitel: Hereafter



  • Handlung:
    Amelia ist tot. Ertrunken in einem Fluss. Das ist alles, was sie weiß - ihren Namen und wie sie gestorben ist.
    Sie ist nun ein Geist, unsichtbar für die Menschheit. Nur nicht für Joshua. Durch Zufall findet sie heraus, dass er sie sehen kann - als einziger.
    Zusammen wollen sie herausfinden, wer Amelia wirklich ist und warum sie sterben musste. Ein Weltlauf gegen die Zeit beginnt, denn dunkle Gestalten sind hinter Amelia her und sie tun alles, um sie zu bekommen...


    Eigene Meinung

    Ein Geistermädchen verliebt sich in einen sterblichen Jungen. Gab es das nicht schon mal? Neu ist diese Thematik nicht, aber Potential hat sie. Die Herausforderung besteht darin, dieses Potential auszunutzen. Das hat die Autorin gemacht - leider nur teilweise. Sie hat zwar eigene Ideen reingebracht, der Rest war aber schon "bekannt". Daher wirkten manche Passagen vorsehbar und zogen sich etwas. Richtig fesseln konnte mich das Buch nur selten. Oft hatte ich das Gefühl, dass die Handlung zu langsam vorangeht und sich vieles wiederholt. Ein roter Faden war für mich leider nicht erkennbar.

    Das Geistermädchen Amelia ist ein netter und naiver Charakter, der aber leider ein wenig flach bleibt. Nicht immer konnte ich ihre Taten nachvollziehen, aber trotzdem ist sie eine sehr liebeswürdige Person, da sie ihre Gefühle zeigt und sich mit Joshua wirklich Mühe gibt. Joshua war für mich das Highlight des Buches - verständnisvoll, ehrlich, nett, aber trotzdem mit Ecken und Kanten, sodass ich ihn sofort gemocht habe und ich wirklich gerne mal kennen lernen würde - wenn es denn ginge. ;) Als Liebespaar sind die beiden wirklich süß, aber irgendwie auch nicht mehr. "Oberflächlich" ist das falsche Wort, aber so richtig berühren konnte ihre Beziehung mich nicht. Woran das lag kann ich selber nicht so genau sagen. Trotzdem hatte ich viel Spaß mit den beiden und habe ihre Geschichte gerne mitverfolgt.

    Ein paar Sachen, die mich an "Wenn du mich siehst" gestört haben. Erstens: Ohne zu Spoilern, wozu war die Sache mit Joshuas Oma gut? Sie hat die Geschichte kaum weitergebracht und man hätte das Ganze auch ein wenig anders in die Handlung einbauen können. Aber gut. Zweitens, ein paar Logikfehler, die ich aber nicht erläutern kann, aufgrund der Spoiler. Und drittens das Ende. Übertrieben, verwirrend und sehr ausbaufähig. Wer das Buch gelesen hat, weiß wovon ich rede, wer das Buch aber noch lesen will, sollte sich auf jeden Fall seine eigene Meinung bilden, denn das ist nur mein ganz persönlicher Eindruck!

    Trotz der negativen Punkte habe ich das Buch genossen und gerne gelesen. "Wenn du mich siehst" ist ein ruhiges, nicht zu kompliziertes Buch für zwischendurch, das zwar eingefleischte Fantasyfans etwas enttäuschen könnte, für Neueinsteiger aber wie geschaffen ist. Die Geschichte bietet einige sehr berührende Szenen, leider aber auch unlogische Handlungsstränge. Hier kann ich wirklich nur sagen: bildet euch selber eine Meinung, denn das ist ein Buch, an dem die Meinungen sich spalten können!

    Ob ich die Fortsetzung lesen werde, sei dahingestellt. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Wegen der Handlung lohnt es sich sicherlich,aber trotzdem kann "Wenn du mich siehst" leider nicht auf der Erfolgswelle einiger Jugendbücher mitschwimmen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, schließlich ist das ein Debutroman und daher können wir auf weitere Werke von Tara Hudson freuen.

    Schreibstil & Cover:
    Der Schreibstil ist leicht lesbar, nur manche Formulierungen ließen mich den Satz zwei Mal lesen. Ich habe aber den Verdacht, dass das eher an der Übersetzung liegt.
    Das Cover ist schlicht gehalten, ruhig wie die Geschichte selbst. Mir persönlich haben es die Farben sehr angetan.

    Fazit:
    Kein Meisterwerk und kein Buch, das auffällig aus der Masse heraussticht. Trotzdem durchaus lesbar und unterhaltsam. "Wenn du mich siehst" würde ich vor allem den Neueinsteigern in die Fantasyliteratur empfehlen. Das ist ein typischer Fall von einem Buch, bei dem es am besten ist, sich selbst eine Meinung zu bilden. 6 Punkte (von 10) - das ist meine Meinung.


    ! Ich bedanke mich ganz herzlich bei Heyne fliegt für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares !

    Mittwoch, 2. November 2011

    Rezension: "Die Nacht ist dein"

    3 Meinungen
  • Autorin: Rebecca Maizel
  • Titel: Die Nacht ist dein
  • Originaltitel: Infinite Days
  • Taschenbuch: 384 Seiten 
  • Verlag: Goldmann Verlag (14. Februar 2011) 
  • ISBN-10: 3442474299 
  • ISBN-13: 978-3442474295


  • Dieses Buch war ein kompletter Spontankauf in dem kleinen Buchladen im Bahnhof. Der Klappentext klang interessant und so landete das Buch in meinem Regal - damals wusste ich noch nicht, was für ein Glücksgriff das war.


    Handlung
    Lenah Beaudonte ist unsterblich. Sie ist ein Vampir und führt einen der mächtigsten Vampirclans an. Aber es gibt nur eines, was sie sich wirklich wünscht: sterblich zu sein. Ausgerechnet ihr ehemaliger Geliebter Rhode schenkt ihr schließlich, was er ihr einst genommen hat. Das Opfer dafür ist seine eigene Existenz. Doch schon bald muss Lenah ihr neu gewonnenes Leben verteidigen und zwar gegen ihre Vergangenheit. Ihr Vampirclan hat nämlich beschlossen, sie nicht so einfach gehen zu lassen …

    >> Evil be he who thinketh evil. <<


    Eigene Meinung
    Der Klappentext klingt nach einem Vampirbuch für Erwachsene. Das ist aber absolut nicht der Fall, denn die Protagonistin Lenah ist 16 und die Haupthandlung spielt in einer Highschool.
    Lenah ist eine wunderbare Protagonistin. Intelligent, aber als sie plötzlich ein neues Leben beginnen muss, das Leben einer 16jährigen im 21. Jahrhundert, da wirkt sie schnell naiv - aber keinesfalls auf die nervige, sondern eher auf die niedliche Art.
    Früher, als Vampirin, war sie böse, mordete auf grausame Weise, nur um Spaß zu haben. Als Mensch ist sie komplett anders und möchte niemanden verletzen, egal ob körperlich oder seelisch. Ich habe sie sehr schnell in mein Herz geschlossen.

    Was mir besonders gut gefallen hat, war die Abwechslung zwischen der Gegenwart und den Rückblenden, die den Leser in Lenahs früheres Leben als Vampirin entführten. Sie waren niemals langweilig, sondern sorgen eher dafür, dass der Leser manche Dinge besser verstehen und nachvollziehen konnte. Auch der Wechsel zwischen den Zeiten sorgte nie für Verwirrung, sondern eher für Abwechslung. Wirklich toll. Außerdem ist das Buch wirklich spannend. Es hat mich gefesselt, denn es ist ein gelungener Mix aus Vampir, Liebe, Humor und Drama. Gelangweilt habe ich mich nie. Das liegt aber auch an den Charakteren. Ich mochte sie alle und konnte sie problemlos von einander unterscheiden. Vor allem den niedlichen Justin und den wunderbaren Tony fand ich super!
    Die Liebe zwischen Lenah und Justin fand ich nie oberflächlich, sondern sehr realistisch. Die beiden geben ein tolles Paar ab.
    Das einzige, was mich nicht sehr gefallen hat, ist, wer von Lenahs Vergangenheit erfährt und wie derjenige reagiert. Das hätte man anders machen können. Das Ende ist wirklich fies. Was sollte dieser Cliffhanger? Ich will den zweiten Teil lesen - Jetzt!

    Klichees werden in diesem Buch großgeschrieben. Hier sind die Vampire so, wie sie ursprünglich auch waren; blutrünstig, mächtig und wenn man sie in die Sonne stellt, verbrennen sie. Ich fand es super, endlich mal wieder ein Vampirbuch zu lesen, in dem die Eigenschaften der Vampire beigehalten wurden.

    Der Schreibstil war flüssig zu lesen und wurde immer der Zeit, in der die Handlung spielt, angepasst. Das Cover gefällt mir zwar gut (v.a. die Schrift), aber ich finde nicht, dass es zur Handlung passt, es wirkt zu erwachsen und vermittelt eine komplett falsche Atmosphäre.

    Fazit
    Ein wirklich unterhaltsames, fesselndes Buch über eine mächtige Vampirin, die einsehen muss, dass Macht eben nicht alles ist. Echte Vampire, eine süße Liebesgeschichte, tolle Charaktere und interessante Handlung - das macht zusammen 9 Punkte (von 10).

    Mittwoch, 28. September 2011

    Rezension: "Solange du schläfst"

    3 Meinungen
  • Autorin: Antje Szillat
  • Titel: Solange du schläfst
  • Gebundene Ausgabe: 252 Seiten
  • Verlag: Coppenrath (Juli 2011)
  • ISBN-10: 3649602911
  • ISBN-13: 978-3649602910
  • Teil einer Reihe? Nein



  • "Solange du schläfst" war eine wahre Überraschung. Ich bin ganz offen an das Buch herangegangen, habe angefangen zu lesen und war am nächsten Tag fertig, denn solch ein schönes Buch möchte man nur ungern aus der Hand legen. Und damit meine ich nicht nur das Äußere!


    Handlung:
    Die 17jährige Anna kommt aus einer Großstadt und zieht aufs Land. Versteht sich von selbst, dass es ihr schwer fällt, sich an das ländliche Leben zu gewöhnen.
    Neue Schule, neue Umgebung, neue Bekanntschaften.
    Eine davon ist Jérome, ein Junge, der Anna auf Anhieb sympathisch ist. Die beiden lernen sich näher kennen, verbringen Zeit miteinander und verlieben sich.
    Es könnte alles so schön sein, wären da nicht Konstantin und seine Freunde, denn diese haben es auf Jérome abgesehen - ohne ersichtlichen Grund.

    Eines Abends wird Jérome auf einem Feld gefunden, zusammengeschlagen, mehr tot als lebendig. Der Täter ist unbekannt, doch Anna glaubt zu wissen, wer es ist. Da Jérome im Koma liegt, bleibt ihr nichts anderes übrig, als auf eigene Faust zu recherchieren, denn es geht das Gerücht um, dass ihr Jérome ein Drogendealer ist! Anna will Klarheit, möchte die Unschuld ihres Freundes beweisen und begibt sich damit unwissentlich in Gefahr ...


    Meine Meinung:

    "Solange du schläfst" ist ein Buch über die Kraft der ersten großen Liebe. Zwischen den wunderschön gestalteten Buchdeckeln verbirgt sich eine zarte Liebesgeschichte, die vor allem Jugendliche ansprechen wird. Aber wenn man denkt, dass "Solange du schläfst" eine seichte Lovestory ist, liegt man absolut falsch! Denn hier wird die Liebesgeschichte geschickt mit einem Krimi verbunden und außerdem kommen auch Themen und Probleme, die Jugendliche in diesem Alter beschäftigen, nicht zu kurz. Dieses Buch ist abwechslungsreich, unterhält wunderbar und ist leider viel zu schnell zu Ende.

