Donnerstag, 21. Juli 2011

Rezension: "Vision - Das Zeichen der Liebenden"

  • Autor: Ana Alonso & Javier Pelegrin

  • Titel: Vision - Das Zeichen der Liebenden

  • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten 

  • Verlag: Arena (Juni 2011) 

  • ISBN-10: 3401066552 

  • ISBN-13: 978-3401066554

  • Teil einer Reihe? Ja, der erste von drei



  • Das Cover machte mich sofort auf dieses Buch aufmerksam. Nachdem ich den Klappentext durchgelesen hatte, stand für mich fest: dieses Buch muss ich lesen! (Nicht nur, weil die Hauptperson Jana heißt;))
    Als ich es nun beendet hatte, war ich nicht enttäuscht, bin aber auch nicht in Begeisterungsstürmen ausgebrochen. Im Klartext: Dieses Buch ist ein gutes Mittelmaß, aber leider auch nicht mehr.

    Handlung:
    Alex liebt Jana, und er hat vor, ihr seine Liebe zu gestehen. Als der perfekte Moment gekommen ist und Alex Jana allein auf einer Party sieht, nimmt er all seinen Mut zusammen und geht auf sie zu. Doch plötzlich ist Jana verschwunden, hinaus in die Nacht.
    Leise folgt Alex ihr durch die nächtliche Stadt und gelangt so zu ihrem Haus. Dort trifft er Janas Bruder David. Dieser macht ihm ein Angebot: Er will Alex ein Tattoo stehen, das ihn und Jana für immer vereint.
    Alex willigt ein und lässt sich darauf ein.

    Als er daraufhin Jana berührt, erleidet er furchbare Schmerzen.
    Was hat es mit diesem Tattoo auf sich? Hat es wirklich magische Kräfte?
    Alex wird hineingezogen in eine Welt voller Magie, Visionen und Macht. Und er stellt fest, dass das kein Zufall ist, denn auch er hat einen ganz bedeutenden Platz in dieser Welt...


    Eigene Meinung

    Charaktere:
    Alex hat es mir wirklich schwer gemacht. Ich konnte anfangs gar nicht fassen, wie beeinflussbar und naiv er ist. Er hinterfragt nichts, sondern nimmt alles so hin, wie es ihm gesagt wird. Magie gibt es? Achso. Mein Tattoo ist magisch? In Ordnung.
    Was war ich glücklich, als ich merkte, wie er sich im Laufe der Geschichte verändert! Aus dem naiven, unsicheren Alex wurde ein starker, selbstbewusster Kämpfer. Da haben die Autoren grad noch die Kurve gekriegt.

    Jana war mir von Anfang an sympathisch (und das nicht wegen ihrem Vornamen). Sie wirkte geheimnissvoll, selbstbewusst und stark. So eine Persönlichkeit tut jeder Geschichte gut.

    Es gibt sehr viele Nebenpersonen, und viele von ihnen konnten glänzen, v.a. Erik habe ich in mein Herz geschlossen. Leider wurde zu wenig auf sie eingegangen - schade.

    Kritik:
    Eine neuartige Geschichte macht ein gutes Fantasybuch? Fast. Denn auch die Umsetzung muss gelingen. Hier ist das nur teilweise der Fall. "Vision – das Zeichen der Liebenden" hat viele positive Aspekte zu bieten, aber leider auch einige negative.

    Wie schon oben erwähnt, haben es mir nicht alle Charaktere angetan. Ein angenehmer Protagonist ist eben sehr wichtig, um die Geschichte wirklich geniessen zu können. Dafür gab es einige Nebencharaktere, die mich überzeugen konnten, wie z.B. Erik, Alex‘ bester Freund.

    Wenn ich rückblickend über die Geschichte nachdenke, stelle ich fest, dass "Vision" ein wahres Fantasybuch ist, mit allem drum und dran, denn es entführt den Leser in eine komplett neue Welt, in der fantastische Wesen exestieren, die Macht eines einzigen Tattoos riesengroß ist und in der nichts unmöglich scheint – und diese Welt kommt komplett ohne Vampiren oder Werwölfen aus, sondern mit Klanen und Wesen, die besondere Gaben haben, aber im Grunde genommen Menschen sind.

    Auf diesen knapp 460 Seiten gibt es sehr viel Handlung, teilweise zu viel. Sie bringt Fragen mit sich. Um diese Fragen beantworten zu können, braucht man Erklärungen, und davon gibt es mehr als genug. Leider wird ein Großteil der Erklärungen sehr umständlich erläutert (z.B. durch Erzählungen von Sagen) oder sehr verworren, wo wir auch schon beim nächsten Punkt wären: die Handlung ist teilweise ziemlich verwirrend, und man braucht eine gewisse Menge an Konzentration, um folgen zu können und um nicht irgendwann den Faden zu verlieren. "Vision" ist keine leichte Kost, sondern beeinhaltet viele Handlungsstränge, Infos und Details und irgendwann weiß man nicht mehr, was wichtig ist und was nicht. Auch mir haben durch diese Handlungsvielfalt einige Zusammenhänge gefehlt, bzw. habe ich sie schlicht und einfach nicht verstanden.

    Die Idee an sich hat mich vollkommen begeistert – eine solche Geschichte habe ich noch nie gelesen, über Tattoos, die Macht haben, über Wesen, die die Menschheit beeinflussen und noch vieles mehr. Etwas weniger Handlung, direktere Erklärungen und ich wäre hin und weg. Aber auch so habe ich das Buch genossen, denn es ist spannend und die Geschichte an sich ist sehr unterhaltsam. Ich muss zugeben, am Anfang war ich skeptisch, denn ich habe noch nie ein Fantasybuch aus Spanien gelesen, aber meine Sorgen waren nicht berechtigt, denn dieses Debüt ist (abgesehen von einigen Kritikpunkten) ziemlich gelungen!

