Dienstag, 9. August 2011

Rezension: "Seven Souls - Sieben Gründe, Mary Shayne zu hassen"

  • Autoren: Barnabas Miller u. Jordan Orlando

  • Titel: Seven Souls - Sieben Gründe, Mary Shayne zu hassen

  • Originaltitel: 7 Souls

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten

  • Verlag: Arena (Juni 2011)

  • ISBN-10: 3401064487

  • ISBN-13: 978-3401064482


  • Zuerst sah ich das Cover - ich wurde neugierig. Dann habe ich mir den Klappentext durchgelesen und es stand fest: dieses Buch muss ich lesen, denn ich liebe Jugend-Thriller und ich war sehr gespannt, wie die Mischung zwischen Thriller und Fantasy funktionieren würde.

    Handlung: Mary Shayne ist beliebt. Das denkt sie zumindest. Sie hat den heißesten Jungen der Schule als Freund, trägt Klamotten, die gerade "in" sind und ihre Freunde sind alle angesagt und reich. Eigentlich ist sie zufrieden mit ihrem Leben, sie würde nie damit rechnen, dass es so schnell ein Ende finden wird. Denn Mary wird ermordet.

    Ein Fluch sorgt dafür, dass sie den Tag ihrer Ermordung (oder besser gesagt Zeitabschnitte des Tages) aus der Sicht ihrer angeblichen Freunde bzw. den Personen, denen sie am meisten vertraut, sieht. Sie muss feststellen, dass sie in den Augen der anderer keinesfalls so perfekt ist, wie sie denkt. Mary merkt schnell, dass jeder einzelne von ihnen einen Grund hat, sie zu hassen und fängt an, an sich zu zweifeln.

    Eigene Meinung:

    Charaktere:
    Die Charaktere waren mein größstes Problem. Sie alle wirkten unsympathisch auf mich, zu keinem konnte ich eine wirkliche Beziehung aufbauen, bei vielen konnte ich die Handlungen nicht nachvollziehen. Vielleicht ist das so gewollt, aber für mich als Leser sind authentische und liebeswürdige Charaktere eben sehr wichtig.

    Da wäre zum einen Mary, die Protagonistin. Anfangs wirkte sie oberflächlich, und obwohl diese Eigenschaft im Laufe der Geschichte nachlies, sie verschwand nie völlig. Natürlich hatte ich auch ab und zu Mitleid mit ihr, schließlich ist ihre Situation wirklich außergewöhnlich. Trotzdem konnte ich ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen, manchmal wirkte sie naiv und kindlich auf mich und ihre Handlungen wirkten egoistisch, und das sehr oft. Leider konnte sie mich nie ganz dazu bringen, wirklich mit ihr mitzufühlen. Erst als sie selbst anfing, über sich nachzudenken und an sich und ihrem Verhalten zu zweifeln, wirkte sie auf mich natürlicher und auch liebenswerter. Hätte sie diese Eigenschaften früher gezeigt, hätten wir uns vielleicht besser verstanden.

    Obwohl alle Personen gut charakteriert wurden und ich allein an der wörtlichen Rede erkennen konnte, wer spricht, machten ihre (oft extrem egoistischen) Handlungen sie unglaublich unsympathisch. Was die Personen da machten, war wirklich teilweise fies und kaum noch menschlich und ich habe mich oft gefragt, ob da überhaupt noch ein Bezug zur Realität da ist, denn ich glaube nicht, dass Jugendliche zu solchen Taten fähig sind (oder doch?).

    Kritik:
    Wie schon oben erwähnt, waren die Charaktere mein größter Kritikpunkt - und auch (fast) mein einzigster. Das Buch an sich ist nämlich wirklich gelungen. Es ist durchgehend spannend und trägt den Titel "Jugend-Thriller" mit Recht. Obwohl auch Fatasy eine Rolle spielt, ist das so gut verpackt, dass es real wirkt und man nicht das Gefühl hat ein Fantasybuch in der Hand zu halten (schließlich kommen keine Vampire ect. vor, sonder "nur" ein Fluch). Ich konnte mir während des Lesens gut vorstellen, dass sowas auch im "echten Leben" passieren kann.

    Die Handlung ist wirklich gut durchdacht, man kommt als Leser kaum dem Geheimnis auf die Spur und man erlebt immer und immer wieder den "Aha!-Effekt" - sowas liebe ich.
    Auch die Idee an sich ist neuartig und interessant, mit viel Potential, von dem ich behaupten kann, dass die Autoren es ausgeschöpft haben. Das Buch zu Lesen hat sehr viel Spaß gemacht, es hatte keine Längen, langweilig wurde es nie.
    Die Handlung kommt immer gut voran und man kann das Buch schnell durchlesen, denn es fesselt den Leser wirklich. Was ich auch gut fand, dass das Buch mit relativ wenig Charakteren auskommt (ca. 9 Charaktere), sodass man sie gut unterscheiden kann.

    Der Anfang ist teilweise echt verwirrend, denn man befindet sich mitten im Geschehen und muss sich erst mal orientieren, Erklärungen werden erst nach und nach eingebaut. Trotzdem hatte ich absolut keine Probleme mit dem Einstieg. Dagegen haben mich die letzten zwei Seiten des Buches komplett verwirrt, und als ich das Buch zuklappte, dachte ich mir: "Wie jetzt?"

    Was mich auch noch gestört hat, war die Tatsache, dass viele (zu viele) Fragen unbeantwortet geblieben sind, z.B. Woher hat Mary ihre ganze Kleidung, wenn sie doch arm sind? Und noch einige andere, die ich jetzt aber nicht hier erläutern werde - würde nämlich spoilern.

    Schreibstil:
    Der Schreibstil wirkt jungendlich und frisch, lässt sich wunderbar flüssig lesen. Ich kann es schlecht erklären, aber ich hatte das Gefühl, dass der Schreibstil etwas an sich hat, das automatisch Spannung aufbaut.

    Cover:
    Das Cover mag ich sehr, es hat zwar nicht viel Bezug zur Geschichte, lässt dafür viel Freiraum für die eigene Fantasie. Die verschleierte Person könnte Mary sein, oder vllt. ihr Mörder? Das Bild ist direkt auf das Buch gedruckt und sowas mag ich ja besonders gerne. ;)

    Fazit:
    Ein sehr spannender Jugend-Thriller, der zwar nicht mit seinen Charakteren, aber dafür mit einer tollen Handlung punkten kann. Außerdem zeigt das Buch, dass auch die inneren Werte wichtig sind und das Oberflächlichkeit noch keinem geholfen hat. Das macht 4 Sterne (von 5) und eine Leseempfehlung, für die Leser unter uns, die spannende und gut durchdachte Geschichten mögen.

    ! Ich bedanke mich ganz herzlich beim Arena-Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares !

    Kommentare:

    1. Hm, okay, vielleicht sollte ich mir das Buch doch mal näher angucken. Hört sich aber wirklich interessant an :)

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    2. Ja Pia, vielleicht solltest du das. ;)

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    3. Schön, dass es dir auch so gut gefallen hat. ;)

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