Mittwoch, 7. März 2012

Rezension: "Eine dunkle und GRIMMige Geschichte"

  • Autor: Adam Gidwitz
  • Übersetzerin: Stephanie D'Andrade
  • Titel: Eine dunkle und GRIMMige Geschichte
  • Originaltitel: A Tale Dark & Grimm
  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: arsEdition
  • Deutsche VÖ: 8. Juni 2011
  • ISBN-10: 376078366X
  • ISBN-13: 978-3760783666




  • Handlung
    Leser, nimm dich in Acht! Was nun folgt, ist ein Märchen. Ein Märchen?, wirst du vielleicht denken. Märchen sind doch Kinderkram! Doch in diesem Märchen hüpfen keine kleinen Mädchen mit roten Kappen fröhlich durch den Wald. Was zwischen diesen Seiten auf dich lauert ist die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel ein Märchen voller dunkler Zauberer, gefährlicher Hexen und todbringender Drachen. Tritt ein. Dieses Märchen ist vielleicht furchterregend, sicherlich blutig und definitiv nichts für Angsthasen; aber anders als alle anderen Märchen die du kennst, ist dieses hier wahr. (via Verlag)


    Meine Meinung

    Du glaubst, du kennst das Märchen von Hänsel und Gretel? Ja? Nun, das dachte ich zunächst auch. Bis ich "Eine dunkle und GRIMMige Geschichte" las. Das Buch erzählt die etwas andere Geschichte von dem Geschwisterpaar - blutig, unheimlich und verstörend. Jetzt kann ich tatsächlich behaupten, die ganze Geschichte der Beiden zu kennen. Ob ich es aber bei der kürzeren, weniger brutalen Version belassen hätte sollen, ist eine andere Frage. 

    Eine Warnung an alle, die ängstlich sind und einen schwachen Magen haben; Finger weg von diesem Buch. Das hier ist kein übliches Märchen und ein Happy End ist hier nicht selbstverständlich. Dafür bietet die Geschichte ein hohes Maß an Brutalität und Tod. Daher glaubt nicht, dass das hier das perfekte Geburtstagsgeschenk für euren achtjährigen Cousin ist (obwohl es natürlich drauf ankommt, wie abgehärtet der Cousin ist ;))

    Die ganze Geschichte ist in viele kleine Teilgeschichten unterteilt, sodass es immer wieder neue Handlungsstränge, Charaktere und natürlich Bösewichte gibt - für Abwechslung ist also gesorgt. Der nötige Humor wird durch die ständigen, fett gedruckten Kommentare eines anonymen Kommentators geschaffen. Am Anfang fand ich das noch ganz witzig, doch später fingen die Kommentare an zu nerven, denn sich störten den Lesefluss. Die Idee an sich ist aber wirklich nicht schlecht.

    Unterhaltung pur, das ist dieses Buch. Wer tiefgründige Handlungen und viele Emotionen sucht, wird hier enttäuscht werden - "Eine dunkle und GRIMMige Geschichte" ist eben ein Märchen, der Autor bleibt dem Märchenschema treu, das zeigt sich nicht nur am Handlungsverlauf, sondern auch am Schreibstil. Die Sprache ist ziemlich einfach, neutral und direkt, lässt aber gleichzeitig ein großes Kopfkino entstehen. Die Charaktere bleiben ziemlich flach und man kann sie problemlos in "Gut und Böse" einteilen.

    Doch trotzdem ist diese Geschichte alles andere als märchenhaft. Ich dachte, so schlimm kann es doch nicht werden, aber Eltern, die ihren Kinder die Köpfe abhacken - das ist sehr knapp an der Grenze des Aushaltbaren. Mir ist klar, das der Autor schocken wollte und keine Frage, das ist ihm gelungen. Doch ich habe mich die ganze Zeit, während ich das Buch gelesen habe, gefragt, für wen er dieses Buch geschrieben hat. Für Kinder? Zu brutal. Für Erwachsene? Zu langweilig und vorhersehbar. Für Jugendliche? Ja, das wird's wohl sein. Aber ich glaube, wenn man eine Umfrage zu diesem Buch unter Jugendlichen machen würde, würden die Ergebnisse von "voll cool!" bis zu "absolut unnötig" gehen.

    Ich kann aber nur für mich persönlich sprechen und alles, was ich sagen kann ist, dass ich mich sehr gut unterhalten gefühlt habe. Natürlich ist die Geschichte teilweise ziemlich vorhersehbar, aber ganz ehrlich, welches Märchen ist das nicht? Ich verbeuge mich vor dem Autor, der es geschafft hat, aus alten Märchenelementen etwas ganz Neues zu schaffen. Die Handlung und auch die Sprache bewirken, dass ich mich ein bisschen in meine Kindheit versetzt gefühlt habe, auch wenn ich natürlich nie solche brutalen Märchen erzählt bekommen habe. ;)

    Fazit:
    Ein gar nicht bezauberndes Märchen voller Blut, kreiert von einem Märchenerzähler, der sein Handwerk versteht. Die Geschichte hat viele Ecken und Kanten, wie es sich eben für eine Erzählung dieser Art gehört. Das ist kurzweilige Unterhaltung vom feinsten - nicht mehr und nicht weniger. 7 Punkte (von 10).

    ! Ich bedanke mich bei arsEdition und Blogg dein Buch für die Bereitstellung dieses Buches !

    Kommentare:

    1. Ich mochte das Buch sehr. Ich glaube schon, dass der Autor sich an jüngere Leser damit wenden wollte. Er wollte halt eine Geschichte ganz in der Manier der Gebrüder Grimm erzählen und in deren Märchen war grausamer Mord- und Todschlag ja an der Tagesordnung. Und Märchen werden seit jeher vor allem Kindern vorgelesen. Ich glaube die halten das schon aus (natürlich nicht alle), gerade auch weil der Kommentator immer wieder mit Humor ein wenig auflockert. Ich fand die Einschübe ab einem bestimmten Zeitpunkt aber auch ein wenig nervig, v.a. weil sie sich oft wiederholt haben.

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      1. Stimmt, so gesehen hast du Recht. Ich hab das Buch vor kurzem meinem jüngeren Bruder vorgelesen und der fand das eher witzig, als gruslig. Ich denke das kommt immer auf die Einzelperson an.
        Danke für den Kommentar :)

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      2. Nichts zu danken :) Finde ich schön, dass du das Buch mit deinem Bruder teilen konntest :)

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      3. ich liebeee dieses buch.. auch wen es nicht für kleine kinder geignet ist ...
        ich würde es mit 11 lesen man fersteht dan alles besser.. also danke für den tipp :D

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