    Die Liebesgeschichte zwischen Jana und Alex spielt eine große Rolle in diesem Buch, doch leider hat sie mich vollkommen kalt gelassen, denn sie wirkt ab der ersten Seite nicht nachvollziehbar. Man wird gleich auf den ersten Seiten mit Alex‘ Gefühlen für Jana konfrontiert und auch im Laufe der Geschichte erwähnt Alex oft genug, wie sehr er Jana liebt und dass er alles für sie tun würde. Das Problem dabei: Es wird mit keinem Satz erwähnt, was davor passiert, ist außer dass Alex Jana kaum kennt und so gut wie nie mit ihr redet.(Hab ich das jetzt richtig verstanden? Du kennst Jana nur vom sehen und trotzdem würdest du dein Leben für sie geben? Aha.) Erst am Ende der Geschichte wirkt ihre Liebe lebendiger und gefühlvoller, überzeugen konnte sie mich aber trotzdem nicht.

    Beim Lesen fällt auf, dass es unglaublich viele Dialoge gibt, zwischen allen möglichen Personen. Manche lassen sich gut lesen und sind spannend, bei anderen fragte ich mich, was sie sollten, denn ich wurde das Gefühl nicht los, dass die sich unterhaltenden Personen im Kreis drehten und mit dem Gespräch nicht wirklich vorankamen. Auch einige Erzählungen (von Sagen usw.) waren einfach zu viel des Guten, denn die vielen darin vorkommenden Namen und Zusammenhänge waren einfach zu viel, um es sich merken zu können. Das Register am Ende des Buches hilft weiter, aber Vorsicht! - Spoilergefahr.

    "Vision – Das Zeichen der Liebenden" wird in vier Teile aufgeteilt. Die ersten drei werden aus der Sicht von Alex erzählt, der letzte aus Janas Sicht. Das fand ich gut, denn so hat der Leser die Chance, Janas Handlungen und Gedanken zu verstehen, und mitzubekommen, wie sie sich bei der ganzen Sache fühlt.

    Das Ende ist relativ offen und sehr schön, ein gutes Ende, das Lust auf den zweiten Teil macht. "Illusion – Das Zeichen der Nacht", den zweiten Band der Reihe, werde ich lesen und ich habe große Hoffnungen, dass die oben genannten Kritikpunkte ausgebessert wurden und die Geschichte an sich besser wird, denn Erklärungen werden nicht mehr in diesen Mengen nötig sein.

    Schreibstil:
    Der Schreibstil ist nichts besonderes, sticht nicht durch poetische Sätze heraus, lässt sich dafür aber flüssig lesen. Was mir gefallen hat, waren die Beschreibungen; nicht zu viel, nicht zu wenig. Sie sind informativ, lassen aber auch Freiraum für eigene Vorstellungen.

    Cover:
    So schön! Die Farben, die ganze Gestaltung, die Schrift, der Drache - alles passt zusammen, harmoniert und macht ein tolles Cover, an dem ich im Laden ganz bestimmt nicht einfach so vorbeigelaufen wäre.

    Fazit:
    High Fantasy mit viel Potential, das hoffentlich in den folgenden Bänden ausgenutzt wird. Eine Geschichte, die den Leser entführt in neue Welten und verzaubert mit dunklen Geheimnissen und Sagen. Leider muss ich auf Grund der oben genannten Kritikpunkte etwas von der Gesamtwertung abziehen, und so kommt das Buch auf gute 3,5 Sterne (von 5).


    Zusatzinformationen:


    "Illusion - Das Zeichen der Nacht" (Teil zwei der Reihe) erscheint im Januar 2012 beim Arena-Verlag.

    ! Ich bedanke mich herzlich bei dem Arena-Verlag, der mir das Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat !

    Kommentare:

    1. Hi Jana, eine sehr schöne und ehrliche Rezension. Mir gefällt, dass sie so ausführlich ist und auch die Unterteilung in Charaktere, Schreibstil, Kritik usw. finde ich sehr gelungen.
      LG,
      Damaris

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    2. Hi Jana,

      ich kann deinen Kritikpunkten voll und ganz zustimmen. Mich hat das Buch allerdings noch weniger überzeugt als dich, sodass ich auf den zweiten Teil wohl verzichten werde.
      Deine Rezi ist wirklich toll geschrieben!

      LG
      Lena

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    3. @Damaris: Danke, lieb von dir! :)

      @Lena: Ich habe mir vorher deine Rezi durchgelesen und deine Kritik war ja ähnlich. Schade, dass dir das Buch so wenig gefallen hat (man liest ja wirklich kaum positive Rezensionen dazu). Und: Danke! :)

      Liebe Grüße an euch beide!

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    4. @Jana
      Ich fand es auch sehr schade, dass mir das Buch so gar nicht gefallen hat. Die Grundidee fand ich auch wirklich klasse. Hätten die Autoren ihre Gedanken und Einfälle doch einfach besser umgesetzt :-(
      Wie gefällt dir denn Lovesong bisher? Bin schon gespannt auf deine Rezi, weil ich das Buch auch so gern lesen möchte :-)
      LG

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    5. @Lena: Lovesong find ich bis jetzt richtig, richtig gut! Ich liebe Adam :D Mal sehen, ob ich's heute fertig bekomm. Rezi folgt demnächst ;)

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    6. @Jana: Super, dass es dir bisher gefällt. Ich hatte nämlich auch schon Meinungen gelesen, bei denen das Buch nicht so gut weggekommen ist. Dann hoffe ich mal, dass du das Buch bald durch hast, deine Meinung würd mich interessieren :-)

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