Montag, 6. August 2012

Rezension: "Herzklopfen auf Französisch"

2 Meinungen

Ein Jahr in Paris? Die 17-jährige Anna könnte sich Besseres vorstellen, als in einem Land zur Schule zu gehen, dessen Sprache sie nicht spricht. Und dafür muss sie auch noch ihren Schwarm in Atlanta zurücklassen. Doch schon bald lernt die angehende Filmkritikerin das französische Leben zu schätzen: echter Kaffee, wunderschöne Gebäude und Kinos wohin man schaut! Vor allem der attraktive Étienne führt Anna durch das schöne Paris – und wird zu ihrem besten Freund. Doch als ihre Freundschaft immer enger wird, sind beide verunsichert – und das nicht nur, weil Étienne eine Freundin hat … via

>>Das hier ist alles, was mir zu Frankreich einfällt: die Filme Madeline, Die fabelhafte Welt der Amélie und Moulin Rouge.<< (Der erste Satz)


"Herzklopfen auf Französisch" hat einen unglaublich schnulzigen Titel, bezeichnet aber eine wunderschöne Geschichte, die mich sehr begeistern konnte. Meine Erwartungen waren zwar hoch, denn ich habe schon sehr viel positives über dieses Buch gehört, aber sie wurden sogar noch übertroffen.

Als ich den Klappentext zum ersten Mal gelesen habe, war mir auf der Stelle klar, dass das ein Buch für mich ist. Denn es spielt in Paris. Paris, die Stadt der Liebe, die schönste Stadt der Welt! Ich liebe Paris und deshalb liebe ich auch dieses Buch, denn hier wird Paris in all seinen Facetten dargestellt, die Atmosphäre und alles, was diese Stadt ausmacht. Wunderschön! Natürlich kommen auch Klischees nicht zu kurz, aber die machen diese Geschichte nur sympathischer.

Die Charaktere sind großartig ausgearbeitet. Dieses Buch war mehr wie ein Film, denn es war alles so lebendig beschrieben, die Handlungen der Charaktere so realistisch, dass das Kopfkino wie von selbst lief. Anna ist eine sehr angenehme, sympathische, intelligente und humorvolle Protagonistin, die aber auch ihre Macken hat. Und Étienne, der männliche Protagonist, ist ein Traummann in Person. Jede weibliche Leserin wird sich ein kleines bisschen in ihn verlieben, versprochen! ;)

Ganz besonders herausstechend sind die Gefühle, denn Anna (und auch Étienne) durchleben ganz verschiedene Phasen und erleben eine Achterbahn der Gefühle. Mal ist es Verzweiflung, wenn Anna nicht mehr weiterweiß, mal Hoffnung, dann Hass auf ihren Vater, der sie nach Frankreich geschickt hat, und dann Liebe, als ihr klar wird, was für ein toller Kerl Étienne ist. Das Besondere daran ist, dass der Leser extrem mitfühlt, man kann gar nicht anders, denn die Charaktere wachsen einem wirklich sehr ans Herz.

Neben der großen Liebe werden hier verschiedene Themen behandelt, z.B. das Verhältnis zu den Eltern, Vertrauen in einer Freundschaft, oder wie es ist, wenn man alleine in einem Land leben muss, dessen Sprache man nicht spricht. Das führt dazu, dass die Handlung sehr abwechslungsreich ist, Langweile ist hier ein Fremdwort. Man fühlt sich als Jugendlicher richtig verstanden, es macht einfach unglaublich Spaß, diese Geschichte zu lesen.

Einen Nachteil hat dieses Buch; es ist viel zu schnell vorbei. Die knapp 450 Seiten fliegen nur so dahin, nicht zuletzt wegen dem angenehmen Schreibstil, der einen tollen Lesefluss entstehen lässt.

Im Grunde kann man sagen, dass Frau Perkins ein perfektes Buch über die junge Liebe geschrieben hat. Es ist unglaublich romantisch und ehrlich, und es lebt von seinen fantastischen Charakteren (Ich sage nur Étienne <3). Der Schreibstil könnte nicht passender sein, gefühlvoll, aber lockerleicht. Abgerundet wird dieses Meisterwerk durch den Ort der Handlung, nämlich Paris, auch bekannt als "Stadt der Liebe", sehr passend wenn ihr mich fragt. ;) Ich kann nicht anders, "Herzklopfen auf Französisch" hat einfach die volle Punktzahl verdient - 10 Punkte (von 10).

Sonntag, 5. August 2012

Kurz und knackig #1

4 Meinungen

Kurze Einführung: In "Kurz und knackig" werde ich meine Meinung zu verschiedenen Büchern in einem Post kundtun, zu denen keine (Kurz)rezension schreiben werde. Die Meinung wird kurz (und knackig :P) zum Ausdruck gebracht, also eigentlich wie ein Fazit einer normalen Rezension. Ich hoffe, ihr seid nicht dagegen. :) Heute habe ich folgende Kurzmeinungen für euch:
"Wintermädchen" von Laurie Halse Anderson 
Ich hatte so meine Probleme mit diesem Buch. Um sich ganz auf diese Geschichte einlassen zu können, muss man in einer ganz bestimmten Stimmung sein. Das war ich nicht, und das hatte zur Folge, dass mich die Handlung unglaublich depremiert und mitgenommen hat. Diese Geschichte ist wirklich heftig, denn das Hauptthema, Magersucht, wird sehr ehrlich und realitätsnah geschildert, man fühlt sich fast selbst krank. Lia, die Protagonistin, ist eine interessante Persönlichkeit und durch ihre Schilderungen bekommt man einen sehr klaren Einblick in diese Krankheit. Außerdem musste ich mich zuerst an den Schreibstil gewöhnen. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das so viele Metaphern aufweist. Dieser Stil ist sehr besonders, aber auch etwas anstrengend. "Wintermädchen" ist ein sehr ehrliches Buch, sehr emotional und aufwühlend. Man muss sich auf die Geschichte einlassen, aber es lohnt sich wirklich.

"Nick & Norah - Soundtrack einer Nacht" von Rachel Cohn und David Levithan
Was für ein geniales Buch! Am liebsten würde ich es gleich nochmal lesen, denn diese Geschichte macht einfach Spaß. Es ist unglaublich witzig, nicht zuletzt wegen dem tollen Schreibstil, die Handlung ist sehr kurzweilig, aber unterhaltsam, und die Charaktere sind alle so liebeswürdig, dass ich richtig traurig war, als ich das Buch fertig gelesen hatte. Auch der Handlungsort, New York City bei Nacht, versprüht einen gewissen Charme, der diese süße Geschichte ausmacht. "Nick & Norah" war eine riesengroße Überraschung, welche ich wirklich jedem empfehlen kann.
  
"We all fall down" von Eric Walters
Dieses Buch hat mich wirklich enttäuscht. Das traurige Thema ist uns allen bekannt, der Anschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001, eine unglaublich traurige und komplexe Thematik, aus der man so viel rausholen kann. Leider wurde sie hier nur oberflächlich erzählt, es wurde mehr auf den Protagonisten und die Beziehung zu seinem Vater eingegangen. Die knapp 200 Seiten waren wahrscheinlich einfach zu wenig, um das ganze Potential auszuschöpfen. Das Buch ist zwar relativ spannend, aber zu oberflächlich gehalten. Ich habe mehr erwartet. 

"ZWEIundDIESELBE" von Mary E. Pearson
Eine wirklich sehr interessante Dystopie mit sehr interessanten Charakteren. Jenna, die Protagonistin, wirkt  sehr sympathisch, sie weiß, ebenso wie der Leser, nicht, wer sie eigentlich ist, ihre Schicksal weiß zu berühren. Die Handlung wirft sehr viele Fragen auf, lässt den Leser viel nachdenken und mitfühlen. Ein Buch zum hinterfragen, denn vielleicht sind wir selbst gar nicht mehr so weit von diesem Szenario entfernt. "Zweiunddieselbe" lebt von der Verzweiflung, die in Jenna herrscht und den ganzen Lebensfragen, die aufkommen. Der Schreibstil ist herausstechend, kurze und lange Sätze wechseln sich ab und verdeutlichen so Jennas verschiedene Phasen. Ein sehr besonderes und berührendes Buch, das man wirklich lesen sollte, einfach, um darüber nachdenken zu können, denn manchmal ist das ständige Hinterfragen gar nicht so verkehrt.

"Fame Junkies" von Morton Rhue
Die Bücher von Morton Rhue (auch bekannt als Todd Strasser) mag ich sehr gerne. Auch dieses hier. "Fame Junkies" ist ein sehr kurzweiliges, aber unterhaltsames Lesevergnügen, ein leichter Jugendthriller. Das Buch behandelt ein sehr interessantes Thema, nämlich die Bedeutung von Promis in unserer Zeit. Nebenbei werden auch Theman angeschnitten, die alle Jugendliche haben, wie z.B. die erste Liebe oder Probleme mit den Eltern. "Fame Junkies" ist sehr interessant geschrieben, die Kapitel sind nicht chronologisch geordnet und es gibt sehr viele Erzähler. Das führt zuerst zu Verwirrung, doch man gewöhnt sich schnell dran, denn dieses "Durcheinander" lässt Spannung entstehen. Der Erzählsstil ist einfach und leicht jugendlich, sodass sich das Buch sehr schnell durchlesen lässt. Ein gutes und unterhaltsames Werk, ganz so wie wir es von diesem Autor gewohnt sind.