Freitag, 17. Juni 2011

Rezension: "Solange du da bist"

  • Autor: Marc Levy
  • Titel: Solange du da bist
  • Originaltitel: Et si c'était vrai
  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Blanvalet TB Verlag (16. Mai 2011)
  • ISBN-10: 3442377331
  • ISBN-13: 978-3442377336
  • Preis: 8,99 Euro

Ein bekannter Autor, ein bekanntes Buch - Nur ich kannte dieses Buch nicht. Als ich durch die Blanvalet-Verlagsvorschau darauf aufmerksam wurde (durch das schöne Cover), las ich mir den Klappentext durch und es stand fest - dieses Buch muss ich lesen! Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte.

Handlung: Lauren ist Single, Krankenschwester und eigentlich ziemlich zufrieden mit ihrem Leben in San Francisco. Eines Morgens macht sie sich auf den Weg zu Freunden - und kommt dort nie an, denn sie hat einen Unfall. Ein Arzt versucht sie am Unfallsort zu retten, doch jede Hilfe kommt scheinbar zu spät. Doch dann, wie durch ein Wunder, fängt Laurens Herz wieder an zu schlagen. Trotzdem gilt sie als klinisch tot, denn ihr Gehirn arbeitet nicht mehr. Sie liegt im Koma.

Arthur, ein Architekt, ist glücklich, als er die perfekte Wohnung für sich findet. Beim Einziehen passiert ihm etwas unglaubliches - er öffnet den Badezimmerschrank und findet darin eine Frau sitzend. Diese ist koplett aus dem Häuschen,als sie feststellt, dass er sie sehen kann und erzählt ihm eine Geschichte, die Arthur dazu bringt, an seinem Verstand zu zweifeln. Lauren, so hieße sie, ist mehr oder weniger nur ein Geist - ihr Körper liegt seit sechs Monaten im Koma im Krankenhaus. Arthur ist der erste, der sie sehen kann. Seine neue Wohnung ist ihre alte Wohnung. Arthur glaub ihr im ersten Moment nicht, aber als seine Umgebung anfängt zu denken, dass er Selbstgespräche führt, bleibt ihm nichts anderes übrig, als Lauren zu vertrauen.

Die beiden freunden sich an und verlieben sich langsam ineinander. Lauren bringt Arthur in lustige und peinliche Situationen. Arthur fängt mit Hilfe des Internets an, mehr über das Thema "Koma" zu lernen. Er möchte herausfinden, wie Lauren wieder in ihrem Körper aufwachen kann.
Eines Tages beschließen die Ärzte, mit Einverständnis Laurens Mutter, die lebenserhaltenden Methoden abzustellen, denn ein Platz auf der Intensivstation ist teuer und Lauren ist ja so oder so klinisch tot.

Arthur möchte Lauren nicht verlieren und ihm bleibt nichts anderes übrig, als sie, oder besser gesagt ihren Körper, mit Hilfe seines besten Freundes Paul in das Haus seiner verstorbenen Mutter zu entführen. Doch die Polizei ist ihnen auf den Fersen... Wird es Arthur gelingen, seine große Liebe zu retten?

Eigene Meinung:
Charaktere:
Lauren ist eine großartige Protagonistin. Sie ist schlagfertig, hat ein gutes Herz und ist ein wenig naiv. Sie jammert kaum rum und ist sehr neugierig. Es hat Spaß gemacht, zu verfolgen, wie sie Arthur in komische Siuationen bringt und auch wie liebevoll sie zu ihm ist. Ich habe sie schnell in mein Herz geschlossen.

Arthurs Art, Dinge wahrzunehmen, bis in kleinste Detail, macht ihn zu etwas ganz Besonderem. Er lässt sich auf etwas neues ein, indem er einem "Geist" hilft und das verändert ihn auch. Er ist unglaublich hilfsbereit und hat auch einen tollen Humor (seine Dialoge mit manchen Mitmenschen sind einfach großartig!).  Arthur handelt überlegt, auch wenn es manchmal gar nicht so wirkt - er verlässt sich auf das Schicksal. Lauren tut ihm gut und meiner Meinung nach sind Lauren und Arthur eins der schönsten Pärchen der heutigen Literatur, denn sie ergänzen sich perfekt.

Auch die anderen Charaktere sind sehr liebenswürdig und das einfach deshalb, weil der Autor ihnen durch schlagfertige, lustige Dialoge und verrrückte Taten so viel Leben einhaucht, dass sie wirklich lebendig wirken. Diese Geschichte lebt von ihren Charakteren.

Kritik:
Was für ein großartiges Buch! Eine Geschichte, die mich bestens unterhalten hat, die mich zum lachen gebracht hat und die mich fast zum weinen gebracht hat. Wunderschön! Aber der Reihe nach.

Wie schon oben erwähnt, lebt diese Geschichte von ihren einmaligen Charakteren. Ihre Dialoge haben mich die ganze Zeit zum grinsen gebracht, ich hoffte und fühlte mit jeder einzelnen Person. Marc Levy weiß, wie man Charaktere geschickt in die Geschichte einbindet, sodass es niemals langweilig mit ihnen wird.

Die Geschichte an sich ist unglaublich tragisch. Ein "lebendiger" Mann verliebt sich in eine Frau, die im Koma liegt, und wohl eher sterben als aufwachen wird. Ein schwieriges Thema, könnte man meinen, aber was macht der Autor? Er nimmt diese Idee und kreiert eine unterhaltsame, spannende, gefühlvolle Geschichte, die zwar berührt, aber keinesfalls bedrückt. Ich fieberte mit Arthur, ich wollte nicht, dass Lauren stirbt und ihn verlässt. Gefühle wurden durch Taten ausgedrückt, Worte wurden sorgfältig gewählt. Viele Passagen dieses Buches regen zum nachdenken an, weil sie philosophisch ausgedrückt werden, mit Sätzen, in denen Hoffnung, Zweifel und Leben eine wichtige Rolle spielen.

Das Ende - zwar wunderschön, aber es hat mich überhaupt nicht zufriedengestellt. Wie gut, dass es eine Fortsetzung gibt (siehe Zusatzinformationen)!

Es gibt so viele Stellen in diesem Buch, die ich am liebsten rausgeschrieben hätte, aber das wären zu viele geworden. So viele Weisheiten in einem Buch - Herr Levy, Sie haben das großartig gemeistert, ohne dass es langweilig wurde. Ein kleines Beispiel, eins von vielen:

"Die Zeit heilt alle Wunden,
wenn sie uns auch die Narben
nicht immer erspart."
- Seite 198


Schreibstil & Sichtweisen:
Der Schreibstil ist etwas ganz besonderes. Marc Levy schreibt gefühlvoll, voller Philiosophie, aber es liest sich sehr flüssig. Er lässt seine Geschichte leben und wenn ich das Buch zuschlug, dann war es so, als ob ich mir gerade einen tollen Film angeschaut habe, denn ich hatte die Bilder vor mir und wenn ich das Buch las, war ich komplett weg.

Der allwissende Erzähler erzählt die Geschichte. Dritte Person Präteritum. Das war ein wenig gewöhnungsbedürftig, denn sonst ist ja der Ich-Erzähler die oft verwendete Form des Erzählens, aber man gewöhnt sich dran und es schadet der Geschichte überhaupt nicht. Außerdem habe ich noch nie ein Buch gelesen, dass so viel indirekte Rede beinhaltete. Am Anfang fiel das echt auf und lies mich ein paar Mal stolpern, aber irgendwann, wenn man in der Handlung drin ist, fällt das überhaupt nicht mehr auf.

Cover:
Ein schlichtes, aber schönes Cover, das die Geschichte perfekt wiederspiegelt. Ein stiller Schatten einer Frau, vergänglich. Genauso wie diese Geschichte und wie Lauren, denn auch sie ist vergänglich, wer weiß, wie lang sie noch zu leben hat?

Fazit:
Eine wunderschöne Geschichte, die zeigt, dass man die Zeit, die man zur Verfügung hat, geniessen und nutzen sollte, solange sie noch da ist. Lesen! Lesen! Lesen! - Es lohnt sich wirklich. Verdiente 5 Sterne (von 5).


Zusatzinformationen:
"Solange ich bleibe" wurde auch verfilmt, in den Hauptrollen Reese Witherspoon und Mark Ruffalo. Es wurde anscheinend nicht nur die Namen der Hauptpersonen, sondern auch die Handlung ziemlich verändert (sagt zumindest Wikipedia). Außerdem hat das Buch auch eine Vortsetzung erhalten, "Zurück zu dir".


Das Filmplakat.


! Ein ganz großes Danke geht an den blanvalet-Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar des Titels zur Verfügung gestellt hat !

Kommentare:

  1. Vielen Dank =)
    Bisher gefällt mir das Buch eigentlich sehr gut, hab jetzt ca die Hälfte gelesen und gleich gehts weiter. ^^

    Deinen Blog kannte ich noch garnicht, gefällt mir gut :) Muss ich auch gleich mal verfolgen.

    Liebe Grüße

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  2. Danke für den Vorschlag. ich liebe Blackberry Handys. ♥
    Ich hab mir jetzt ein LG GT350 geholt, wegen der Tastatur und weil ich dringend ein Handy brauchte und kein anderes da war.
    Wie der Film war? Siehe Blog :P

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  3. Ohh ^^
    Ich weiß noch als ich den Film gesehen habe ^^Sooo schön ^^
    Ich hab ja damals schon überlegt ob ich mir das Buch dazu kaufen soll *-* aber jetzt bin ich mir ganz sicher ^^ Es muuuss auf meine Wunschliste *hihi* ^^

    Vielen Dank für die tolle Rezi!! ^

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  4. Viele Grüße von Blanvalet! Großer Autor, fantastisches Buch, toll rezensiert = Perfekt!

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  5. @Gwyneth: Freut mich, wenn dir mein Blog gefällt! :)

    @Lexy: Ok. ;)

    @Yukii: Nichts zu danken! :D

    @Anonym: Das freut mich, vielen Dank!

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  6. Den Film fand ich toll. Ich muss wohl noch das Buch dazu lesen. :)

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