    Die Haupthandlung ist, wie schon erwähnt, die Verliebtheit von Anna und Jérome. Diese Liebe wird so realistisch und sanft beschrieben, dass es keinesfalls konstruiert oder gar langweilig wirkt, sondern sehr echt und nachvollziehbar. Wie sie sich kennenlernen, wie sie sich verlieben; das alles fand im richtigen Tempo statt, es gibt auch Höhen und Tiefen - eben wie im richtigen Leben. Das fand ich toll, denn so spricht man junge Leser(innen) am besten an, ganz ohne diesem ganzen "Oh, er wirkt ja soo geheimnisvoll und unnahbar!", was inzwischen entschieden zu oft in Jugendbüchern vorkommt. Jugendprobleme wie z.B. Mobbing werden dafür angesprochen und sehr gut und verständlich rübergebracht.

    Neben der Liebesgeschichte gibt es auch einen kleinen Krimi. Dieser ist recht einfach gehalten, sorgt dafür aber für viel Spannung und Abwechslung. In der ersten Hälfte des Buches dreht sich alles um die Beziehung zwischen Anna und Jérome, in der zweiten um die Suche nch dem Täter, der Jérome krankenhausreif geschlagen hat. Außerdem spielt auch Spiritualität eine wichtige Rolle. Man möchte das Buch nicht zur Seite legen, man möchte immer weiterlesen und das geht auch wunderbar, denn der Schreibstil ist extrem flüssig und ehe man sich versieht ist man auf der letzten Seite angekommen.

    Die Charaktere haben mich etwas zwiegespalten zurück gelassen. Zum einen sind sie wunderbar ausgearbeitet, zum anderen musste ich aber mit ihnen warm werden. Vor allem mit Anna. Sie ist stur, aber intelligent, nett, aber kann auch mal zickig sein - wie ein normales Mädchen eben, aber trotzdem konnte ich einige ihrer Handlungen nicht ganz nachvollziehen. Erst ab der Hälfte habe ich sie ins Hrz geschlossen. Jérome hat mir sehr gut gefallen, war mir auf Anhieb sympathisch, aber auch er reagierte manchmal so, dass ich mich fragte: "Muss das jetzt sein?".
    Trotzdem sind die beiden ein tolles Paar und Charaktere, bei denen es Spaß macht, ihre Geschichte zu verfolgen und mit denen man wirklich gerne mitfiebert.

    Das Ende der Geschichte fand ich super, es endet genau im richtigen Moment, lässt Freiraum für die eigene Fantasie und: es ist ein Stand-alone! Es wird keine Fortsetzung geben. Und das finde ich gut, denn  hier ist alles erzählt und eine Fortsetzung wäre unnötig, schließlich muss man dem Leser auch etwas Raum lassen, damit man sich die Geschichte selbst weiterdenken kann. Die letzten Zeilen fand ich wunderschön, sie haben mir regelrecht Gänsehaut bereitet. Wirklich super.

    Schreibstil:
    Wunderbar flüssig, leicht jugendlich, aber nicht übertrieben. Mit vielen schönen Formulierungen. So ein Buch liest man gerne.

    Cover:
    Kommen wir zur Aufmachung. Ein wunderwunderschönes Cover, es ist ausgestanzt, sodass nur die Rosenranken den Buchdeckel bilden. So etwas ist wunderschön und einzigartig - ganz großes Lob an die, die das gestaltet haben!


    Fazit:
    Ein wunderbares Buch mit einer spannenden Handlung, das man gut zwischendurch lesen kann, denn es erfordert nicht viel Konzantration. Gut ausgearbeitete Charaktere, toller Schreibstil, geniale Aufmachung, Liebesgeschichte und Krimi in einem - das macht 8 Punkte (von 10).


    ! Ich bedanke mich ganz herzlich beim Coppenrath-Verlag für das Rezensionsexemplar und außerdem bedanke ich mich bei Antje Szillat, für diese wunderbare Leserunde auf lovelybooks.de - schön, dass Sie dabei waren !

    Samstag, 17. September 2011

    Rezension: "Ashes - Brennendes Herz"

    13 Meinungen
  • Autorin: Ilsa J. Bick
  • Titel: Ashes - Brennendes Herz
  • Originaltitel: Ashes
  • Gebundene Ausgabe: 502 Seiten
  • Verlag: Ink Egmont (4. August 2011)
  • ISBN-10: 386396005X
  • ISBN-13: 978-3863960056
  • Teil einer Reihe? Ja, der erste Teil einer Trilogie


  • Endzeit-Szenario. Zombies. Schnell stand fest, dass ich dieses Buch lesen muss, ich meine: Endzeit-Szenario ist gut. Zombies sind besser. Aber beides in einem Buch? Das machte mich sehr, sehr neugierig. Ich hatte hohe Erwartungen. Und sie wurden erfüllt. Mehr als das - sie wurden übertroffen!

    Handlung:
    Alex hat einen Gehirntumor. Keiner weiß, wie lange sie noch zu leben hat. Ob sie überhaupt noch lange zu leben hat.
    Ihre Zukunft ist ungewiss. Deshalb schwänzt Alex eines Tages die Schule und fährt in die Berge, um zu wandern und vor allem um nachzudenken.

    Sie kommt nicht weit, denn kaum in den Bergen angekommen, beginnt die Katastrophe.
    Ein Knall, eine Explosion und nichts ist so, wie es war. Tiere spielen verrückt, Vögel fallen vom Himmel. Jugendliche werden grundlos zu Kannibalen, zu menschenfressenden Zombies.

    Alex trifft die kleine Ellie und den Soldaten Tom und versucht mit den beiden, die Katastrophe zu verstehen. Was war das für eine Explosion? Was passiert mit den Jugendlichen? Werden auch Alex und Tom sich verändern? Ist das der Weltuntergang?
    Außerdem ist da noch etwas, das nur Alex weiß: Ihr Tumor ist weg. Wie kann das sein?

    Dann kommt die Wendung. Und sie verändert alles.


    Meine Meinung:

    Gerade habe ich die letzte Zeile dieses Buches gelesen. Dann habe ich das Buch geschlossen und habe ein wenig vor mich in die Leere gestarrt. Ich habe versucht zu verstehen, zu verarbeiten, was ich da gerade gelesen habe. Denn das, was ich da gelesen habe (und damit meine ich nicht nur den letzten Satz), war erschreckend. Bedrückend. Und einfach wahnsinnig gut!

    Zuerst möchte ich darauf hinweisen, dass das Cover und auch der Klappentext ein komplett falsches Bild entstehen lässt. Wenn man das Cover und den Untertitel ("Brennendes Herz") sieht und den Klappentext bzw. die Kurzfassung liest, erwartet man eine Liebesgeschichte. Das ist absolut NICHT der Fall. Ja, es gibt eine Liebesgeschichte (sogar eine Dreiecksgeschichte), aber das ist definitiv nicht das Hauptthema des Buches. Die Liebesgeschichte ist schön, realistisch und berührend - aber sie spielt eben nur am Rand und rundet die ganze Geschichte zusätzlich ab.

    Das eigentliche Hauptthema ist...nunja, der Weltuntergang. Ilsa J. Bick, die Autorin, hat das geschafft, was so viele Autoren vergeblich versuchen: Sie hat dieses Thema lebendig werden lassen. Die Folge: Schnappatmung und Gänsehaut beim Leser. Das lag zum einen an der Art, wie es zu diesem Endzeit-Szenario kommt, denn wenn man den Grund erst kennt, denkt man: "Oh Gott, sowas könnte morgen auch passieren!", denn es ist zwar absolut unglaublich, aber auch sehr realitätsbezogen. Zum anderen liegt es an der Handlung selbst. Nicht selten stand mein Mund offen und ich musste mich daran erinnern, ihn wieder zu schließen. Mit ekligen Beschreibungen wurde nicht gegeizt, oh nein, absolut nicht. Jugendliche, die Augäpfel essen? Ja, kommt vor. Was mich angeht, ich bin bei sowas recht abgehärtet, aber diesmal musste sogar ich schlucken und das nicht selten. Aber es hat mir gefallen! Es ist super, dass die Autorin sich nicht scheut und um den heißen Brei herumredet bzw. -schreibt, denn das bringt dem Leser nichts. Ilsa J. Brick schreibt direkt und ehrlich. Genau das ist der Grund, warum das Buch den Leser so verstört, aber nicht im negativen Sinne. Wenn ihr einen schwachen Magen habt, dann würde ich es mir überlegen, ob ich das Buch lesen will, aber überlegt es euch gut, denn dieses Buch ist der Wahnsinn und es lohnt sich, die Zähne zusammen zu beißen und weiter zu lesen, denn man wird mit einer grandiosen, genial durchdachten Geschichte belohnt.

    Was mich sehr beeindruckt hat, war die Protagonistin selbst. Alex ist stark, ungemeint intelligent, lässt sich nicht unterkriegen, schlussfolgert schnell und hat ihren eigenen Kopf. Doch trotzdem ist sie nur ein Mensch und deshalb weit nicht perfekt. Sie hat zwar einen Gehirntumor, jammert aber nicht rum, sondern versucht, sich mit ihrem Leben abzufinden. Als sie sich verliebt, zeigt sie, wie verletzbar sie eigentlich ist. Ich habe mit ihr mitgefiebert und gehofft, denn man muss Alex einfach gern haben.

    Die Wendung, die es ungefähr bei der Hälfte des Buches gibt, hat mich zwar überrascht und ein wenig aus der Bahn geworfen, aber ich habe mich damit abgefunden und fand es im Endeffekt gar nicht so schlimm. Während die erste Hälfte aus Zombies und atemberaubender Spannung besteht, geht es in der zweiten Hälfte etwas ruhiger zu. Viele Dialoge, Philosophie und etwas Religion, aber trotzdem will man weiterlesen, denn die Spannung ist immer da. Man will Antworten auf seine Fragen, man möchte verstehen. Und dann plötzlich war da das Ende. Was sollte das denn? Der letzte Satz verändert alles, dreht alles nochmal um, verdreht alles, was man glaubte zu wissen und wirft tausend neue Fragen auf, dadrunter wohl die wichtigste: Wann erscheint der zweite Teil?

    Dieses Buch bietet den perfekten Mix aus allem, was ein Leserherz begehrt: eine starke Protagonistin, ein kleine Liebesgeschichte, duchgehende Spannung von der ersten bis zur letzten Seite, eine beängstigende Hauptthematik und eine Handlung, die dem Leser oft eine Gänsehaut in den Nacken zaubert. Außerdem ist die Kapitellänge kurz und sehr angenehm und fast jedes Kapitel endet mit einem Satz, der den Leser erschreckt. Einfach super!

    Schreibstil:
    Es ist kein einfacher Schreibstil, er erfordert Konzentration. Trotzdem lässt er sih flüssig lesen. Ilsa J. Bick weiß mit Worten umzugehen. Nur an die Sichtweise konnte ich mich einfach nicht gewöhnen; ich hätte es besser gefunden, wenn man aus Alex' Sicht lesen würde, anstatt dass man in der dritten Person erzählt.

    Cover:
    Es ist definitiv hübsch anzusehen, aber der Bezug zur Handlung fehlt fast komplett. Vögel kommen zwar im Buch vor, spielen aber keine zentrale Rolle. Dafür aber der Wald, der auf dem Cover sehr schön dargestellt ist. Aber wer soll dieses Mädchen sein? Ganz bestimmt nicht Alex, denn sie hat rote, kurze Haare. Und was soll der Blick des Mädchens ausdrücken?


    Fazit:
    Ein Wahnsinnswerk, das den Leser sprachlos zurücklässt. Ich kann den zweiten Teil einfach nicht erwarten, nicht nach diesem Cliffhanger. Eine großartig durchdachte Handlung mit sehr vielen Schockmomenten. Ein wirklich lohnenswertes, (fast) perfektes Buch! 9 Punkte (von 10).


    ! Ich bedanke mich ganz herzlich bei INK Egmont für dieses tolle Rezensionsexemplar !

    Sonntag, 11. September 2011

    Rezension: "Vampire Academy 03 - Schattenträume"

    6 Meinungen
  • Autorin: Richelle Mead
  • Titel: Vampire Academy 03 - Schattenträume
  • Originaltitel: Shadow Kiss
  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: Lyx (15. September 2009)
  • ISBN-10: 3802582039
  • ISBN-13: 978-3802582035
  • Teil einer Reihe? Ja, der dritte von sechs 


  • Achtung: Dies ist der dritte Teil einer Reihe, deshalb können Spoiler für die vorangegangenen Teile nicht verhindert werden!

    Vampire Academy gehört mittlerweile zu meinen Lieblingsreihen, obwohl ich erst den dritten von sechs Teilen beendet habe. Es gibt nur wenige Bücher, die es schaffen, mich so zu packen. Ich kann's gar nicht glauben, dass ich gezögert habe, die Reihe anzufangen. Vor genau einem Monat habe ich es doch getan und es absolut nicht bereut.

    Handlung: 
    Es ist Frühling an der Vampirakademie, und Rose Hathaway steht kurz davor, ihren Abschluss zu machen. Doch seit sie zum ersten Mal einen Strigoi im Kampf getötet hat, wird Rose von düsteren Gedanken und merkwürdigen Visionen geplagt.
    Währenddessen zieht neues Unheil herauf: Lissa hat wieder begonnen, mit ihrer Magie zu experimentieren, und ihr einstiger Widersacher Victor Dashkov ist möglicherweise auf freiem Fuß. Rose und Dimitri kommen sich wieder näher, die verbotene Leidenschaft zwischen beiden flammt unvermindert auf.
    Bis eine tödliche Bedrohung Rose vor die wohl schwerste Wahl ihres Lebens stellt. Und egal, wie sie sich entscheidet, sie droht jemanden zu verlieren, den sie liebt ...


    Meine Meinung

    Eigentlich wollte ich noch ein wenig warten, bis ich das Buch lese. Doch dann musste ich an die Vampire Academy denken und nahm das Buch in die Hand. Ich wollte nur die erste Seite lesen. Daraus wurde das erste Kapitel und aus dem wurden fünf ... Ich hätte es wissen müssen: Hat man erstmal angefangen zu lesen, kann man einfach nicht mehr aufhören.
    Auch diesmal war es so, obwohl es nicht unbedingt mit der Spannung zu tun hatte. Natürlich war diese wie immer vorhanden, sie war aber dieses Mal nicht so im Vordergrund, wie bei Teil zwei.
    "Schattenträume" unterscheidet sich sehr von dem zweiten Teil, v.a. durch die Atmosphäre. Durch die Ereignisse aus Teil zwei hat sich die ganze Stimmung verändert, und auch die Charaktere haben viel gelernt. Aber darauf komme ich noch später zu sprechen.
    Vorauf ich eigentlich hinaus will: Die Handlung hier ist bedrückend. Die Witze, die mich im ersten Teil noch so zum lachen gebracht haben, sind hier kaum noch vorhanden. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Geschichte um Rose verändert, ernsthafter wird. Das ist absolut nicht negativ gemeint; ich fand es super, mal die ernste Seite der Handlung zu sehen.

    Der Handlungsverlauf ist relativ ruhig. Es passiert nichts Schlag auf Schlag, es gibt viele Dialoge und die Geschichte bekommt einen kleinen, aber durchaus spürbaren philosophischen Touch. Trotzdem ist die Spannung immer da - man will das Buch einfach nicht auf die Seite legen.
    Deshalb liest man weiter und plötzlich sind nur noch die letzten hundert Seiten übrig. Diese hundert Seiten haben mich komplett umgehauen, wenn ich das so sagen darf.
    Ich habe nicht nur einmal die Luft angehalten, denn die Handlung wendete sich radikal, die Spannung stieg auf ein fast nicht aushaltbaren Punkt an. Und wow, diese Gefühle! Zum einen wäre da natürlich die Leidenschaft zwischen Dimitri und Rose, die sich eben nicht immer unterdrücken lässt. Die Szenen waren teilweise so romatisch, aber nicht auf kitschige, sondern auf sehr ernsthafte Art und Weise.
    Aber nicht nur deshalb empfand ich die letzten hundert Seiten als unglaublich emotional. Richelle Mead hat es geschafft, mich zu berühren, indem sie eine Vielzahl an Gefühlen in die Geschichte einfliessen ließ: Wut, Verzweiflung, Trauer, Hoffnung. Nur so kann ein Buch dem Leser nachhaltig in Erinnerung bleiben, nur wenn es den Leser so berührt, wie es "Schattenträume" bei mir getan hat.

    Wie ich schon oben erwähnt habe, verändern sich viele Charaktere und entwickeln sich mehr weiter, als sie es je getan haben. Vor allem Christian, Dimitri und am allermeisten Rose. Christian wird ernster. Dimitri wirkt einfach menschlicher, nicht mehr so perfekt und unnahbar. Aber Rose macht eindeutig die größte Veränderung durch: früher, als sie noch die vorlaute Rose war, immer einen frechen Spruch auf den Lippen, die Rose, die sich irgendwo reinstützt, ohne an die Folgen zu denken, da wirkte sie einfach noch jung. Aber jetzt, nach den Ereignissen im zweiten Teil, wirkt sie erwachsen. Sie ist ruhiger, denkt mehr nach, ist selbstbeherrschter. Rose gehört nach wie vor zu meinen Lieblingsprotagonistinnen und es ist einfach großartig zu beobachten, wie sie sich entwickelt und was für eine Wandlung sie durch macht.

    Das Ende war emotional und erschütternd. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, bei dem ich am Ende so bestürzt und verzweifelt war. Verständlich, dass ich es nicht abwarten kann, bis ich den vierten Teil in den Händen halten werde, oder? Ich muss einfach wissen, wie es mit Rose weitergeht.

    Schreibstil:
    Der Schreibstil hat sich nicht verändert, er ist immer noch sehr angenehm und flüssig zu lesen. Er ist zwar immer noch jugendlich, aber da er aus Rose' Sicht erzählt wird, passt sich die Ausdrucksweise (wenn auch nicht auffällig) ihrer Wandlung an.

    Fazit:
    Ein weiterer genialer Teil einer genialen Reihe, die ich uneingeschränkt empfehlen kann. Egal ob Vampir-Fan oder nicht, jeder wird hier auf seine Kosten kommen, denn das hier ist ganz großes (Gefühls)Kino. 9 Punkte (von 10) - Kaufen, lesen, geniessen!

    Freitag, 9. September 2011

    Rezension: "Rubinrot - Liebe geht durch alle Zeiten"

    6 Meinungen
  • Autorin: Kerstin Gier
  • Titel: Rubinrot - Liebe geht durch alle Zeiten
  • Gebundene Ausgabe: 345 Seiten
  • Verlag: Arena (Januar 2009)
  • ISBN-10: 3401063340
  • ISBN-13: 978-3401063348
  • Teil einer Reihe? Ja, der erste von drei.


  • Ein Jugendbuch einer deutschen Autorin. Allein das machte mich schon neugierig. Zeitreisen? Hmm, ich weiß nicht. Aber da die Kritiken so positiv sind, wollte ich mich selbst überzeugen. Und ja, was soll ich sagen? Ich will den zweiten Teil! Jetzt!

    Handlung:
    Gwendolyn wohnt zusammen mit Schwester, Bruder, Mutter, Tante, Cousine, Oma und deren Butler in einem großen Haus in London.
    Sie besucht eine Mädchenschule und ihre beste Freundin heißt Leslie. Zusammengefasst ist ihr Leben ziemlich langweilig.

    Doch das ändert sich schlagartig, als Gwen herausfindet, dass sie das Zeitreise-Gen hat. Sie! Nicht ihre Cousine, wie angenommen. Plötzlich landet sie in London - im 19. Jahrhundert!
    Der einzige, der sie unterstützen kann, ist der gutaussehende Gideon. Doch leider ist dieser ziemlich arrogant.
    Und jetzt? Was macht man, wenn man feststellt, dass man in der Zeit reisen kann und der Begleiter ein ziemlicher Kotzbrocken ist? Mann macht es wie Gwen: man versucht, das Beste draus zu machen.


    Meine Meinung

    Warum war ich nur so skeptisch? Lag es vielleicht daran, dass das Buch mit Zeitreisen zu tun hatte und ich wirklich kein Historik-Fan bin? Was auch immer es war, es war komplett unbegründet.
    Alle die das Buch noch nicht gelesen haben, werft eure Skeptis über Bord und lass euch auf Gwens Geschichte ein. Es lohnt sich nämlich!

    Das Zeitreisen ist das Hauptthema. Frau Gier hat es geschafft, dieses Thema so interessant zu gestalten, alles so einfach zu erklären, dass ich überhaupt keine Verständnisprobleme hatte. Super!
    Langweile kommt absolut nie auf und auch wenn man von Zeit zu Zeit springt, passiert das so natürlich, sodass der Leser sich einfach wunderbar unterhalten fühlt und überhaupt nicht verwirrt ist. Gut, man muss sich am Anfang ein wenig die Geschichte reinfinden, aber das stört absolut nicht. Dafür ist die Handlung viel zu interessant. Die Idee, ein Jugendbuch über Zeitreisen zu schreiben, ist super. Und die Umsetzung ist einfach genial! Außerdem weiß ich endlich auch, was es mit den Titeln auf sich hat. ;)

    Der Humor ist etwas, das das ganze Buch zu etwas ganz besonderem macht. Kerstin Gier bringt den Leser mit Formulierungen, bestimmten Bezeichnungen und sonst einfach durch den Erzählstil ständig zum Lachen. Am besten gefällt mir ja immer noch die Bezeichnung von Gideon:

    >> Mr-Gideon-formerly-known-as-Kotzbrocken <<

    Versteht ihr, was ich meine? ;) Mich hat außerdem beeindruckt, wie Frau Gier die Vielfältigkeit zwischen Charakteren aufrecht erhält. Es gibt viele Charaktere, aber alle sind so einfach auseinander zu halten, als ob man sie persönlich kennen würde. Finde ich super.
    Gwen ist ein unglaublich sympathischer Charakter, keins von diesen naiven, jammernden Mädchen. Sie versucht, das Beste aus ihrer Situation zu machen und lässt sich von niemandem unterkriegen. Gwen ist mutig, schlagfertig und lustig. Ich konnte jede einzelne ihrer Handlungen nachvollziehen. So muss eine Protagonistin in einem Jugendbuch sein!

    Das Buch liest sich ein wenig wie eine Einführung, sehr viel Handlung gibt es nicht, aber trotzdem unterhält das Buch von der ersten bis zur letzten Seite. Man stellt als Leser schnell fest, dass nichts so ist, wie es scheint und dass es viele Geheimnisse gibt, die es zu lüften heißt.
    Außerdem gibt es da die kleine, sanfte Liebesgeschichte, die sich zwischen Gwen und Gideon anbahnt. Zuerst mögen sie sich nicht, doch dann stellen sie fest, dass der andere vielleicht gar nicht so schlecht ist, wie man ihn eingeschätz hat... hach, so schön! Ich freue mich schon zu erfahren, wie es zwischen den beiden weitergeht.

    Das Ende ist wirklich fies. Ich werde mir wohl bald den zweiten Teil kaufen, weil ich einfach wissen MUSS wie es weiter geht. Ein Tipp: Kauft euch die Bücher zusammen, dann habt ihr nicht dieses Problem. ;)

    Schreibstil:
    Der Schreibstil ist fantastisch! Flüssig zu lesen, humorvoll, teilweise sarkastisch, jugendlich, aber nicht übertrieben. Die Seiten fliegen nur so dahin und plötzlich ist man am Ende und denkt: "Wo ist der zweite Teil?"

    Cover:
    Das Cover gehört definitiv zu den schönsten Covern, die in meinem Regal stehen. Der Scherenschnitt ist wirklich etwas ganz besonderes und die Farben sind einfach perfekt. Einfach nur wunderwunderschön.

    Fazit:
    Ein wirklich gelungener Start in eine Jugendbuchreihe, die sehr viel Potential hat. Sowohl Idee, als auch Umsetzung sind großartig, der Humor und die Charaktere runden das Ganze noch zusätzlich ab. Ich freue mich auf die weiteren zwei Bände und vergebe 8 Punkte (von 10).

    Rezension: "Die Rebellion der Maddie Freeman"

    2 Meinungen
  • Autorin: Katie Kacvinsky

  • Titel: Die Rebellion der Maddie Freeman

  • Originaltitel: Awaken

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten 

  • Verlag: Bastei Lübbe/Boje (18. August 2011) 

  • ISBN-10: 3414823004 

  • ISBN-13: 978-3414823007 



  • Das Cover fällt auf. Deshalb nimmt man das Buch in die Hand und liest sich den Rückentext durch. Der Rückentext klingt interessant. Deshalb kauft man das Buch und liest es. So war es zumindest bei mir. Ob mir dieses auffällige Buch gefallen hat? Ja, das hat es. Und nicht nur, weil es so schön pink ist.


    Handlung:
    Die 17jährige Maddie lebt in einer digitalen Welt. Menschen treffen sich nicht persönlich - wofür gibt es schließlich das Internet? Freunde hat Maddie viele, aber persönlich hat sie erst wenige getroffen. Die Schule hat sich auch verändert, denn jetzt gibt es die Digital School, kurz "DS". Und der Gründer davon ist niemand geringeres als Maddies Vater.

    Als Maddie Justin kennenlernt, verändert sich ihre Welt schlagartig. Justin macht ihr klar, dass diese digitale Welt keinesfalls so positiv ist, wie es immer scheint.
    Die digitale Welt verändert die Menschheit - im negativen Sinne. Er will der Menschheit die Augen öffnen, doch das geht nur, wenn er und seine Freunde rebellieren. Und er braucht Maddie dazu. Doch jetzt ist die Frage: Will sich Maddie auflehnen, gegen ihren Vater, gegen alles, was ihr bis jetzt sicher schien? Wo will sie leben und vor allem: Wo will sie sich verlieben?


    >> Die Welt unterteilt sich in Menschen, die dir erzählen,
    dass deine Träume unerreichbar sind, und solche,
    die dich auf die Schultern heben, damit du besser herankommst.
    Vielleicht weiß ich nicht sehr viel über das Leben,
    aber zumindest habe ich inzwischen eine Ahnung, mit wem
    ich meine Zeit verbringen will.
    Ich lasse mich lieber zu den Sternen heben als am Boden festnageln. <<
    - Seite 176

    Meine Meinung
    "Die Rebellion der Maddie Freeman" ist eine Dystopie. Vielleicht die "wahrscheinlichste", die gerade in den Buchhandlungen steht, denn das Thema, das hier behandelt wird, ist absolut aktuell. Facebook, Twitter, etc. - wir sind alle angemeldet und jetzt seien wir mal ehrlich: sind wir nicht alle schon ein Stückchen abhängig von diesen ganzen Internetforen? Und genau diese Abhängigkeit ist das Hauptthema dieses Buches, nur sehr viel extremer. Die Menschen gehen nicht mehr aus dem Haus, denn das bedeutet Sicherheit. Werden wir auch mal so enden? Wenn man vom Auslöser ausgeht, ist das nicht unwahrscheinlich. Das ist der Grund, warum das Buch so erschreckend ist. Es macht uns klar, dass wir das Leben mit eigenen Augen sehen müssen, um es wirklich geniessen zu können.

    Es fängt alles relativ harmlos an, man wird in das Leben von Maddie eingeführt, lernt ihre Umgebung kennen und stellt fest, wie das Leben ist, wenn man alles digital erlebt und die Menschheit von Computern abhängig ist. Maddies Eltern können unterschiedlicher nicht sein - der Vater ist Chef von der Digital School und ist komplett für die digitale Welt, Maddies Mutter dagegen sieht auch die negativen Seiten und möchte die "altmodische" Welt nicht aufgeben. Das merkt man z.B., wenn sie Maddie Bücher schenkt. Gedruckte Bücher. Alte Bücher.
    Sowas kommt in der neuen Welt nicht vor, trotzdem möchte ihre Mutter, dass ein Stückchen der alten Welt existent bleibt. Maddies Mutter ist ein toller Charakter, der die Geschichte wunderbar abrundet.
    Kevin Freeman dagegen ist, obwohl er Maddies Vater ist, der "Bösewicht" der ganzen Geschichte. Das ist sehr interessant, denn obwohl ihre Mutter und ihr Vater verheiratet sind, unterstützt die Mutter die Rebellion indirekt, im Endeffekt kämpft sie dadurch gegen ihren eigenen Ehemann an. Und trotzdem führen die beiden eine glückliche Ehe.

    Neben den Eltern gibt es eher wenige Charaktere; Maddie, Justin und seine Freunde. Wenn man als Autor wenige Charaktere einbaut, müssen diese umso lebendiger und einzigartiger sein. Das war hier leider nicht der Fall. Ich empfand sie als Stereotypen. Leider. Es war zwar recht angenehm, über sie zu lesen, aber trotzdem blieben sie relativ flach. Maddie ist (obwohl sie eine "rebellische Ader" hat, wie sie selber sagt) total naiv und jammert gerne mal ein wenig rum, oder beschwert sich. Das Mädchen ist 17. Siebzehn! Dabei hatte ich oft das Gefühl, über eine zwölfjährige zu lesen. Aber je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr passte Maddies Alter zu ihrem Verhalten.
    Justin war das komplette Gegenteil: 20 Jahre alt, schmiss aber mit Lebensweisheiten um sich, als ob er schon 80 Jahre Lebenserfahrung hätte. Darüber kann man hinwegsehen. Aber dass sich so ein intelligenter, reifer Mann in die zwölfjährige siebzehnjährige Maddie verliebt, ist komisch. Noch komischer ist seine Standarterklärung: "Du bist so wunderschön!" Ähm?
    Außerdem: Maddie ist total computerabhängig, wie sie selbst zugibt. Doch dann plötzlich taucht Justin auf, redet ihr ein, dass die Welt ohne Computern viel besser ist und - Boom! - denkt Maddie das auch. Wo ist deine eigene Meinung, liebe Maddie?

    Die Handlung an sich wechselte zwischen vorhersehbar und überraschend. Der Anfang hat mir sehr gut gefallen, er regt zum Weiterlesen an und macht neugierig. Der Mittelteil war leider weniger gut. Die Spannung war kaum vorhanden (zumindest meiner Ansicht nach). Dafür fand ich das letzte Drittel klasse. Das Ende ist ziemlich passend, es ist zwar realtiv offen, klärt aber genau die richtige Anzahl an Fragen, um dem Leser noch Freiraum für die eigene Fantasie zu lassen. Ich würde mich über eine Fortsetzung freuen, ich fände es aber nicht schlimm, wenn die Autorin es bei diesem Ende belassen würde.
    Diese Dystopie gehört zu den ruhigeren und weniger verstörenden seiner Art. Wie gesagt, das Thema ist aktuell und es ist klasse, dass die Autorin eine Nachricht rüberbringen will. Ob ihr das gelingt, muss jeder selbst entscheiden.

    Schreibtil:
    Der Schreibstil sticht nicht heraus, aber es gibt viele schöne Formulierungen (siehe Zitat oben). Es wird aus Maddies Sicht erzählt, sodass man wunderbar mitbekommt, was Maddie denkt/fühlt. Auch ihre Wandlung bekommt man so sehr gut mit.

    Cover:
    Pink! Grell! Auffällig! Ich finde, dass das Cover doch ziemlich gut zur Geschichte passt, denn es bringt Maddies Naivität wunderbar rüber. Ob das so beabsichtigt war, ist die andere Frage. ;)

     
    Fazit:
    Eine angenehm zu lesende Geschichte mit einer naiven Protagonistin und ihrem allwissenden Lover. Die Handlung ist toll, die Idee dahinter sowieso. Ganz bestimmt nicht die beste Dystopie, die gerade auf dem Markt ist, aber definitiv lesbar. 7 Punkte (von 10).

     
    Zu dem Buch gibt es auch einen tollen Trailer, den ich wirklich super finde. Schaut mal:

    Montag, 5. September 2011

    Kurzrezension: "Vampire Academy 02 - Blaues Blut"

    6 Meinungen
  • Autorin: Richelle Mead

  • Titel: Vampire Academy 02 - Blaues Blut

  • Originaltitel: Frostbite

  • Broschiert: 298 Seiten 

  • Verlag: Lyx (15. Juni 2009) 

  • ISBN-10: 3802582020 

  • ISBN-13: 978-3802582028 

  • Teil einer Reihe? Teil 2 von 6


  • Achtung: Dies ist der zweite Teil einer Reihe, deshalb können Spoiler für den ersten Teil nicht verhindert werden!

    Um was geht's? Rose Hathaways Liebesleben steht völlig Kopf. Während ihr bester Freund Mason hoffnungslos in sie verliebt ist, wirft ihr hinreißend gut aussehender Nachhilfelehrer Dimitri offenbar ein Auge auf eine andere Frau. Da versetzt ein Großangriff der Strigoi die Akademie der Vampire in höchste Alarmbereitschaft, und es wimmelt an der Schule nur so von Wächtern, darunter auch die legendäre Janine Hathaway ... Roses Mutter! Um dem Gefühlchaos die Krone aufzusetzen, muss sich Rose mit Christian, dem Ex-Freund ihrer Freundin Lissa, verbünden, um die Akademie vor drohendem Unheil zu bewahren ... (via amazon)

    Meine Meinung:
    Der zweite Teil der Vampire-Acdemy Reihe fängt dort an, wo der erste aufgehört hat. Es macht nichts, wenn man zwischen den zwei Bänden eine Pause eingelegt hat, denn im Prolog wird nochmal alles erklärt, was im ersten Teil von Bedeutung war.
    Spannung steht hier ganz weit vorne. Ich habe das Buch einfach nicht aus der Hand legen können, es fesselt den Leser, indem die Handlung niemals langweilig wird. Action gibt es viel, alles passiert Schlag auf Schlag, dem Leser wird gar keine Verschnaufpause gegönnt. Und das ist auch gut so!
    Die Charaktere sind, wie schon im ersten Teil, ein Highlight, sie entwickeln sich weiter, hassen und lieben sich und lassen dem Leser mit ihren spritzigen Dialogen schmunzeln.
    Rose ist schlagfertig wie im ersten Teil, mutig und einfach cool. Ich liebe es, die Geschichte aus ihrer Sicht zu lesen. Auch ihre "Beziehung" zu Dimitri (die in diesem Teil ein wenig zu kurz kam) hat der Geschichte den nötigen Feinschliff verliehen. Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass die beiden zueinander finden werden und wenn das dann der Fall war, hat die Luft zwischen ihnen geknistert, was das Zeug hält. Einfach nur super!
    Das Ende endete in einem großen Showdown mit einer dramatischen Wendung, die mich die Luft anhalten lies. Das war vielleicht ein Schock!
    Die vielen Handlungsstränge, wie z.B. die Beziehung zwischen Rose und ihrer Mutter Janine, ließen nie Langweile aufkommen und dann, plötzlich, war das Buch auch schon vorbei.
    Gut, dass der dritte Teil schon bereit liegt und möglichst bald gelesen wird. ;)

    Ein super Buch, das zu einer tollen Reihe über Vampire, über Liebe und über Freundschaft gehört. "Vampire Academy 2" unterhält, fesselt und bringt den Leser auch mal zum Lachen. So muss ein gelungenes Buch sein! 4,5 Sterne (von 5).

    Sonntag, 4. September 2011

    Kurzrezension: "Der Augensammler"

    5 Meinungen
  • Titel: Der Augensammler

  • Autor: Sebastian Fitzek

  • Taschenbuch: 464 Seiten 

  • Verlag: Knaur TB (1. Juni 2011) 

  • ISBN-10: 3426503751 

  • ISBN-13: 978-3426503751

  • Handlung:
    Erst tötet er die Mutter, dann verschleppt er das Kind und gibt dem Vater 45 Stunden Zeit für die Suche. Das ist seine Methode. Nach Ablauf der Frist stirbt das Opfer in seinem Versteck. Doch damit ist das Grauen nicht vorbei: Den aufgefundenen Leichen fehlt jeweils das linke Auge. Bislang hat der »Augensammler« keine brauchbare Spur hinterlassen. Da meldet sich eine mysteriöse Zeugin: Alina Gregoriev, eine blinde Physiotherapeutin, die behauptet, durch bloße Körperberührungen in die Vergangenheit ihrer Patienten sehen zu können. Und gestern habe sie womöglich den Augensammler behandelt … (via amazon)

    Meine Meinung
    Ich wollte mal wieder einen richtig guten Thriller lesen, einen, der spannend ist und mir Herzklopfen während des Lesens verursacht. Da so viele von "Der Augensammler" schwärmen, fiel mir die Entscheidung nicht schwer. Ich kaufte mir die Taschenbuchausgabe und fing an zu lesen. Und konnte gar nicht mehr damit aufhören.
    So muss ein Thriller sein - spannend und fesselnd. Er muss schocken können. Ich selbst habe das Buch kaum zur Seite legen können, ich MUSSTE einfach wissen, wie es mit Alexander und Alina weitergeht.
    Ein ganz neues Leseerlebnis war das, denn hier spielt auch ein kleines bisschen Übernatürliches eine Rolle - aber das ist so gut versteckt, dass es kaum auffällt. Die Geschichte wirkt so real - das macht es so erschreckend.
    Es gab eklige Szenen, gruslige Szenen, Szenen, die schocken, Szenen, die einen zum nachdenken anregen - so muss ein gut geschriebener Thriller sein!
    Die Handlung kam gut voran, man rätselt die ganze Zeit mit und überlegt die ganze Zeit, wer der Mörder ist, wägt ab, ob es möglich ist und was dagegen spricht...
    Auch das Ende hat mich koplett geschockt zurückgelassen. Was sollte das denn?! Gut, dass es eine Fortsetzung geben wird.
    Die Auflösung am Ende war genau passend. Was mir eine Gänsehaut gemacht hat, das war die Erklärung des Augensammlers, warum er diese Mordserie überhaupt angefangen hat.
    Es gibt 84 Kapitel. Sie werden aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt - das lässt noch mehr Spannung aufkommen.
    Das Besondere an diesem Buch ist der Aufbau: Er fängt mit dem Epilog an und endet mit dem Prolog. Auch die Seitenzahlen laufen rückwerts ab, von Seite 464 auf Seite 3. Das ist wie ein Countdown und mit der Hinsicht auf die Handlung eine wirklich geniale und passende Idee, die das Lesen noch interessanter gestaltet. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass ich bald die Fortsetzung lesen werde. Das war sicherlich nicht der letzte Thriller von Herr Fitzek, den ich gelesen habe. Ich kann dieses Buch wirklich allen Thriller-Fans empfehlen und auch allen, die gerne nervenauftreibende Bücher lesen, denn das hier ein sehr gelungener Psycho-Thriller, der einige spannende Lesestunden verspricht und viel zu schnell vorbei ist. 5 Sterne (von 5).

    Freitag, 2. September 2011

    Rezension: "Vor meinen Augen"

    9 Meinungen
  • Autorin: Alice Kuipers

  • Titel: Vor meinen Augen

  • Originaltitel: Lost For Words

  • Gebundene Ausgabe: 220 Seiten 

  • Verlag: Fischer Fjb (5. August 2011) 

  • ISBN-10: 3841421210 

  • ISBN-13: 978-3841421210 

  • Teil einer Reihe? Nein



  • Erinnert ihr euch noch an meine Rezension zu Alice Kuipers erstem Buch "Sehen wir uns morgen?" Ich habe es geliebt. Es hat mich sehr tief beeindruckt. Natürlich war ich Feure und Flamme, als ich erfuhr, dass sie ein weiteres Buch auf den Markt bringt. Ich war wirklich gespannt, ob sie es wieder schaffen würde, mich so zu berühren, wie ihr erstes Buch es getan hat.

    Handlung: Sophies Leben ist nicht das, was es einmal war.
    Panikattacken kommen vor und manchmal fühlt sie sich, als ob ihr die Luft nicht ausreicht. Und das alles wegen dem Ereignis, das ihr Leben für immer veränderte.

    In ihrem neuen Schuljahr fühlt sie sich ihrer besten Freundin Abigail fremd. Sie merkt, dass sie sich immer mehr voneinander entfernen. Dafür versteht sie sich mit Rosa-Leight, ihrer neuen Mitschüler ziemlich gut. Kann sie ihr helfen, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen?


    Meine Meinung

    Bei jedem Buch, das Alice Kuipers schreibt, werden dem Leser Gefühl, eine außergewöhnliche Geschichte und ein extrem bedrückendes Thema garantiert. So wie auch hier.

    Schon ihr Debut, "Sehen wir uns morgen" hat mich tief berührt. Auch dieses Mal war ich den Tränen nahe. Diese Autorin hat ein Talent, Gefühle mit Worten auszudrücken, sodass der Leser den Atem anhält und jedes einzelne Wort in sich aufnimmt und versucht, es zu verarbeiten, was er da gerade gelesen hat. Es fällt mir schwer, eine Rezension zu schreiben, man kann die Empfindungen, die der Leser während des Lesens hat einfach nicht beschreiben, und außerdem will ich nicht zu viel verraten. Würde ich schreiben "Wahnsinn! Lest dieses Buch", dann wäre das falsch. Entscheidet selber, ob ihr dieses Buch lesen und euch auf eine bedrückende und traurige Geschichte einlassen wollt, die euch noch lange beschäftigen wird.

    Wieder hat mich Alice Kuipers schwer beeindruckt, indem sie auf 220 Seiten so viel Gefühl hat einfließen lassen, das den Leser sicherlich zu Tränen rühren wird. Ja, als Autor sollte man Gefühle rüberbringen können. Aber Alice Kuipers macht das auf eine ganz besondere Art: durch Tagebucheinträge und durch ihren schlichten und offenen Schreibstil. Was bei ihrem letzten Buch die Zettelchen am Kühlschrank waren, sind hier Tagebucheinträge. Dieses ganze Buch besteht nur aus Tagebucheinträgen und vielleicht ist genau das der Grund, warum dieses Buch so besonders ist. Es bedrückt den Leser, keine Frage, aber da es aus der Sicht der leidenden Protagonistin geschrieben ist, macht es auch Mut. Mut, sich dem Leben zu stellen, und wenn man hinfällt, wieder aufzustehn. "Vor meinen Augen" ist wie eine Lebensweisheit, verpackt in dieser Geschichte. Eine Geschichte, die durch die offene Erzählart berührt und beeindruckt.

    Sophie, die Protagonistin ist so stark, obwohl sie vielleicht gar nicht so wirkt. Sie tat mir durchgehend leid und sie wird jedem Leid tun, der dieses Buch noch lesen wird. Die Geschichte an sich fängt vorsichtig an und man ahnt nicht, wie sie sich entwickeln wird, bzw. was Sophie für eine Vergangenheit hat. Das wird dem Leser erst nach und nach klar. Man blättert geschockt die Seiten um, liest, ist traurig und stellt sich wohl genau dieselbe Fragen, die sich auch Sophie gestellt hat. Warum?

    In der Handlung von "Vor meinen Augen" wird nichts verschönert, alles wird genauso beschrieben wie es ist. Und das ist richtig so, denn so ist nun mal das Leben und das ist ein Buch, das vom Leben handelt und zu was das Leben alles fähig ist. Wie das Schicksal spielt oder ob es anders hätte kommen können. Sophie denkt viel nach, und ihre Gedanken haben oft einen philosophischen Touch, der den Leser zum mit- bzw. nachdenken animiert. Keine leichte Kost für zwischendurch, denn obwohl man das Buch schnell ausgelesen hat (ich selbst habe es an einem Abend gelesen), bleibt es einem noch lange in Erinnerung, genauso wie Alice Kuipers erstes Werk "Sehen wir uns morgen?". Aber wenn man daran denkt, ist man nicht traurig, sondern voller Hoffnung.

    Schreibstil:
    Der Schreibstil ist genau passend, da das Buch nur Tagebucheinträgen besteht. Er ist einfach, schlicht, offen, spiegelt Sophies Gefühle perfekt wieder und lässt den Leser mitfühlen. Manche Sätze hatten etwas poetisches an sich. Andere waren kurz und trotzdem so aussagekräftig. Alice Kuipers Schreibstil lässt sich schnell lesen und lenkt nicht durch irgendwelche verschachtelten Sätze von der Handlung ab.

    Fazit:
    Eine zutiefst traurige Geschichte, die noch lange in Erinnerung bleibt. Eine Protagonistin, die den Leser mit ihren Gefühlen tief berührt und ein Buch, das Hoffnung macht und Mut. Ich verzichte hier auf eine Punktevergabe und empfehle dieses Buch jedem, der eine bedrückende und emotionale Geschichte lesen möchte, die womöglich irgendwo auf der Welt der Wahrheit entspricht. Alice Kuipers ist eine großartige Autorin und ich freue mich auf alle Bücher von ihr, die noch folgen werden, den jedes einzelne, von ihr geschriebene Buch, lohnt sich wirklich.

    ! Ich bedanke mich herzlich bei dem FJB-Verlag, der mir das Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat !

    Dienstag, 30. August 2011

    Rezension: "Der Sommerfänger"

    3 Meinungen
    Achtung: Dies ist der fünfte Teil der Reihe, daher können Spoiler für die ersten vier Teile nicht verhindert werden!

  • Autorin: Monika Feth

  • Titel: Der Sommerfänger

  • Taschenbuch: 448 Seiten 

  • Verlag: cbt (11. April 2011) 

  • ISBN-10: 3570307212 

  • ISBN-13: 978-3570307212

  • Teil einer Reihe? Ja, der fünfte Teil der Jette-Thriller




  • Ich bin ein großer Fan der Jette-Thriller. Da war es natürlich sofort klar, dass ich auch den fünften Teil lesen werde. Gesagt, getan.

    Handlung:
    Endlich ist Jette wieder glücklich. Die Ereignisse der letzten zwei Jahre hat sie mehr oder weniger verarbeitet und genießt das Leben.
    Denn sie ist verliebt. In Luke. Es könnte alles so schön sein. Doch dann wird Lukes Mitbewohner ermordet. Und alles deutet darauf hin, dass Luke der Mörder ist. Denn kurz nachdem der Mord passiert ist, ist Luke verschwunden. Einfach so.

    Jette stellt fest, dass Luke ihr eigentlich nichts von sich erzählt hat. Er hat nie über seine Familie gesprochen und hat Jette nie zu sich nach Hause eingeladen. Und dann verschwindet er ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Was ist Lukes Geheimnis? Ist Luke tatsächlich ein Mörder? Jette glaubt fest an seine Unschuld, obwohl alles gegen ihn spricht.
    Und obwohl Jette schon einmal einen Mörder geliebt hat - eine Liebe, die sie fast das Leben gekostet hat.

    Das verliebte Mädchen beschließt Luke zu suchen, dabei ist ihr nicht klar, in welcher Gefahr sie schwebt.


    Meine Meinung

    "Der Sommerfänger" ist der fünfte Teil der Jette-Reihe und es wäre ratsam, die Bücher hintereinander zu lesen, denn es werden immer wieder Handlungsstränge aus den vorangegangen Teilen aufgegriffen. Außerdem kann man so die Parallelen erkennen, die zwischen dem ersten und dem fünften Band vorhanden sind - denn genau diese Parallelen machen die ganze Geschichte so dramatisch. Jette ist verliebt, hat es endlich geschafft, das Erlebte zu verarbeiten, da scheint sich der ganze Albtraum zu wiederholen. Eine grausame Vorstellung, nicht wahr?

    Wie immer macht es Spaß, in die Geschichte abzutauchen, denn sie ist atmosphärisch sehr dicht geschrieben. Außerdem sind die Charaktere  sehr, sehr sympathisch (ausgenommen "den Bösewicht"). Leider hat mich das Buch erst ab der Hälfte gefesselt - zu spät für einen Thriller, wie ich finde. Als ich die anderen vier Teile gelesen habe, war ich ab der ersten Seite gefangen in der Geschichte. Das war hier nicht der Fall. Leider.

    Wie schon erwähnt, die Charaktere sind unglaublich sympathisch. Monika Feth weiß, wie man den Personen Leben einhaucht, wie man sie einzigartig macht.  Diese Geschichte wäre nichts ohne ihre Charaktere, denn sie sind der Grund, warum man sich so schnell in der Geschichte von Jette verliert.
    Das besondere an den Büchern von Frau Feth? Eindeutig die Sichtwechsel und die Tatsache, dass der Leser von Anfang an weiß, wer der Mörder ist und es trotzdem spannend bleibt. Die Geschichte wird aus vielen Sichten erzählt, aus der Sicht von Jette, von ihrer bester Freundin Merle, Jettes Mutter Imke, aus der Sicht von dem Kommisar Bert Melzig (der in allen Büchern präsent ist) und natürlich auch aus der Sicht des Mörders. Das ist der Grund, warum es niemals langweilig ist, denn die einzelnen Personen habe auch ihre "privaten" Probleme, wie die gescheiterte Ehe des Polizisten oder Imkes Sorge um ihr Tochter. So dreht sich die ganze Handlung nicht nur um den Mord, sonder hat noch viele kleine Nebenhandlungsstränge.
    Die Liebesgeschichte zwischen Jette und Luke nimmt genau die richtige Menge an Platz ein, sie lenkt nicht vom Geschehen bzw. der Handlung ab, ist aber trotzdem vorhanden und versorgt die  Geschichte mit der nötigen Portion Dramatik. Was mich persönlich etwas gestört hat, war die Tatsache, dass Jette nun schon zum fünften (!) Mal "Opfer" eines Verbrechens wird. Ich meine, wie glaubwürdig und wahrscheinlich ist das? Aber nun gut, darauf baut die Geschichte schließlich auf.

    Die Spannung braucht einige Zeit, um zu wachsen. Ab der Hälfte konnte ich das Buch nicht zur Seite legen und habe es an einem Stück gelesen. In diesem Buch passieren mehr Morde als in den anderen Büchern und das trägt definitiv zur Spannung bei, dieser Wettlauf gegen die Zeit. Auch an heftigen Szenen wurde dieses Mal nicht gespart. Das Finale war wie gewohnt spannungsgeladen und dramatisch. Und wie immer ein wenig zu kurz. Denn die ganze Handlung läuft darauf hinaus und als man dann endlich beim Showdown angelangt ist, ist dieser schon nach 10 Seiten vorbei und lässt einen atemlos das Buch zuklappen.

    Wie immer hat Monika Feth ein schwieriges Hauptthema gewählt, um daraus eine interessante und gelungene Geschichte zu machen. Ich bewundere Frau Feth dafür, dass sie sich an jedes Thema wagt, gut recherchiert und dem Leser somit das Gefühl gibt, die Geschichte direkt mitzuerleben.

    Schreibstil:
    Der Schreibstil ist so eine Sache. Viele werden sagen, dass dieser Schreibstil poetisch und absolut toll ist. Und ja, irgendwo ist er das ja auch, aber trotzdem hat er mich an manchen Stellen einfach nur genervt. Man merkt, dass Frau Feth versucht hat, möglichst dramatisch zu schreiben. Das ist ihr gelungen. Aber oft war es mir einfach zu viel Dramatik. Viele Beschreibungen waren einfach nur unnötig, sorgten zwar für die dichte Atmosphäre, verhinderten aber die Spannung. Ganze Kapitel hätte man weglassen können, dann hätte das Buch 100 Seiten weniger, eine durchgehende Spannung und die volle Punktzahl.

    Cover:
    Schlicht, wie immer. Symbolisch, wie immer. Passt zur Reihe, wie immer. Gefällt mir, wie immer.

    Fazit:
    Ein atmosphärisch dichter Thriller mit tollen Charakteren und interessanter Handlung. Leider kam die Spannung erst nach der Hälfte auf, und der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Für Fans von Monika Feth bzw. der Jette-Thriller ein Muss und eine Empfehlung an alle, die sich jetzt, nach dem Lesen der Rezension, denken: "Hört sich gut an, sollte ich vielleicht lesen."
    3,5 Sterne (von 5).

    Montag, 29. August 2011

    Kochbuch-Rezension: "Das Perfekte Dinner - Neue Siegermenüs"

    4 Meinungen
  • Titel: Das perfekte Dinner - Neue Siegermenüs

  • Gebundene Ausgabe: 158 Seiten

  • Verlag: Vgs (15. September 2009)

  • ISBN-10: 3802536878

  • ISBN-13: 978-3802536878

  • Preis: 19,95 EUR


  • Meine Mutter und ich schauen gerne "Das perfekte Dinner" und außerdem kochen wir gerne zusammen - da ist diesen Buch doch genau das Richtige für uns! Denn hier stellen 20 Sieger(innen) der Kochsendung ihre Siegergerichte vor. 

    Zuerst einmal sollte man die Aufmachung loben, denn das Buch sieht wirklich toll aus. Das Cover ist schlicht gehalten und das Motiv lässt sich sofort mit "Das perfekte Dinner" in Einklang bringen. Die Seiten sind wunderschön gestaltet, die Farben großartig abgestimmt und die ansprechenden Bilder der Gerichte animieren geradezu, sie nachzukochen. Qualitativ sehr hochwertig!

    Aber auch auf den Inhalt kommt es an, und der besteht nicht nur aus den Rezepten der Menüs (die jeweils aus drei Gängen bestehen), nein, dieses Buch bietet mehr. Tipps machen das Kochen einfacher, das richtige Timing wird angegeben, die Sieger werden kurz vorgestellt, Infos sorgen für Abwechslung, Weine werden empfohlen und auch Dekorations-Tipps werden zur Genüge gegeben. Durch die gelungene Gestaltung wird es nie unübersichtlich - so macht das Kochen Spaß!

    Kommen wir zu den Rezepten. Diese werden sehr ausführlich erklärt und sind dadurch einfach nachzukochen. Dabei muss man sagen, dass sie durchaus machbar sind, auch wenn wir das Buch kompletten Anfängern nicht empfehlen würden. Jedes Menüs besteht aus drei Gängen, es gibt nicht zu jeder Speise ein Foto, aber da alles so ausführlich erklärt wird, fällt das nicht negativ auf.

    Die Gerichte sind sehr unterschiedlich, sodass für jeden etwas dabei ist. Auch der Schwierigkeitsgrad variiert jedes Mal. Man sollte auch erwähnen, dass auch die Hobbyköche, die die Sendung nicht schauen, ihren Spaß mit dem Buch haben werden, denn die Gerichte sind wirklich interessant und sorgen für genug Abwechslung. Es handelt sich nicht um exotisches Essen, sondern eher regionales. Man kann die Menüs auch "mixen", also die Vorspeise von Menü 1, die Hauptspeise von Menü 2 und das Dessert von menü 3 kochen - alles ist so abgestimmt, dass das kein Problem darstellt.

    Aber was nutzt ein Kochbuch, wenn man die Gerichte nicht nachkocht? Nichts. Und deshalb haben meine Mutter und ich uns unsere Küchenschürzen umgebunden und haben ein paar Rezepte ausprobiert. Hier sehr ihr die Ergebnisse:


    Vorspeise: Kirschtomaten mit Chilizucker und Parmesanchips



    Hauptspeise: Gekräuterte Rindermedaillons in Madeirajus mit Basilikum-Gnocchi an Austernpilzsalat



    Dessert: Amaretto-Creme Florenz mit karamellisierten Mangos



    Es hat wirklich Spaß gemacht, die Gerichte nachzukochen und es war auch wirklich lecker! ;-) Für alle, die "das pefekte Dinner" mögen ist dieses Buch ein Muss, aber auch anderen Hobbyköchen kann ich dieses Kochbuch nur wärmstens empfehlen!


    ! Ich bedanke mich herzlich beim vgs-Verlag für die freundliche Bereitstellung des Titels !

    Dienstag, 16. August 2011

    Rezension: "Vampire Academy 01 - Blutsschwestern"

    13 Meinungen
  • Autorin: Richelle Mead

  • Titel: Vampire Academy 01 - Blutsschwestern

  • Originaltitel: Vampire Academy

  • Broschiert: 302 Seiten 

  • Verlag: Lyx (15. Januar 2009) 

  • ISBN-10: 3802582012 

  • ISBN-13: 978-3802582011

  • Teil einer Reihe? Ja, der erste von sechs.


  • Viele empfehlen die "Vampire Academy"-Bücher. Aber da es viele Geschichten über Vampir-Internate gibt, hatte ich Bedenken, ob mich diese Reihe begeistern kann. Jetzt habe ich den ersten Teil gelesen und kann sagen: Dieses Buch ist richtig gut! Ich hoffe sehr, dass die Reihe weiterhin so gut bleibt (aber eigentlich mache ich mir da keine Sorgen).

    Handlung: Rose ist ein Halbvampir, ein sogenannter Dhampir. Sie wird zu einer Wächterin ausgebildet, in der Akademie. Eine Wächterin beschützt Vampire, die gutartig sind, die Moroi. Lissa, ihre beste Freundin ist so eine Moroi. Aber nicht irgendeine, denn Lissa ist königlicher Abstammung. Es gibt auch böse Vampire, diese sind unterblich und heißen Strigoi.

    Als Lissa und Rose an ihre Akademie zurückkehren (sie sind vor zwei Jahren ausgebrochen), merken sie, dass sich einiges verändert hat. Da Rose durch ihre Abwesendheit sehr viele Unterrichtsstunden verpasst hat, wird ihr Extra-Unterricht zugewiesen und ihr Lehrer ist der gutaussehende Wächter Dimitri.

    Nach einiger Zeit merken die Mädchen, dass es jemand auf Lissa abgesehen hat - in ihrer Nähe tauchen immer wieder zerfetzte Tierleichen auf. Werden die Freundinnen herausfinden, wer hinter all dem steckt?

    Meine Meinung:

    Charaktere:
    Rose ist für mich die Überraschung, das Highlight des Buches.
    Was für eine Schlagfertigkeit, was für ein ausgearbeiteter Charakter!
    Selten habe ich über eine so unabhängige, mutige und starke Protagonistin gelesen, die alles für die Personen tun würde, die ihr viel bedeuten.
    Dabei ist Rose keinesfalls perfekt. Sie handelt erst, denkt dann nach. Sie ist manchmal vorlaut. Und manchmal ist Gewalt eben die beste Lösung, so denkt zumindest Rose.
    Niemals lässt sie sich einschüchtern, haut einen Spruch nach dem nächsten raus und bringt mich so oft zum lachen, wie es noch ein anderer Charakter geschafft hat.
    Ihre frechen Dialoge sprühen vor Charme und Energie und Schlagfertigkeit. Ihre ganze Persönlichkeit ist einzigartig. Ich freue mich auf weitere 5 Bücher mit Rose, denn Geschichten über sie zu lesen, das macht einfach Spaß!

    Auch die anderen Charaktere wurden perfekt ausgearbeitet, und zwar alle. Bei keinem hatte ich das Gefühl, dass er flach wirkte. Lissa und all die anderen - innerhalb 300 Seiten sind sie mir alle ans Herz gewachsen und ich freue mich sehr, dass ich noch weitere 5 Teile vor mir habe!
    Nebenbei bemerkt: Ich entwickle mich zu einem Dimitri-Fan. Mal sehen, ob ich das nach den nächsten Teilen auch noch behaupten kann. ;)

    Kritik:
    Zugegeben, man muss sich erstmal in das Buch reinfinden. Man liest die ersten Seiten und denkt sich "Hä?". Aber nach und nach wird einem alles klar. Natürlich muss man sich in die Geschichte reindenken, um diese ganze Moroi-Strigoi-Damphir-Sache zu verstehen. Aber nach 100 Seiten hat man den Dreh raus. Und dann kann man die Handlung voll und ganz geniessen.

    Dieses Buch macht süchtig! Die Handlung ist absolut spannend und fesselt den Leser bis zum Schluss. Die Charaktere sind unglaublich sympathisch, sodass man sie sofort ins Herz schließt.
    Diese Geschichte ist keine typische Teenager-Vampir-Schul-Geschichte. Diese hier ist tiefgründiger und wirkt erwachsener als vergleichbaren Serien. Natürlich setzt sich auch diese mit jugendlichen Problemen auseinander, aber nicht so oberflächlich wie sonst, sondern ernst und verständlich.

    Die Handlung kommt immer gut voran, es passiert immer etwas. Längen? Keine.
    Langweilig? Nein, ganz bestimmt nicht! Action? Kommt nicht zu kurz.
    Wie gesagt, es macht süchtig. Ich hab mir nach dem Lesen auch gleich den zweiten Teil geschnappt und ich empfehle allen, die Bücher zusammen zu kaufen, denn obwohl kein Cliffhanger vorhanden ist, will man wissen, wie es weiter geht.
    Die kleine Liebesgeschichte zwischen Rose und Dimitri hat für die nötige Abwechslung gesorgt und war sehr unterhaltsam. Ich bin sehr gespannt, wie es mit den beiden weitergeht.

    Das einzige, was mich gestört hat, waren manchmal vorkommende Rechtschreibfehler, die mich immer wieder stolpern ließen. Lizza anstatt Lissa, da frangt sich der Leser schon, was das soll, ob das jetzt Absicht ist, oder nicht. Beim ersten Mal wäre es mir nicht so aufgefallen, aber als es dann nochmal und nochmal vorkam, fragte ich mich, ob Lissa denn manchmal Lizza genannt wurde und ob ich was verpasst hatte? Aber nein, dass waren simple Fehlerchen, die sich eingeschlichen hatten.

    Schreibstil:
    Einfach und jugendlich, da Rose die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt (und den Leser mit ihren Gedanken und Kommentaren zum Lachen bringt). Lässt sich flüssig und schnell lesen, osdass man das Buch im Handumdrehen durchgelesen hat.

    Cover:
    Ich weiß nicht so recht, was ich von dem Cover halten soll. Es ist mir irgendwie zu düster. Obwohl es ja so zu der Geschichte passt. Das Mädchen da drauf - soll das Rose sein? Passt gar nicht...

    Fazit:
    Ein vielversprechender Anfang einer Reihe, der klasse unterhält und Lust auf mehr macht. Eine geniale Protagonistin, eine fesselnde Handlung und eine tolle Idee - das macht insgesamt 4,5 Sterne (von 5) und das eigentlich nur, damit noch Luft nach oben für die folgenden Teile der Reihe bleibt. ;)

    Samstag, 13. August 2011

    Rezension: "Ashes Ashes"

    5 Meinungen
  • Autorin: Jo Treggiari

  • Titel: Ashes Ashes

  • Originaltitel: Ashes, Ashes

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten

  • Verlag: arsEdition (5. Juli 2011)

  • ISBN-10: 3760784712

  • ISBN-13: 978-3760784717


  • Zuerst sah ich das Cover und dachte mir: Wow. Dann las ich den Klappentext und stellte fest, dass das hier eine Dystopie ist. Der Klappentext verprach eine spannende und bedrückende Geschichte - natürlich wollte ich mich selbst überzeugen ...

    Handlung: Die Erde rebelliert, Naturkatastrophen, Stürme mit gewaltigen Ausmaßen und Tsunamis gehören zur Tagesordnung.
    Doch als wäre das alles nicht genug, bricht ein tödlicher Virus aus und 99 % der Menschheit stirbt.

    Lucy gehört zu den Überlebenden. Sie schlägt sich alleine durch das verwilderte, zerstörte New York durch. Ein ganzes Jahr hält sie das durch, bis sie von einer wütenden Meute Hunden verfolgt wird. Aidan, ein junger Mann, der auch zu den Überlebenden gehört, hilft ihr und rettet ihr somit das Leben.
    Er erzählt ihr von dem Camp, in dem er mit weiteren Menschen wohnt. Lucy weigert sich zuerst mitzukommen, doch dann stellt sie schnell fest, dass das Camp ihre letzte Chance ist.
    Als sie dort ankommt, lernt sie weitere Überlebende kennen. Doch dann wird das Camp angegriffen, von den "Sweepers", weitere Überlebende, die die Menschen aus dem Camp auf ihre Insel verfrachten wollen. Schnell wird klar, wer ihr Ziel ist: Lucy.
    Was wollen sie nur von ihr? Was ist das auf der Insel und was passiert mit den Leuten, die auf die Insel verschleppt wurden und nie zurückgekommen sind? Werden Lucy und ihre Freunde es schaffen, das herauszufinden...?

    Eigene Meinung:

    Charaktere:
    Lucy ist ein unglaublich starker Charakter und diese Stärke lässt sich leicht erklären, schließlich musste sie sich ein ganzes Jahr alleine durchschlagen. Ihre ganze Familie ist an dem Virus gestorben und Lucy musste mit ihren jungen 16 Jahren schon so einiges durchmachen! Sie wirkt nie verängstigt und jammert kaum, und wenn, dann kann ich das vollkommen nachvollziehen, denn wer kann schon so eine Situation aushalten, ohne seinen Ärger ein einziges Mal rauszulassen. Sie hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden. Überlebende meidet sie und ist ganz auf sich alleine gestellt. Diese Stärke macht sie zu einer ganz besonderen Protagonistin.
    Auch als sie im Camp ankommt, lässt sie sich erstmal nichts gefallen. Ihre rebellische Seite zeigt sich immer wieder. Dass sie dafür sehr tollpatschig ist, ist wie ein extremer Widerspruch. Ich weiß nicht, ob die Autorin damit bezwecken wollte, dass Lucy glaubhafter oder menschlicher wirken soll, aber im jetzt mal im Ernst; so oft verletzt sich ein Mensch binnen weniger Tage nun wirklich nicht!
    Außerdem haben mir oft ihre Gefühle gefehlt. Die Autorin ist einfach zu wenig auf diese eingegangen, sodass Lucy zwar stark wirkte, man aber selten wusste, ob das tatsächlich so ist, oder ob sie einfach nur stark wirken will, denn das hat Frau Treggiari leider nicht erläutert.
    Trotzdem ist und bleibt Lucy eine kämpferische Protagonistin (die zwar oft stolpert und sich verletzt), die sich nicht so leicht unterkriegen lässt und mit der es Spaß macht, diese Geschichte zu erleben.

    Die anderen Charaktere waren interessant, teilweise aber doch zu flach. Mit Aidan konnte ich wirklich nichts anfangen und mir war sein Verhältnis zu Del von Anfang an nicht klar. Dafür hatte ich viel Spaß mit den anderen Nebencharakteren wie z.B. Henry und Leo, die sowohl vom Charakter, als auch vom äußeren Erscheinungsbild gut ausgearbeitet worden sind.

    Kritik:
    Was für ein mutiges Thema. Naturkatastrophen kommen auch heute vor, genauso wie Viruse. Da ist dieses Thema wirklich aktuell und vielleicht ist genau das der Grund, warum dieses Buch so bedrückend und beängstigend wirkt und man sich die ganze Zeit denkt: "Hoffentlich wird sowas nie passieren!". Aber so unwahrscheinlich ist das gar nicht, wenn man sich die Erderwärmung etc. anschaut. Hier spielt Fantasy keine Rolle, dafür aber die reale Welt und ihre aktuellen Probleme. Hut ab vor der Autorin, die sich an dieses Weltuntergangs-Szenario gewagt hat und ein gelungenes Buch darüber verfasst hat!

    Man wird am Anfang über die Zustände dieser Welt aufgeklärt, in Form von Rückblenden (die ich wirklich gut und unterhaltend fand) und durch Erläuterungen, wie Lucy lebt. Man begleitet sie ein paar Seiten lang durch ihren sogenannten "Alltag", der aus jagen und versuchen zu überleben besteht und dem Leser wird vor Augen geführt, was aus der Erde geworden ist, sodass der Leser einen brutalen und beklemmenden Eindruck gleich am Anfang der Handlung bekommt.

    Natürlich ist auch eine kleine Liebesgeschichte vorhanden, die am Rande spielt und mich leider vollkommen kalt gelassen hat. Mit Aidan konnte ich wie schon erwähnt nichts anfangen, Lucys Gefühle wurden kaum erläutert und was für eine Rolle Del in dieser Beziehung spielt, ist mir nach wie vor nicht klar. Dafür fand ich die Abschlussszene richtig toll (lest es, dann wisst ihr, was ich meine)!

    Da Jo Treggiari gerne und viel beschreibt, kann schon der Eindruck aufkommen, dass man als Leser nicht vorankommt. Ich selbst habe mich nie gelangweilt und wollte immer wissen, wie es weiter geht, was es mit Lucy und den Sweepern auf sich hat usw. Spannung war durchaus da, nur leider konnte die Autorin diese nicht immer aufrecht halten. Ein gelungener Anfang, ein eher langsamer Mittelteil und ein actiongeladenes Finale, so würde ich das Buch aufteilen. Gerade das Ende hat mir wirklich gut gefallen und die Seiten flogen nur so dahin. Das Ende ist zum Teil abgeschlossen, zum Teil offen; dem Leser bleibt Freiraum für seine eigene Fantasie, aber ich persönlich würde mich wirklich über eine Fortsetzung freuen, denn Material und Potential dazu ist durchaus vorhanden!

    Schreibstil:
    Jo Treggiaris Schreibstil ist relativ gewöhnungbedürftig, ihre Sätze sind mal kurz und mal lang.
    Sie beschreibt gerne Handlungen über Seiten hinweg und vergisst dabei leider auf die Gefühle der Personen einzugehen. Nach und nach gewöhnt man sich dran und dann fliegen die Seiten nur so dahin und plötzlich ist man am Ende angelangt!

    Cover:
    Ich liebe dieses Cover, es passt richtig gut zur Geschichte und fängt diese verzweifelte und aussichtslose Situation perfekt ein. Das Grau und der Hintergrund ist einfach perfekt gewählt und auch der Titel passt zur Handlung. Die beiden Personen (Lucy und Aidan würde ich mal tippen) stehen mit dem Rücken zum Betrachter, sodass dieser die Chance hat, ihnen selbst ein Gesicht zu denken. Ich liebe es!

    Fazit:
    Eine tolle Dystopie, die sich mit einem aktuelleren Thema beschäftigt, als die meisten vielleicht denken. Leider blieben mir einige Charaktere zu flach, dafür war die Handlung top. Ich empfehle das Buch denen, die sich gerne mit solchen Themen auseinander setzen und keine große Liebesgeschichte mit emotionalen Charakteren erwarten. Ich vergebe 4 Sterne (von 5).

    ! Ich bedanke mich bei arsEdition für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars !

    Donnerstag, 11. August 2011

    Rezension: "Mein kleiner Horrortrip"

    2 Meinungen
  • Autoren: 71 verschiedene Autoren bzw. Illustratoren

  • Titel: Mein kleiner Horrortrip

  • Originaltitel: Half Minute Horrors

  • Gebundene Ausgabe: 156 Seiten

  • Verlag: Beltz (11. Juli 2011)

  • ISBN-10: 3407810911

  • ISBN-13: 978-3407810915



  • Als ich zum ersten Mal von dieser Sammlung kleiner Gruselgeschichten hörte, war mein Interesse sofort geweckt. Namen wie Neil Gaiman, Alice Kuipers, Libba Bray und Melissa Marr machen es mir einfach unmöglich, diese Anthologie zu ignorieren. Und deshalb fing ich an zu lesen...


    Handlung: Auf diesen 156 Seiten sorgen 71 gruslige Kurzgeschichten für Gänsehaut.
    All das, woher wir uns als kleine Kinder alle gefürchtet haben, spielt hier eine Rolle, sei es das Monster unter dem Bett, Geister in alten Villen oder Werwölfe, die hungrig bei Vollmond nach Opfern suchen.
    Aber nicht nur Geschichten, sondern auch Zeichnungen und kleine Comics sind in diesem Buch enthalten und sorgen für Abwechslung.

    Eigene Meinung:
    Am Anfang war ich skeptisch, ob eine Kurzgeschichte wirklich so gruslig sein kann, dass man Gänsehaut bekommt. Doch schnell stellte ich fest - ja, das geht!
    Dieses Buch hat mich beeindruckt, die Autoren schaffen es mit nur ganz wenigen Worten, den Leser das Fürchten zu lernen.

    Die Geschichten sind sehr unterschiedlich und abwechslungsreich, es geht um Monster, Ratten, fliegende Schnurrbärte, sprechende Hunde, Leichen und und und. Die Länge variiert von Geschichte zu Geschichte, manche sind drei Seiten lang, andere nur drei Zeilen, sodass dieses Büchlein zwar schnell durchgelesen ist, aber einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

    Nicht zu vergessen sind auch die großartigen Illustrationen, die diese Anthologie noch zusätzlich aufpeppen. Manche sind wahre Suchbilder, andere erschrecken den Leser schon auf den ersten Blick.

    Eigentlich bin ich kein großer Fan von Kurzgeschichten, aber diese hier haben mich vollkommen überzeugt: die offenen Enden waren keinesfalls strörend, sondern sehr passend, um dem Leser Freiraum für seine Fantasie zu lassen. Die Charaktere zeigten in den wenigen Sätzen viele Eigenschaften, einige waren ängstlich und leicht zu verschrecken, andere waren mutig und furchtlos.
    Es kann sogar sein, dass der Leser sich mit dem ein oder anderen Charakter indentifizieren kann, denn seien wir mal ehrlich: Hatte nicht jeder von uns schon mal Angst vor dem Monster unter seinem Bett? ;)

    Was mir besonders gut gefallen hat, war dieser "Oh!-Effekt", der oft entstand, wenn man die letzte Zeile las, denn diese überraschte oft und rundete die ganze Geschichte ab.
    Da 71 Autoren/Illustratoren an dieser Anthologie beteilig waren, ist dieses Buch Abwechslung pur, denn jeder der Autoren hat seinen eigenen Erzählstil - langweilig wird es somit nie.
    Das ist ein Buch, das man immer und immer wieder lesen kann und ich bin mir sicher, dass auch ich es ab und zu aus meinem Regal holen werde, um die ein oder andre Geschichte noch mal zu lesen.

    Meine Highlights:

    Geschichten - Die Ratte, Ein total einfacher Job, Die kriechende Hand, Schokoladenkuchen, Das Biest von draußen, Wuselig, Inventur

    Illustrationen - Die Legende von Alexandra und Rose, Saures, Eintausend Gesichter

    Aufmachung:
    Dieses Buch ist nicht nur vom Inhalt her großartig, sondern auch das äußere und die gesamte Aufmachung kann sich durchaus sehen lassen! Das Cover vorne ist ausgestanzt, sodass das Auge zu einem Bild von einem Jugen gehört, dass sich dadrunter verbirgt. Und auch den Jungen sollte man sich ganz genau anschauen. Die Überschriften der einzelnen Geschichten sind schön herausgehoben worden, und von den Illustrationen will ich gar nicht erst anfangen. Aufgrund des relativ kleinen Formats ist das Buch auch sehr handlich - Horror to go eben!

    Fazit:
    Eine geniale Anthologie, die sich nicht nur die Horrorfans nicht entgehen lassen sollten, denn das Buch lockt mit großartigem Inhalt und einer fantastischen Aufmachung. 5 Sterne (von 5) und ich hoffe, dass noch ein paar weitere Sammlungen dieser Art folgen werden!

    ! Ich bedanke mich bei der Verlagsgruppe BELTZ für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares !

    Dienstag, 9. August 2011

    Rezension: "Seven Souls - Sieben Gründe, Mary Shayne zu hassen"

    3 Meinungen
  • Autoren: Barnabas Miller u. Jordan Orlando

  • Titel: Seven Souls - Sieben Gründe, Mary Shayne zu hassen

  • Originaltitel: 7 Souls

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten

  • Verlag: Arena (Juni 2011)

  • ISBN-10: 3401064487

  • ISBN-13: 978-3401064482


  • Zuerst sah ich das Cover - ich wurde neugierig. Dann habe ich mir den Klappentext durchgelesen und es stand fest: dieses Buch muss ich lesen, denn ich liebe Jugend-Thriller und ich war sehr gespannt, wie die Mischung zwischen Thriller und Fantasy funktionieren würde.

    Handlung: Mary Shayne ist beliebt. Das denkt sie zumindest. Sie hat den heißesten Jungen der Schule als Freund, trägt Klamotten, die gerade "in" sind und ihre Freunde sind alle angesagt und reich. Eigentlich ist sie zufrieden mit ihrem Leben, sie würde nie damit rechnen, dass es so schnell ein Ende finden wird. Denn Mary wird ermordet.

    Ein Fluch sorgt dafür, dass sie den Tag ihrer Ermordung (oder besser gesagt Zeitabschnitte des Tages) aus der Sicht ihrer angeblichen Freunde bzw. den Personen, denen sie am meisten vertraut, sieht. Sie muss feststellen, dass sie in den Augen der anderer keinesfalls so perfekt ist, wie sie denkt. Mary merkt schnell, dass jeder einzelne von ihnen einen Grund hat, sie zu hassen und fängt an, an sich zu zweifeln.

    Eigene Meinung:

    Charaktere:
    Die Charaktere waren mein größstes Problem. Sie alle wirkten unsympathisch auf mich, zu keinem konnte ich eine wirkliche Beziehung aufbauen, bei vielen konnte ich die Handlungen nicht nachvollziehen. Vielleicht ist das so gewollt, aber für mich als Leser sind authentische und liebeswürdige Charaktere eben sehr wichtig.

    Da wäre zum einen Mary, die Protagonistin. Anfangs wirkte sie oberflächlich, und obwohl diese Eigenschaft im Laufe der Geschichte nachlies, sie verschwand nie völlig. Natürlich hatte ich auch ab und zu Mitleid mit ihr, schließlich ist ihre Situation wirklich außergewöhnlich. Trotzdem konnte ich ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen, manchmal wirkte sie naiv und kindlich auf mich und ihre Handlungen wirkten egoistisch, und das sehr oft. Leider konnte sie mich nie ganz dazu bringen, wirklich mit ihr mitzufühlen. Erst als sie selbst anfing, über sich nachzudenken und an sich und ihrem Verhalten zu zweifeln, wirkte sie auf mich natürlicher und auch liebenswerter. Hätte sie diese Eigenschaften früher gezeigt, hätten wir uns vielleicht besser verstanden.

    Obwohl alle Personen gut charakteriert wurden und ich allein an der wörtlichen Rede erkennen konnte, wer spricht, machten ihre (oft extrem egoistischen) Handlungen sie unglaublich unsympathisch. Was die Personen da machten, war wirklich teilweise fies und kaum noch menschlich und ich habe mich oft gefragt, ob da überhaupt noch ein Bezug zur Realität da ist, denn ich glaube nicht, dass Jugendliche zu solchen Taten fähig sind (oder doch?).

    Kritik:
    Wie schon oben erwähnt, waren die Charaktere mein größter Kritikpunkt - und auch (fast) mein einzigster. Das Buch an sich ist nämlich wirklich gelungen. Es ist durchgehend spannend und trägt den Titel "Jugend-Thriller" mit Recht. Obwohl auch Fatasy eine Rolle spielt, ist das so gut verpackt, dass es real wirkt und man nicht das Gefühl hat ein Fantasybuch in der Hand zu halten (schließlich kommen keine Vampire ect. vor, sonder "nur" ein Fluch). Ich konnte mir während des Lesens gut vorstellen, dass sowas auch im "echten Leben" passieren kann.

    Die Handlung ist wirklich gut durchdacht, man kommt als Leser kaum dem Geheimnis auf die Spur und man erlebt immer und immer wieder den "Aha!-Effekt" - sowas liebe ich.
    Auch die Idee an sich ist neuartig und interessant, mit viel Potential, von dem ich behaupten kann, dass die Autoren es ausgeschöpft haben. Das Buch zu Lesen hat sehr viel Spaß gemacht, es hatte keine Längen, langweilig wurde es nie.
    Die Handlung kommt immer gut voran und man kann das Buch schnell durchlesen, denn es fesselt den Leser wirklich. Was ich auch gut fand, dass das Buch mit relativ wenig Charakteren auskommt (ca. 9 Charaktere), sodass man sie gut unterscheiden kann.

    Der Anfang ist teilweise echt verwirrend, denn man befindet sich mitten im Geschehen und muss sich erst mal orientieren, Erklärungen werden erst nach und nach eingebaut. Trotzdem hatte ich absolut keine Probleme mit dem Einstieg. Dagegen haben mich die letzten zwei Seiten des Buches komplett verwirrt, und als ich das Buch zuklappte, dachte ich mir: "Wie jetzt?"

    Was mich auch noch gestört hat, war die Tatsache, dass viele (zu viele) Fragen unbeantwortet geblieben sind, z.B. Woher hat Mary ihre ganze Kleidung, wenn sie doch arm sind? Und noch einige andere, die ich jetzt aber nicht hier erläutern werde - würde nämlich spoilern.

    Schreibstil:
    Der Schreibstil wirkt jungendlich und frisch, lässt sich wunderbar flüssig lesen. Ich kann es schlecht erklären, aber ich hatte das Gefühl, dass der Schreibstil etwas an sich hat, das automatisch Spannung aufbaut.

    Cover:
    Das Cover mag ich sehr, es hat zwar nicht viel Bezug zur Geschichte, lässt dafür viel Freiraum für die eigene Fantasie. Die verschleierte Person könnte Mary sein, oder vllt. ihr Mörder? Das Bild ist direkt auf das Buch gedruckt und sowas mag ich ja besonders gerne. ;)

    Fazit:
    Ein sehr spannender Jugend-Thriller, der zwar nicht mit seinen Charakteren, aber dafür mit einer tollen Handlung punkten kann. Außerdem zeigt das Buch, dass auch die inneren Werte wichtig sind und das Oberflächlichkeit noch keinem geholfen hat. Das macht 4 Sterne (von 5) und eine Leseempfehlung, für die Leser unter uns, die spannende und gut durchdachte Geschichten mögen.

    ! Ich bedanke mich ganz herzlich beim Arena-Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares !