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Sonntag, 2. September 2012

Rezension: "Flames 'n' Roses - Lebe lieber übersinnlich"

6 Meinungen
Hi, ich bin Evie und eigentlich total normal. Dachte ich zumindest immer. Also, mit Ausnahme von meiner besten Freundin, die eine Meerjungfrau ist, und von meinem Exfreund einer Fee. Und abgesehen davon, dass ich die einzige Person auf der Welt bin, die die Tarnung von paranormalen Wesen durchschauen kann. Deswegen arbeite ich für die Internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler. So viel zum Thema normal.
Und dann ist Lend auf der Bildfläche erschienen. Lend ist supersüß, kann gut zuhören und ist ein Gestaltwandler. Und weil er in unsere Zentrale eingebrochen ist, steht nun meine ganze Welt auf dem Kopf und es ist die Rede von einer dunklen Prophezeiung, die leider bis ins Detail auf mich zutrifft.
Nee, böse bin ich nicht, das muss eine Verwechslung sein. Ich muss dem Ganzen auf den Grund gehen, denn ich will endlich wissen, wer ich wirklich bin, und: Ich will Lend nicht verlieren! via

>>Moment mal! Hast du etwa gerade - du hast doch wohl nicht gegähnt!<< (Der erste Satz)


"Flames'n'Roses" hat mich wirklich überrascht. Aufgrund des Covers habe ich eine typische, oberflächliche Mädchengeschichte erwartet, aber weit gefehlt! Klar, eine Mädchengeschichte ist es irgendwo auch, aber eine, die nicht so sehr an der Oberfläche kratzt, sondern auch tiefer geht. Hier wird Fantasy und das Leben einer 16jährigen sehr gelungen vereint. Allein die Idee ist wirklich super; ein junges Mädchen arbeitet für eine weltweite Organisation die Paranormale Wesen jagt. Ist das cool oder ist das cool? ;) Ab der ersten Seite an merkt man, dass es in diesem Buch sehr humor- und fantasievoll zugeht, die Lust, das Buch immer weiterzulesen, wächst mit jeder Zeile. Ich brauche wohl nicht extra zu sagen, dass ich "Flames'n'Roses" ohne zu zögern als einen absoluten Pageturner bezeichnen würde.

Die Protagonistin Evie ist einfach nur süß. Allein, dass sie sich angewöhnt hat, anstatt eines Kraftausdrucks immer "Piep" zu sagen, macht sie extrem sympathisch. Und nicht nur das; Evie ist zwar ein typisches Mädchen, das die Farbe rosa über alles liebt und selten top gestylt aus dem Haus geht, sie ist aber auch sehr bodenständig. Sie hat kein Problem damit, ihre Gefühle zu zeigen und ist sich der Konsequenzen ihrer Taten stets bewusst. Für ihre 16 Jahre wirkt sie oft sehr eigenständig und reif, ist nebenbei sehr humorvoll und auch mal etwas vorlaut, manchmal naiv, trotzdem aber clever. Kurz gesagt: Eine wahnsinnig angenehme und mutige Protagonistin, die ich sehr gerne bei ihrem Abenteuer begleitet habe.

Neben Evie spielt auch Lend eine wichtige Rolle in diesem Buch. Das Interessante an diesem Jungen, ist, dass sein Aussehen variiert. Hier darf man sich als Leser auf seine Fantasie verlassen, was mich Anfangs noch etwas verwirrte, wobei ich schnell gemerkt habe, dass ich das absolut nicht schlimm finde. Lend ist ein toller Charakter, er ist ziemlich süß und auch etwas schüchtern, wenn nicht sogar unsicher, aber er ist definitiv nicht auf den Mund gefallen. Evie und er geben ein wunderbares Paar ab, denn natürlich kommt diese Geschichte nicht ohne ein wenig Liebe aus, wie schon in der Kurzbeschreibung angedeutet.

Kommen wir zu der eigentlichen Handlung und auch diese hat es geschafft, mich zu überzeugen. Die Idee ist gut. Paranormale existieren und sie sind unter uns, in der "normalen" Welt. Es gibt eine Organisation, die gegen sie vorgeht. Und der Mittelpunkt des Ganzen, oder besser gesagt die wichtigste Mitarbeiterin ist Evie, ein 16jähriges Mädchen, denn nur sie kann Paranormale von normalen Menschen unterscheiden. Klingt abgedreht? Ist es auch, ein wenig zumindest. Trotzdem, oder gerade deshalb, ist diese Geschichte unglaublich unterhaltsam und spannend. Evie hat neben den Paranormalen auch mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen, verliebt sich dazu noch und muss plötzlich gegen eine noch nie da gewesene Macht kämpfen, die droht, alle zu vernichten, die sie liebt. Hier passiert alles Schlag auf Schlag, eine überraschende Wendung folgt der anderen und die Spannung bleibt konstant hoch. Und Evie? Die ist zwar auch ab und zu kurz vor der Verzweiflung, aber ihren Humor, den verliert sie nie. Ich glaube, genau das macht den Charme dieses Buches aus. Die Handlung ist sehr facettenreich und wirklich gelungen.

Durch den lockeren, jugendlichen Schreibstil liest sich das Buch weg wie nichts. Gleich am Anfang wird man in die Handlung geworfen und merkt schnell; Längen gibt es hier keine. Auch unnötige Beschreibungen und/oder Dialoge sucht man hier vergeblich. Obwohl das Hauptproblem der Handlung sehr ernst ist, kommt die Geschichte sehr leicht daher und das liegt am Schreibstil, an der Situationskomik, an den Dialogen und nicht zuletzt an den Charakteren. Dazu passt auch das Cover perfekt. Wirklich toll.

Man begleitet Evie auf der Suche nach dem Bösewicht und auch nach sich selbst, zweifelt und fühlt mit ihr und hat dabei auch noch unfassbar viel Spaß. "Flames'n'Roses" ist ein sehr unterhaltsames und spannendes Buch mit wunderbaren Charakteren, welches ich jedem empfehlen kann. Obwohl das Ende recht abgeschlossen ist, freue ich mich schon sehr auf den zweiten Teil, der schon erschienen ist, und vergebe 9 Punkte (von 10), damit für diesen noch etwas Luft nach oben bleibt.


Mittwoch, 8. August 2012

Rezension: "Der Fluch von Scarborough Fair"

6 Meinungen
Ein furchtbarer Fluch liegt auf den Scarborough-Frauen: Sie alle bekommen mit achtzehn eine Tochter – und verfallen dem Wahnsinn ... Lucy Scarborough ist süße siebzehn, als sie davon erfährt. Und nicht bereit, sich ihrem Schicksal zu ergeben, auch wenn es aussichtslos erscheint. Denn nur wenn sie drei mysteriöse Rätsel lösen kann, ist der Bann gebrochen. Aber Lucy ist nicht allein. Zusammen mit ihrer großen Liebe Zach kämpft sie verzweifelt um ihr Leben. Doch das Böse ist jahrhundertealt, skrupellos und unwiderstehlich ... via

>>Am Abend von Lucy Scarboroughs siebtem Geburtstag, nach einer Party, wie sie die Nachbarn nicht mehr erlebt hatten seit - nun ja, seit Lucys sechstem Geburtstag, bekam Lucy ein letztes, unerwartetes Geschenk.<< (Der erste Satz)

Schade. Als ich das Buch zum ersten Mal sah, stand für mich fest: das muss ich haben! Das Cover zieht den Blick sozusagen auf sich, auch der Klappentext hört sich eigentlich ganz gut an und man hofft natürlich, dass man nicht enttäuscht wird... Und doch sollte man die Erwartungen nicht zu hoch schrauben, denn dieses Buch ist ziemlicher Durchschnitt. Nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut. 

Die Handlung ist relativ oberflächlich und flach. Ein Beispiel: wie schon in der Inhaltsangabe angedeutet, muss die Protagonistin drei Rätsel lösen und ich denke, ich spoiler nicht, wenn ich sage, dass der Leser die Lösungen der Rätsel irgendwann erfährt. Man liest dieses Buch, denkt nach, wie die Rätsel zu verstehen sind, ob sie irgendwie zweideutig oder irreführend formuliert sind und was die Lösung sein könnte. Doch als diese dann kommt, ist man ziemlich enttäuscht. Extrem unspektakulär und simpel, kein Aha!-Moment, keine Überraschung. Schade, denn daraus hätte man mit Sicherheit mehr machen können.

Auch die Charaktere kommen sehr flach daher. Lucy, die Protagonistin, wirkt schwächlich, unglaublich jung, und hat keine eigene Meinung, Zach ist der unscheinbare Held, und der Rest hält sich im Hintergrund, ohne wirklich im Gedächtnis des Lesers zu bleiben. Ich könnte den einzelnen Charakteren keine Eigenschaften zuteilen, und ich schätze mal, dass das kein gutes Zeichen ist. Ich will damit nicht sagen, dass die Personen nicht angenehm waren, nur eben zu ungenau gezeichnet. Und das schadet der Handlung.

Insgesamt hat das Buch nicht viel zu bieten, fast keine überraschenden Wendungen. Trotzdem habe ich es ganz gern gelesen, denn "Der Fluch von Scarborough Fair" kann man in die Kategorie Leichte, oberflächliche Unterhaltung einstufen, solche Bücher tun ab und zu ganz gut. Seid ihr also auf der Suche nach einem leicht zu lesenden Buch, bei dem man nicht viel denken muss, kann ich euch dieses Buch zur Entspannung durchaus empfehlen.

Die Autorin setzt auf ganz viel Drama und Übertreibung. Manche Szenen wirkten einfach so gestellt, dass es fast witzig war. Vor allem die Handlungen von Zach fand ich teilweise so unüberlegt und absurd, dass ich wirklich an seiner Intelligenz gezweifelt habe. Außerdem ist mir aufgefallen, dass die Jugendlichen in diesem Buch ziemlich viel an Sex denken. Auch das fand ich übertrieben, auch wenn es gut ist, dass die Autorin dieses Thema nicht scheut.

Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen, nicht aber die Dialoge. Diese wirken sehr gezwungen und konstruiert, kein  Mensch würde so mit seinem Gegenüber reden. Dadurch wurde der Lesefluss immer wieder gestört. Allerdings kann ich nicht sagen, ob das an der Übersetzung liegt, da ich das Original nicht kenne. Der "Bösewicht" kam auch sehr gezwungen daher, ich hatte ihn ab der ersten Zeile durchschaut. Womöglich war das sogar im Sinne der Autorin, nur fragt sich dann, warum macht man es dem Leser so einfach?

Die Idee, die hinter der Handlung steckt, gefällt mir dafür sehr gut, der Hintergrund ist wahnsinnig interessant, man erfährt darüber einiges im Anhang. Umso trauriger ist es, dass das Potential nur minimal genutzt wurde. Daraus hätte man wirklich eine emotionale und tiefgründige Geschichte zaubern können. Nur wenn das Wörtchen hätte nicht wäre...

Gut gelungen fand ich das Ende, es ist nicht offen, aber es harmoniert alles miteinander und die meisten Fragen sind geklärt. Das Cover habe ich zwar schon oben erwähnt, aber es ist nun mal die Sache, die mir am meisten an diesem Buch gefällt, es ist wirklich, wirklich schön, und ich finde, dass es eine gewisse Dramatik ausdrückt. Auch die Farben harmonieren miteinander. Da sieht man mal wieder, dass es manchmal gar nicht so verkehrt ist, das Originalcover zu übernehmen. ;)

Eine tolle Idee und ein schönes Cover machen nun mal kein gutes Buch. "Scarborough Fair" sticht nicht besonders heraus, weder durch die Charaktere, noch durch die Handlung. Oberflächlich, aber unterhaltsam, eben ein Buch zum schnell lesen. Hat man es nicht gelesen, hat man nichts verpasst. Mittelmaß. 5 Punkte (von 10).

Dienstag, 7. August 2012

Kurzrezension: "Die Auserwählten - Im Labyrinth"

3 Meinungen
Sein Name ist Thomas. An mehr kann er sich nicht erinnern. Und er ist an einem bizarren Ort gelandet: eine Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth. Doch er ist nicht der Einzige. Zusammen mit fünfzig Jungen, denen es genauso geht wie ihm, sucht er einen Weg in die Freiheit. Der führt durch das Labyrinth, dessen gewaltige Mauern sich Nacht für Nacht verschieben und in dem mörderische Kreaturen lauern. Doch gibt es wirklich einen Weg hinaus? Ist das Ganze eine Prüfung? Und wer hat sich dieses grauenvolle Szenario ausgedacht? Den Jungen bleibt nicht viel Zeit, um das herauszufinden. via

Was für ein Buch, was für eine Spannung! Es ist wirklich fast unmöglich, dieses Buch aus der Hand zu legen, denn hier passiert wirklich alles Schlag auf Schlag. So viele Geheimnisse, die man aufdecken muss, so viele Rätsel, die es zu lösen gilt. So muss ein Jugendbuch sein! Die Handlung ist wunderbar undurchschaubar, die unerwarteten Wendungen überschlagen sich fast, man ist überrascht, der Atem stockt - ein extremer Page Turner!

Es gibt sehr viele Charaktere, von denen aber nur die wenigsten genauer beschrieben werden. In dem ganzen Buch kommt nur ein einziges Mädchen vor, was ich aber ganz und gar nicht schlimm fand, es war zur Abwechslung mal schön, mehr über einen Jungen zu lesen. Nicht alle Charaktere waren perfekt ausgearbeitet, aber das kann man bei der Menge auch gar nicht erwarten. Die, die wichtig sind, wurden sehr genau gezeichnet.

Ein wenig irritiert hat mich die gewählte Erzählperspektive, denn obwohl man die Handlung aus Thomas Sicht erlebt, erzählt ein Erzähler der dritten Person. Das hat mich immer wieder stolpern lassen. Auch der Schreibstil war am Anfang stockend und es wimmelte nur vor Wiederholungen. Ich habe aber den Verdacht, dass das an der Übersetzung liegt, daher kann man das kaum als Kritikpunkt ansehen.

Das Cover gefällt mir sehr, vor allem die Farbe hat es mir angetan. Nur frage ich mich immer noch, wer dieser junge Mann ist, denn Thomas kann es nicht sein. Insgesamt betrachtet hatte ich sehr viel Spaß mit "den Auserwählten". Das Buch strotzt nur so vor Action und lässt ein Kopfkino der Extraklasse entstehen. Top. 9 Punkte (von 10).

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Montag, 30. Juli 2012

Rezension: "Verdammt"

0 Meinungen

Die erste Begegnung, die ersten Blicke, der erste Kuss: Liebe kann etwas Wunderbares sein. Doch was, wenn die Liebenden Vampire, Strigoi oder Unsterbliche sind? Niemand liebt dramatischer, intensiver, gefährlicher. Und für niemand anderen bekommt der Ausdruck „ewige Liebe“ diesen ganz besonderen Sinn. Fünf Bestsellerautorinnen, die sich mit dem Thema bestens auskennen, erzählen fünf einzigartige Geschichten über die Liebe zwischen Vampiren und vielen anderen faszinierenden Wesen der Nacht. via

Fünf verschiedene Geschichten von fünf verschiedenen Autorinnen, jedoch alle mit dem gleichen Hauptthema; Vampire, wie sie leben und vor allem wie sie lieben. Die fünf Buchautorinnen waren mir namentlich bekannt, allerdings habe ich von Alyson Noël und Francesca Lia Block noch nie etwas gelesen, daher kann ich keine Vergleiche mit ihren anderen Werken anstellen. Kommen wir zu den einzelnen Geschichten.

Diese Kurzgeschichte, verfasst von der hochtalentierten Richelle Mead, spielt in der Welt von Vampire Academy und erzählt, wie sich Lissas Eltern kennengelernt haben. Lissa dürfte Vampire Academy Lesern bekannt sein, falls man die Reihe nicht kennt, ist es auch nicht schlimm, alles wird verständlich erklärt. "Sonnenschein" ist meiner Meinung nach die beste Geschichte aus dieser Sammlung, sie glänzt mit interessanten Charakteren, spannender Handlung und sehr angenehmen Schreibstil. Ist man sich nicht sicher, ob man die Vampire Academy Reihe anfangen soll, kann diese Erzählung helfen. Andersrum ist diese Kurzgeschichte nicht für die Handlung von Vampire Academy zwar nicht nötig, ist aber ein tolles Extra für alle Fans. 9/10 Punkte.

Danika möchte vor ihrem Alltag flüchten und bewirbt sich an einer geheimnisvollen Kunstakademie. Als sie dort ankommt, ist alles ganz anders, als sie es sich vorgestellt hat. Wo sind die anderen Studenten? Warum verhalten sich hier alle so komisch? Und wer ist dieser mysteriöse junge Mann, der seine Sonnenbrille nie auszieht? ... Von Alyson Noël habe ich bis dato noch keinen Roman gelesen und das wird nach dieser Kurzgeschichte wohl auch so bleiben. Anfangs wirkte sie noch sehr vielversprechend auf mich, man rätselt mit Danika mit, doch bei der Hälfte kommt der Bruch und die ganze Geschichte dreht sich um 180° und wirkt nur noch unglaubwürdig. Man hat das Gefühl, dass die Autorin einfach vergessen hat, ein paar Erklärungen und Szenen einzubauen, oder ich hab' sie einfach überlesen, auf jeden Fall konnte ich ihr kaum noch folgen und war noch verwirrt als zuvor. Auch der Schreibstil ist nicht sehr herausstechend, ebenso wie die Charaktere, die einfach nur komisch waren und selbst nicht so recht wussten, was sie eigentlich wollen. Insgesamt sehr schade, denn das Potential war da, wurde aber leider komplett ignoriert. 4/10 Punkte.
Die Handlung dieser Kurzgeschichte wiederzugeben, ist wirklich schwierig. Es geht um ein Mädchen, oder ein weibliches Wesen, das "Unten" lebt, dort aber von allen gehasst und schikaniert wird, sogar von ihren Eltern. Sie sehnt sich nach dem "Oben" und den dort lebenden Wesen und lernt schließlich einen von ihnen kennen, bis etwas schreckliches passiert. Fängt man an, diese Geschichte zu lesen, erscheint erstmal ein riesengroßes Fragezeichen in des Lesers Kopf. Und es verschwindet nicht, es bleibt da bis zum Schluss, bis man den letzten Satz gelesen hat, und selbst dann ist es noch da. Das hat zwei Gründe: erstens - die Handlung. Es gibt keine Erklärungen, wirklich keine, man wird in die Handlung geworfen und muss sie orientieren, was gar nicht so einfach ist, denn man hat absolut keine Ahnung, wo man sich gerade befindet, wann die Handlung stattfindet und wer welche Rolle spielt. Im Endeffekt ist es mir immer noch nicht ganz klar geworden. Zweitens - der Schreibstil. Kurze, aus dem Kontext gerissene Sätze, teilweise nur aus einem oder zwei Wörtern bestehend, kaum wörtliche Rede und unbekannte Begriffe. Und nebenbei extrem poetisch. Diese Mischung aus verwirrender Handlung und dem ausergewöhnlichem Schreibstil ist zwar sehr gewöhnungsbedürftig, aber bewundernswert, denn das wagt und kann nicht jeder Autor. Trotzdem sollte man diese Kurzgeschichte mindestens zwei Mal lesen, um sie zu verstehen. 6/10 Punkte.

"Hunting Kat" erzählt aus dem Leben der sechszehnjährigen Kat, die ein künstlich erschaffener Vampir ist. Früher wurden Experimente an ihr ausgeführt, doch sie ist der Forschungsgruppe entkommen. Nun ist genau diese Gruppe hinter ihr her. Diese Kurzgeschichte hat mir gut gefallen, die Idee ist toll und könnte mit Sicherheit zu einem Roman ausgearbeitet werden. Kat und die anderen Charaktere sind trotz der geringen Seitenzahl wirklich gut ausgearbeitet und die Handlung ist ziemlich spannend. Auch der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Allerdings hätte ich gerne mehr über die Experimente und die Gruppe an sich erfahren. Dass ein großer Handlungsumfang bei einer Kurzgeschichte nicht möglich ist, ist mir aber klar. 8/10 Punkte.

Die letzte Erzählung handelt von einem Jungen, Paul Michael, der in der Schule ein ziemlicher "Outsider" ist. Er denkt etwas anders als die anderen und ist ein Einzelgänger. Dann lernt er Lilith kennen und alles verändert sich. Die geheimnisvolle, schöne Lilith ist nämlich ein Vampir und sie zieht Paul Michael in die Welt der Vampire hinein. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich von dieser Kurzgeschichte halten soll. Ich mochte die düstere Atmosphäre sehr, die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Allerdings war mir die Handlung an sich zu durcheinander und der Schreibstil insgesamt war mir zu ungenau, er umschreibt alles nur und kommt nie auf den Punkt. Und auch das Ende lässt mich sehr irritiert zurück. Aber das war sicherlich Absicht der Autorin. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie tolle Romane schreiben kann. 5/10 Punkte.

Diese Sammlung ist abwechslungsreich und unterhaltsam. "Sonnenschein" von Richelle Mead war mein persönliches Highlight, "Erweck mich zu neuem Leben" von Alyson Noël die größte Enttäuschung. Der Rest war zwar nicht umwerfend gut, aber auch nicht wirklich schlecht. Für Vampirliebhaber ein Muss, für alle anderen nicht wirklich von Nöten. Im Durchschnitt ergibt das knappe 6 Punkte (von 10).

Freitag, 27. Juli 2012

Rezension: "Vampire Academy 4 - Blutschwur"

4 Meinungen

Achtung, dies ist der vierte Teil einer Reihe und könnte Spoiler für die vorausgegangenden drei Teile enthalten.

Bei einem verheerenden Angriff der Strigoi auf die Akademie der Vampire wird Rose’ Geliebter Dimitri verschleppt. Nun steht sie vor einer entsetzlichen Aufgabe, denn einst schworen sie sich, den anderen zu töten, sollte er je in einen Strigoi verwandelt werden. Rose macht sich auf die Suche nach Dimitri, obwohl allein der Gedanke an den Schwur ihr fast das Herz bricht. Doch sie ist fest entschlossen, ihr Liebes-Versprechen einzulösen und Dimitri zu töten, wenn sie ihm gegenübersteht...via

Seit ich den ersten Band der Vampire Academy Reihe gelesen habe, wusste ich, dass diese Reihe etwas ganz besonderes ist. Keine Frage, diese Bücher gehören zu meinen Lieblingen, sie bestechen den Leser durch die durchgehende Spannung, die interessanten Charaktere und natürlich durch die komplexe Handlung. Richelle Mead hat mich noch nie enttäuscht und auch dieses Mal hat sie gezeigt, dass sie eine großartige Autorin ist, denn sie hält das Niveau von Buch zu Buch - "Blutschwur" muss sich sicherlich nicht hinter seinen drei älteren Geschwistern verstecken.

Fangen wir doch gleich mit dem Punkt an, der mir am meisten gefallen hat, nämlich dem Handlungsort. Fast die gesamte Handlung findet in Russland statt. Frau Mead beschreibt die dort herrschende Atmosphäre, die Lebensweise der Menschen und sogar die Architektur so realitätsnah, das man fast eine Gänsehaut davon bekommt. Da ich selbst aus Russland komme und einige Zeit meines Lebens dort verbracht habe, kann ich das wahrscheinlich ganz gut beurteilen, und wenn man das Buch liest, ist es so, als ob man sich selber dort befindet und alles mit eigenen Augen sieht.

Der Anfang von "Blutschwur" dehnt sich ein wenig, auf Action wartet man vergeblich. Tatsächlich gibt es im ganzen Buch nicht so viel Action, wie man es von dieser Reihe gewohnt ist, Frau Mead setzt dieses Mal viel mehr auf Emotionen und zwischenmenschliche Beziehungen. Ich denke, gerade deshalb sticht dieser Teil aus der gesamten Reihe raus. Trotz alldem ist die Spannung immer vorhanden, denn die Rose' Reise bietet so einige Überraschungen und Wendungen.

Rose, die Protagonistin, hat sich unglaublich verändert. Sie ist sehr viel ernster, erwachsener geworden und stellt vieles in Frage. Sie handelt überlegter und denkt mehr nach. Darunter leiden natürlich ihre "alten" Eigenschaften, ihr Humor zeigt sich nur noch selten. Einerseits habe ich die "alte" Rose vermisst, andererseits habe ich auch die Zeit mit der "Neuen" genossen, es war sehr interessant, auch ihre andere Seite kennenzulernen.

Die anderen Charaktere haben mir gefehlt, Lissa, Adrian und Christian kommen zwar vor, aber eher selten. Dafür lernt Rose viele neue, sehr interessante Personen kennen, die frischen Wind in die Handlung bringen. Ich hoffe sehr, dass sie uns auch in den noch ausstehenden zwei Teilen erhalten bleiben. Und wenn wir schon bei den Charakteren sind, möchte ich noch kurz Dimitri erwähnen. Aber wirklich nur kurz, weil sonst die Gefahr besteht, dass ich anfange zu heulen. Nein ernsthaft, es macht mich so fertig, dass Dimitri, mein Lieblingscharakter schlechthin, auf die Seite des Bösen gewechselt hat. Natürlich nicht freiwillig, aber das ändert ja nichts. Ich will ihn zurück, und zwar als den "alten" Dimitri - Rose, ich fühle mit dir!

Die Handlung wird immer komplexer, die Konflikte bringen Rose (und den Leser) immer mehr zum Verzweifeln, und auch die unerwarteten Wendungen lassen nicht allzu lang auf sich warten. Die Emotionen lassen sich fast mit den Händen greifen und das Ende ist gewohnt böse, wie gut, dass der fünfte Teil schon im Regal steht. Auch der Schreibstil ist wie immer sehr angenehm zu lesen und passt gut zu der Gesamthandlung.

Dieser Teil ist anders als die anderen, sehr viel tiefgründiger und berührender. Neue Charaktere kommen ins Spiel, "alte" müssen weichen. Auch der Handlungsort ändert sich, die Handlung spielt in Russland. Und auch die Protagonisten Rose und Dimitri machen eine Wandlung durch (wortwörtlich, was Dimitri angeht). Doch auch wenn sich dieser Teil sehr von den anderen unterscheidet, muss er sich nicht verstecken. Ich bin immer noch todtraurig wegen Dimitri und vergebe 8 Punkte (von 10), in der Hoffnung, dass sich alles irgendwann zum Guten wendet.

Dienstag, 17. Juli 2012

Rezension: "Ruht das Licht"

0 Meinungen

 Achtung, dies ist der zweite Teil einer Trilogie und könnte Spoiler für den ersten ("Nach dem Sommer") enthalten.

Obwohl alles verloren schien, ist Sam zu Grace zurückgekehrt. Er hat den Wolf in sich besiegt und jetzt liegt ein ganzes Leben in seiner Menschengestalt vor ihm. Doch nun ist es Grace, deren Zukunft ungewiss erscheint. