Posts mit dem Label Fischer Verlage werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fischer Verlage werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 8. Juni 2012

Rezension: "Die Poison Diaries 2"

2 Meinungen

http://www.fischerverlage.de/media/fs/15/u1_978-3-8414-2125-8.jpg
  • Titel: Die Poison Diaries 2
  • Originaltitel: The Poison Diaries 02. Nightshade
  • Autorin: Maryrose Wood
  • Übersetzerin: Alexandra Ernst
  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: Fischer FJB
  • Deutsche VÖ: 8. März 2012 
  • ISBN-10: 3841421253
  • ISBN-13: 978-3841421258

Achtung: Dies ist der zweite Teil einer Reihe, diese Rezension enthält Spoiler für den ersten Teil. Die Rezension zu Teil 1 der Reihe findet man hier.


Handlung: 
Jessamine hat ihre Unschuld verloren – und den Mann, den sie liebt. Sie weiß, wer die Schuld daran trägt, und sie wird ihn umbringen. Sie wird ihren eigenen Vater mit seinen giftigen Gewächsen töten, die ihm stets mehr wert gewesen sind als seine Tochter. Wird Jessamine ihre große Liebe Weed wiederfinden? Denn nur die Liebe vermag ein bitteres Herz zu heilen ... Vergiss niemals: Was zu heilen vermag, das kann auch töten! via

Auch Weed versucht, seine Jessamine wiederzufinden, denn er erkennt, dass seine Herzensdame in großer Gefahr schwebt. Oleander, der Giftprinz höchstpersönlich umgarnt Jessamine nämlich und verändert sie immer mehr, sodass sie sich in eine ganz andere Person verwandelt. Weeds Reise geht über England hinaus, nach Italien, wo er hofft, endlich rauszufinden, wo seine Geliebte ist... Wird es den beiden gelingen, sich wiederzufinden? Oder entscheidet sich Jessamine gegen Weed - und für den Giftprinzen?


Meine Meinung:
Dieses Buch ist die Fortsetzung zu "Die Poison Diaries 1", ein Buch, welches mir sehr gefallen hat. Natürlich habe ich gehofft, dass auch der zweite Teil an den ersten heranreicht, meine Erwartungen waren hoch, nicht zuletzt wegen den zahlreichen positiven Kritiken. Nun, leider muss ich sagen, dass sie bei weitem nicht erfüllt wurden. Schade eigentlich, denn die Autorin hat mit dem ersten Teil bewiesen, dass es ihr nicht an Talent mangelt.

Allein der Anfang des Buches hat mich ziemlich verstört; die naive und unwissende Jessamine aus "Poison Diaries 1" ist zu einer starken Persönlichkeit geworden, die auch gerne über Leichen geht. Wortwörtlich. Ich habe sie kaum wiedererkannt, sie ist entschlossener und mutiger als je zuvor. Woran man das merkt? Womöglich an dem Entschluss, ihren eigenen Vater zu ermorden, den Mann, der sie großgezogen hat, zwar nicht immer mit den richtigen Mitteln, aber trotzdem. Jessamine passt sein Verhalten nicht, und was macht man in so einem Fall? Natürlich, man ermordet die Person. Ehrlich gesagt war mir die Jessamine aus Teil eins lieber. Die war nämlich nicht so skrupellos und irgendwie menschlicher, egal wie naiv sie auch sein mochte.

Auch andere Taten von Jessamine (ich sag nur Rye) zeigten deutlich, wie sehr sie sich verändert hat. Natürlich trägt auch der Giftprinz die Schuld daran, der am Ende von Teil 1 auftauchte, und beschloss, Jessamine und Weed das Leben schwer zu machen. Es ist trotz allem bewundernswert, wie die Autorin es schafft, Jessamines Wandlung nachvollziehbar darzustellen (nur am Anfang ging es mir ein wenig zu schnell).

Wo wir schon bei den Charakteren sind, können wir gleich mit der zweiten Hauptperson neben Jessamine weitermachen, nämlich ihrem Verlobten Weed. Moment mal...Weed? Wer war das nochmal? Weed ist kein Charakter, der nachhaltig im Gedächnis des Lesers bleibt. Er ist irgendwie schwächlich, wenn auch sehr entschlossen, seine große Liebe Jessamine wieder zu finden. Wirklich sympathisch waren mir beide Protoganisten nicht. Und wenn das so ist, dann fällt es dem Leser selbstverständlich schwer, das Buch zu geniessen, da kann die Handlung so gut sein wie sie will.

Nur schade, dass auch die Handlung mich nicht überzeugen konnte. Sie war sehr verwirrend und einige Passagen waren meiner Meinung nach unnötig. Es wurde wieder aus zwei verschiedenen Sichten erzählt und trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, wollte keine Spannung aufkommen. Allerdings fand ich den Wechsel zwischen den Orten, an denen die Geschichte spielt, ziemlich gelungen. Ich konnte mich immer wieder schnell einfinden und die Atmosphäre hat auch immer gepasst.

Insgesamt betrachtet ist die Idee, die hinter dieser Reihe steckt, durchaus interessant und hat ohne Frage viel Potential. "Die Poison Diaries" sind keine typischen Fantasybücher, denn sie sind historisch und außerdem stehen hier Pflanzen (anstatt Vampiren oder Werwölfen) im Vordergrund. Dass diese auch noch reden können und nur Weed sie verstehen kann, setzt dem Ganzen natürlich noch die Krone auf. Und es hat ja auch so gut angefangen, der erste Teil hat mich überzeugt - im Gegensatz zum zweiten Teil. Die Mittelteile einer Reihe haben es immer schwer, das ist allgemein bekannt und ich hoffe, dass die Autorin in dem Abschluss dieser Trilogie (erscheint im Februar 2013 auf englisch) noch einmal zeigen wird, was sie kann. Ob ich das Buch lesen werde, kann ich allerdings noch nicht sagen.

Am meisten hat mir an diesem Buch der Schreibstil gefallen. Er hat etwas poetisches an sich, lässt sich trotzdem sehr schnell und flüssig lesen und passt perfekt in die Zeit rein, in der die Geschichte spielt. Maryrose Wood schreibt nicht übertrieben ausschweifend, sondern sehr gefühlvoll und kreativ. Auch die Übersetzerin Alexandra Ernst hat sehr gute Arbeit geleistet, denn mein Lesefluss wurde nie durch irgendwelche verschachtelten Sätze oder komische Formulierungen gestört.

Fazit:
Ein sehr enttäuschender zweiter Teil dieser Reihe, mit unsympathischen Protagonisten und wirrer (wenn auch actionreicher) Handlung. Sehr schade eigentlich, denn die Autorin kann auch anders (das hat sie schließlich in Teil eins gezeigt) und auch die Idee hat sehr viel Potential. Alle, die den ersten Band mochten, rate ich, es auch mit diesem Buch zu probieren. Denjenigen, die schon den ersten Teil nicht mochten, kann ich dieses Buch nicht empfehlen. Der wunderschöne Schreibstil ist wohl das Beste am ganzen Buch und verleitet mich dazu, schwache 4 Punkte (von 10) zu vergeben.

! Ich bedanke mich beim FJB Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares !

Montag, 4. Juni 2012

Rezension: "Dragons Schwur: Eine House of Night Story"

0 Meinungen
http://www.weltbild.de/media/ab/2/039166828-dragons-schwur.jpg


  •  Titel: Dragons Schwur
  • Originaltitel: Dragon's Oath
  • Autorin: P.C. und Kristin Cast 
  • Übersetzerin: Susanne Goga-Klinkenberg 
  • Gebundene Ausgabe: 175 Seiten
  • Verlag: Fischer Fjb
  • Deutsche VÖ: 17. Februar 2012
  • ISBN-10: 3841422136
  • ISBN-13: 978-3841422132

  •   
    Handlung:
    Als Vampyr Gezeichnet. Von der Liebe geblendet. An einen Schwur gekettet. Lange bevor Zoey Gezeichnet wurde ... bevor sie ins House of Night eintrat ... bevor sie den Kampf gegen das Böse aufnahm gab es schon einen, der dort seit langem lebte: Dragon Lankford, Schwertmeister und Krieger. Dies ist seine Geschichte.
    Vom eigenen Vater verstoßen, der ihn im Jahre 1830 auf ein Schiff nach Amerika verbannt, wird Dragon Lankford noch im Hafen von London als Jungvampyr Gezeichnet. Doch das Leben als Vampyr im Amerika des 19. Jahrhunderts ist gefährlich. In St. Louis wird er zum Schwertmeister ausgebildet. Sein neues Leben birgt nicht nur viele Gefahren, sondern hält auch einige Vergünstigungen bereit. Denn da ist Anastasia, die junge, bildhübsche Lehrerin für Zauberei und Rituale, die sein Leben für immer verändern wird. Doch noch ist der Kampf gegen das Böse nicht gewonnen. Kann er sie beide retten? via


    Meine Meinung:
    Dragons Schwur ist ein kleines Büchlein, das in der Vampyr-Welt von P.C. und Kristin Cast spielt. Es ist eine Ergänzung zu der House of Night-Reihe, die mittlerweile schon neun Teile umfasst. Mit der Geschichte, die in diesen Büchern erzählt wird, hat "Dragons Schwur" aber nicht allzu viel zu tun. Trotzdem sollte man die Reihe gelesen haben und sich in dieser Vampyr-Welt auskennen, um Drangons Geschichte folgen zu können. Diejenigen, die die Hintergrundinfos nicht haben, könnten sich schnell langweilen. Daher: House of Night-Fans werden Gefallen an dieser Geschichte finden - alle anderen: Finger weg!

    Eine nette Ergänzung, nicht unbedingt nötig, aber unterhaltsam, das ist dieses Buch. Es erzählt die Geschichte von Dragon Lankford, dem Lehrer am House of Night, der auch in den anderen Büchern der Reihe vorkommt. Die Handlung ist teilweise verwirrend, z.B. ich wusste nicht immer, wie viel Zeit zwischen den einzelnen Erzählpassagen verstrichen war. Auch das Ende, oder vor allem der letzte Satz, lies mich etwas irritiert zurück. Das kann natürlich auch daran liegen, dass ich bis jetzt nur die ersten sechs Teile der Reihe gelesen habe, und mir deshalb ein paar Informationen fehlen. Vielleicht wäre die Geschichte an sich schlüssiger, wenn ich schon mehr wüsste.

    Ich weiß nicht, wann genau man das Buch lesen sollte, um nicht gespoilert zu werden. Wie gesagt, ich bin erst beim Band sechs der House of Night-Reihe. Das hatte auch zur Folge, dass ich schon im ersten Kapitel einem großen Spoiler begegnete. Daher Achtung, ihr solltet wahrscheinlich die ersten acht Bände kennen, bevor ihr zu diesem Buch greift!

    Die Geschichte an sich ist sehr interessant und unterhaltsam. Die Charaktere sind sympathisch, auch wenn man durch die geringe Seitenzahl keine Bindung zu ihnen aufbauen kann. Langweilig wird es während dem Lesen nicht, denn - wir sind es nicht anders von dem Autorenduo gewöhnt - es passiert alles ziemlich schnell, Schlag auf Schlag. Das ist auch einer von den Gründen, warum man das Buch wunderbar in einem Rutsch durchlesen kann. Viel mehr als zwei Stunden wird man nicht brauchen, denn die Schrift ist groß, die Seiten klein, die Seitenzahl beträgt knapp 180 Seiten. Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen, auch wenn er in Rekordzeit zwischen gehoben und jugendlich wechselt.

    Die Aufmachung gefällt mir wirklich gut, das Buch ist ziemlich klein und dünn, aber hochwertig, mit wunderschönen Verzierungen und Bildern, die die Geschichte aufwerten. Äußerlich passt "Dragons Schwur" perfekt zu der House of Night-Reihe, auch wenn diese ein ganzes Stück größer ist. Wenn man den Schutzumschlag abnimmt, ist das Buch wie gewohnt schwarz, auf dem Buchrücken ist in heller blauer Schrift der Titel geschrieben. Das Cover zeigt ein Schwert, in dem sich eine junge, blonde Frau spiegelt. Es passt wirklich gut zur Geschichte, denn sowohl das Schwert, als auch die junge Frau spielen in dieser Geschichte eine entscheidende Rolle.

    Fazit:
    "Dragons Schwur" ist eine nette Ergänzung zu der House of Night-Reihe, die aber nicht unbedingt nötig war (soweit ich das beurteilen kann, da ich noch nicht die ganze Reihe gelesen habe). Fans des House of Night werden Gefallen daran finden, der Rest wohl eher nicht. Aufgrund der geringen Seitenzahl konnte die Handlung und auch die Charaktere nicht wirklich aufblühen, gut unterhalten wurde ich trotzdem. Daher gibt es 6 Punkte (von 10).


    ! Ich bedanke mich bei Fischer FJB für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars !

    Montag, 12. März 2012

    Rezension: "Daughter of Smoke and Bone"

    9 Meinungen
  • Titel: Daughter of Smoke and Bone - Zwischen den Welten
  • Autorin: Laini Taylor
  • Übersetzerinnen: Anna Julie und Chrsitine Strüh
  • Originaltitel: Daughter of Smoke and Bone
  • Gebundene Ausgabe: 491 Seiten
  • Verlag: Fischer Fjb
  • Deutsche VÖ: 23. Februar 2012
  • ISBN-10: 3841421369
  • ISBN-13: 978-3841421364


  • Handlung:
    Karou ist etwas Besonderes. Sie hat blaue Haare so glänzend wie Seide und filigrane Tattoos. Sie ist in den düsteren Gassen Prags genauso zuhause wie auf den Märkten von Marrakesch, und sie spricht fast alle Sprachen der Welt, nicht nur die der Menschen. Doch Karou hat ein Geheimnis. Manchmal verschwindet sie für Tage, ohne jemandem zu sagen wohin. Außerdem kennt nicht einmal sie selbst ihre wahre Herkunft.
    Bis eines Tages auf der ganzen Welt mysteriöse schwarze Handabdrücke an Türen erscheinen. Geflügelte Fremde, die durch einen Spalt im Himmel geschlüpft sind, brennen sie in Holz und Metall. Einen von Ihnen trifft Karou in der pulsierenden Altstadt von Marrakesch – und eine Liebe beginnt, deren Wurzeln tief in eine gewalttätige Vergangenheit reichen.
    Am Ende wird sie mehr über sich erfahren, als sie sich jemals hätte vorstellen können. (via Verlag)



    "Es war einmal, da verliebten sich ein Engel und ein Teufel ineinander.
    Es ging nicht gut aus." - S.7


    Meine Meinung

    Es kommt nicht oft vor, dass ich schon am Anfang meiner Rezension schreibe, wie ich das Buch fand. Aber hier muss es sein: Schon lange habe ich kein so gutes Fantasybuch gelesen. Urban-Fantasy, um genau zu sein. Wahnsinn. Als "Viel-Leser" sammelt man immer mehr verschiedene Eindrücke mit Büchern und die Erwartungen steigen. Es ist nicht einfach, einen "erfahrenen" Leser und beeindrucken oder zu überzeugen. Nun, was soll ich sagen? "Daughter of Smoke and Bone" hat dies absolut geschafft. Ich verbeuge mich vor Laini Taylor, der Autorin dieses Buches, denn sie hat nicht nur eine wunderbare Geschichte verfasst, nein, sie hat ihre ganze Kreativität benutzt. Was für ein Ideenreichtum, bleibt mir da nur noch zu sagen.

    Das richtige Maß bei einem Urban-Fantasybuch zu finden, erweist sich oft als schwer. Entweder man hat zu viel von allem - zu viele Beschreibungen, Charaktere, Eindrücke, Dimensionen. Oder zu wenig - zu wenig Gefühl und Teifgründigkeit zum Beispiel.
    Doch nun könnt ihr euch sicher sein, dass es tatsächlich noch die goldene Mitte gibt: "Daughter of Smoke and Bone". Ihr sucht ein Fantasybuch, eins von den Guten? Lest dieses hier - es ist mit Sicherheit eins von den Besten.

    Das Wichtigste an einem Roman sind die Charaktere, denn erst diese können eine Geschichte so richtig interessant machen, so wie auch hier. Karou ist ein Traum von Protagonistin. Stark und selbstbewusst, trotzdem sehr menschlich und voller Humor. Intelligent und sarkastisch. Oft war ich beeindruckt, wie mutig sie doch ist, obwohl sie gleichzeitig so verletzbar wirkt. Karou ist sehr besonders, und das nicht nur, weil sie blaue Haare hat. So ein Mädchen möchte doch jeder als beste Freundin haben, oder zumindest als Protagonistin in seinem Buch. ;)
    Auch Akiva, die zweite Hauptperson, hat mich von Anfang an fasziniert. Er ist mysteriös geheimnisvoll und doch so gefühlvoll, dass es dem Leser den Atem nimmt. Ihr denkt jetzt vielleicht, ich übertreibe, aber nein! Taucht ein in Karous Welt und lasst euch von den Charakteren bezaubern. Bildet euch eure eigene Meinung - sie wird sich nicht allzu von meiner unterscheiden.
    Die Autorin beschreibt die Charaktere nicht nur, sie lässt sie leben.

    Auch die Handlung hat mich absolut fasziniert. Wie viel Kreativität ist nötig, um so etwas zu verfassen? Ich hatte nie das Gefühl, dass ich schon mal so etwas derartiges gelesen habe; Wesen, halb Mensch, halb Tier, führen Krieg gegen Engel. Und Karou ist mittendrin. Schon allein diese kurze Beschreibung verrät, wie viel Spannung und Komplexitität in dieser Geschichte vorhanden sein muss.
    Langweilig wurde es nicht, dafür sehr tiefgründig. Ich finde gar keine Worte, um zu beschreiben, was für ein Werk Laini Taylor da geschaffen hat. So komplex. So faszinierend. So anders.
    Hier ist für jeden was dabei, es geht um Familie, um Freundschaften, um das reale Leben und auch um das Leben außerhalb des Vorstellbaren. Es geht um Vertrauen, um Geheimnisse und natürlich kommt auch die Liebe nicht allzu kurz. Jeder kommt hier auf seine Kosten - Abwechslung heißt das Zauberwort.
    Besonders aufgefallen ist mir außerdem die Tatsache, dass es dem Leser nur schwer fällt, Gut und Böse zu unterscheiden. Man weiß selber nicht, auf wessen Seite man stehen soll und ich denke, genau das macht den Reiz von "Daughter of Smoke and Bone" aus.

    Die ersten drei Viertel des Buches spielen im "Jetzt", das letzte Viertel ist ein Flashback. Hier habe ich meinen einzigen Kritikpunkt, den das letzte Viertel wies meiner Meinung nach einige kleine Längen auf. Sicherlich nicht störend und auch nicht auffällig, nur ist es eben so, dass man gerade auf diesen letzten Seiten förmlich an den Seiten klebt, um die Auflösungen der Geheimnisse zu erfahren, um zu erfahren, wie das alles ein Ende nimmt. Da fallen Längen eben auf, ganz egal, wie groß oder klein sie sind.
    Das Ende hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn es ein gemeiner Cliffhanger ist - ich fand es trotzdem sehr passend. Nun möchte ich aber natürlich sofort den nächsten Teil weiterlesen, aber da werde ich mich wohl noch gedulden müssen. Leider.

    Ich möchte noch kurz auf den Schreibstil von Laini Taylor eingehen, denn sie schreibt sehr besonders. Nicht immer, aber oft ein wenig poetisch, sie verwendet wunderschöne Metaphern und lässt die Geschichte lebendig werden. Ab der ersten Seite habe ich jedes einzelne Wort genossen. Ein kleines Bespiel für diese bildliche Sprache:

    "(...) Von anderen - monumentalen, furchtbaren - Dingen erzählte
    er ihr nicht, sondern streifte sie nur, so behutsam, wie man den Rand
    einer Wunde berührt, um zu sehen, ob sie noch weh tut." - S.269

    Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch die Gestaltung des Buches, die die Geschichte perfekt ergänzt. Unter dem Schutzumschlag sieht man noch einmal das Cover, nur als Skizze, wie mit einem violetten Stift auf hellblauem Papier. Wunderschön.

    Fazit:
    Urban-Fantasy auf höchstem Niveau. Eine komplexe und faszinierende Geschichte, ergänzt durch grandios ausgearbeitete Charaktere, eingebettet in einem wunderbaren Schreibstil, verschönert durch die unglaubliche Gestaltung. Dieses Buch hat es verdient gelesen zu werden, also tut mir den Gefallen und lasst euch von Karou mit auf eine Reise nehmen, die sich lohnt. Ihr werdet genauso begeistert von diesem (fast) perfektem Buch sein, wie ich - versprochen! 9 Punkte (von 10).

     
    ! Ich bedanke mich bei den Fischer Verlagen für dieses wunderbare Rezensionsexemplar !

    Dienstag, 9. August 2011

    Kurzrezension: "Versucht - House of Night 6"

    0 Meinungen
    Achtung: Dies ist der sechste Teil der Reihe, daher können Spoiler für die ersten fünf Teile nicht verhindert werden!

    Infos/Kaufen? Klick hier!

    Um was geht's? Nachdem Zoey und ihre Freunde Kalona und Neferet aus Tulsa vertrieben haben, hätten sie eigentlich eine Pause verdient. Aber obwohl Zoey und ihr sexy Krieger Stark sich erst einmal von ihrer Begegnung mit dem Tod erholen müssten und auch die Jungvampyre die Nachwirkungen von Neferets Terrorherrschaft zu verarbeiten hätten, ist ihnen allen keine Ruhe vergönnt.
    Stevie Rae glaubt mit ihren außergewöhnlichen Kräften gut allein all das regeln zu können, was sie vor ihren Freunden verheimlicht. Doch eine mysteriöse und beängstigende Macht breitet sich in den Tunneln unter Tulsa aus. Aber Stevie Rae will nicht sagen, was dort vor sich geht und was sie dort gemacht hat. Allmählich beginnt Zoey sich zu fragen, wie sehr sie ihr noch vertrauen kann.
    Werden sie die richtigen Entscheidungen treffen oder werden dunkle Mächte das House of Night zerstören? (via amazon)


    Meine Meinung: Wie immer geht es da weiter, wo der letzte Band aufgehört hat, doch anders als die letzten Male, hatte ich Probleme, mich in die Geschichte einzufinden.
    Das was im letzten Band passiert ist, wird kaum erläutert, sodass lange Abstände zwischen den Büchern nicht sehr sinnvoll sind. Es wäre besser, wenn man sie hintereinander lesen könnte.
    Was neu ist: Diesmal wird nicht nur aus Zoeys Sicht erzählt, die anderen Charaktere kommen auch zu Wort. Allerdings werden diese Kapitel in der dritten Form erzählt, Zoeys Kapitel nach wie vor in der ersten.
    Ich hatte das Gefühl, dass die Handlung nicht vorankommt, es gibt viele (teils sinnlose) Dialoge, viel Gequatsche was Zoeys Liebesleben angeht und die ganze Handlung rund um Kalona ist verwirrend.
    Und wenn wir schon bei Zoeys Liebesleben sind: Madame nervt wirklich mit ihrer Unentschlossenheit. Ich persönlich finde es einfach unfair gleich drei (bzw. vier!) Typen gleichzeitig am Start zu haben. Dass sie sich nicht entscheiden kann, ist uns allen klar, aber trotzdem: die Typen nehmen das einfach so hin? Irgendwie unglaubwürdig.
    Trotzdem bietet dieses Buch viel Potential für die folgenden Bände, die ich auf jeden Fall auch lesen werde, denn "House of Night" ist immer schnell durchgelesen und hat einen großen Unterhaltungsfaktor, sodass selten Langweile aufkommt.
    Das Ende dafür war wirklich gut. Es hat mich sprachlos und geschockt zurückgelassen. Solche Cliffhanger gehören doch verboten!;)
    Der Schreibstil wirkte erwachsener als in den Bänden zuvor, weniger Beleidingungen und Flüche. Das Cover mag ich wirklich sehr, ich schätze es zeigt Zoey und Stark im Vordergrund und Heath im Hintergrund.
    Insgesamt kann ich sagen, dass das Buch (wie alle Teile dieser Reihe) gut unterhält, aber leider hinter dem Vorgänger zurückbleibt.  Das macht gute 3 Sterne (von 5).

    Donnerstag, 14. Juli 2011

    Rezension: "Ich werde immer da sein, wo du auch bist"

    5 Meinungen
  • Autorin: Nina LaCour

  • Titel: Ich werde immer da sein, wo du auch bist

  • Originaltitel: Hold still

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten 

  • Verlag: Fischer (10. März 2011) 

  • ISBN-10: 359685413

  • ISBN-13: 978-3596854134 

  • Teil einer Reihe? Nein



  • Seit ich dieses Cover gesehen habe, wusste ich, dass ich dieses Buch haben muss. Auch der Klappentext gefiel mir sehr, sodass das Buch ganz oben auf meiner Wunschliste landete. Und ich kann sagen, dass die Entscheidung, das Buch zu lesen, sehr richtig war, ich habe jede einzelne Seite genossen.


    Handlung:
    Caitlin und Ingrid, Ingrid und Caitlin.
    Sie waren ein Herz und eine Seele, beste Freundinnen, wie Schwestern.
    Doch jetzt ist alles anders, denn Ingrid ist tot.
    Sie hat sich selbst das Leben genommen und Caitlin völlig verstört zurückgelassen.
    Hätte Caitlin Ingrid retten können? Warum musste es so weit kommen?
    Caitlin sondert sich immer mehr ab, denn sie hat viele Fragen und diese Fragen kann ihr niemand beantworten. Außer Ingrid selbst.

    Doch dann findet Caitlin Ingrids Tagebuch unter ihrem Bett und mit jeder Seite versteht sie Ingrids Beweggründe, sich das Leben zu nehmen besser.
    Trotzdem ist es schwer für sie, sich an ein Leben ohne Ingrid zu gewöhnen. Sie muss lernen, mit dem Verlust umzugehen.
    Das Tagebuch hilft ihr dabei. Und auch ihre neuen Freunde helfen ihr, sich ein Leben ohne Ingrid aufzubauen und es zu geniessen.

    Meine Meinung

    Charaktere:
    Caitlin steht auf der Liste der angenehmsten Protagonisten ganz weit oben.
    Man leidet und fühlt von der ersten Seite an mit ihr. Sie wird so lebendig und traurig dargestellt, sodass man sie sofort in sein Herz schließt.
    Ich habe jede Minute, in der ich etwas über gelesen habe, mitgefühlt und teilweise wirklich ihre Gefühle geteilt.
    Während des Lesens wurde sie immer mehr zu einer Freundin, der man helfen will, aber es geht nicht und deshalb hofft man die ganze Zeit, dass sie es schafft, sich ein "normales" Leben aufzubauen. Sie hat Ecken und Kanten, ist eine tolle Persönlichkeit.
    Wenn man überlegt, was sie alles durchgemacht hat, merkt man, wie stark Caitlin ist.
    Ein tolles Mädchen, das eine wunderbare Protanonistin abgibt.

    Im Buch gibt es einige Personen, und sie sind alle sehr unterschiedlich, sodass man keine Probleme mit der Unterscheidung hat.
    Bei machen weiß man nicht, ob man sie mögen soll, oder nicht. Manche sind undurchschaubar, manche machen eine Wandlung durch und sie alle helfen Caitlin, die einen mehr, die anderen weniger. Ich habe jeden von ihnen in mein Herz geschlossen und war traurig, als das Buch zu Ende war.

    Kritik:
    Was mich dazu gebracht hat, das Buch zu lesen, das war die Idee dahinter. Zwei beste Freundinnen, eine nimmt sich das Leben und hinterlässt der anderen ihr Tagebuch mit Antworten auf ihre Fragen. Eine interessante Idee, man hätte aber viel falsch machen können bei der Umsetzung.
    Nina LaCour hat alles richtig gemacht.
    Das Buch ist so gelungen, weil Gefühle darin eine große Rolle spielen und diese zahlreichen Gefühle kommen perfekt rüber und werden auf den Leser übertragen.

    Auch dass die Geschichte über ein ganzes Jahr hinweg spielt, fand ich sehr gut, denn so hat man als Leser die Chance, Caitlins Wandlung mitzuerleben und Stück für Stück zu beobachten, wie sie sich ein Leben ohne Ingrid aufbaut. Außerdem sieht man, wie lang die Trauer um Ingrid auf Caitlin lastet, ganz verschwinden wird sie wohl nie.

    Die einzelnen Passagen, die Seiten aus Ingrids Tagebuch zeigen, fand ich klasse, denn Ingrid hatte eine sehr interessante Art, in ihr Tagebuch zu schreiben. Sie schrieb die einzelnen Einträge wie Briefe, z.B. "Liebe Mom..." oder "Liebes Heute...".

    Am Anfang des Buches wirkte die Erzählweise emotionslos. Nach und nach aber verändert sie sich in eine frische Erzählstimme und so wurde auch der Erzählstil Caitlins Entwicklung angepasst.

    Caitlin hat eine ganz besondere Leidenschaft: die Fotografie. Diese wurde geschickt in der Handlung verstrickt. Das war ein großer Pluspunkt, denn auch ich fotografiere sehr gerne, aber nicht nur die, die gerne fotografieren werden ihren Spaß an Caitlins Beschreibungen haben, denn ihre Freude an der Fotografie kommt so lebendig rüber, dass sie einfach mitreist.

    So viel Tiefe hätte ich bei diesem Buch nicht erwartet, es hat mich berührt, mich nicht losgelassen und ich musste mehr als ein Mal mit den Tränen kämpfen. "Ich werde immer da sein, wo du auch bist" lohnt sich wirklich und deshalb kann ich nur sagen: LESEN!

    Schreibstil:
    Ein schöner, schlichter Schreibstil, der sich im Laufe der Geschichte zusammen mit Caitlin entwickelt. Oft ein wenig poetisch, manchmal aber auch abgehackt.
    Lässt sich wunderbar flüssig lesen und gefällt mir wirklich gut, denn Gefühle werden durch ihn problemlos vermittelt.

    Cover & Titel:
    Das Cover hat bewirkt, dass ich den Klappentext lesen wollte und der Klappentext hat bewirkt, dass ich das Buch lesen wollte. So einfach ist das.
    Ich habe das Cover zum ersten Mal gesehen und dachte mir: wow. Ein wunderschönes Bild, in dem ein Moment perfekt eingefangen wurde.
    Es zeigt ein Mädchen, mit ausgestreckten Armen. Das Mädchen lässt den Wind pusten und sieht glücklich aus. Ein sanftes Bild, das gleichzeitig so aussagekräftig ist.

    Auch der Titel spiegelt den Inhalt perfekt wieder. Obwohl er so lang ist, passt er perfekt. Nicht nur, dass der Satz auch in dem Buch vorkommt, sondern auch, weil die Aussage zu Ingrid und Caitlin passt.
    Aber auch der Originaltitel "Hold Still" gefällt mir wahnsinnig gut, denn er hat so etwas sanftes an sich. Stillhalten. Weiterleben. Einfach schön.

    Fazit:
    Ein unglaublich gefühlvolles, trauriges und schönes Buch , mit wunderbaren Charakteren, das ich jedem empfehlen würde. Es zeigt, wie wichtig die kleinen Augenblicke im Leben sind und macht nachdenklich. Absolut lesenswert. 5 Sterne (von 5).

    ! Ein ganz großes Dankeschön geht an den Fischer Schatzinsel-Verlag, der mir das Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat !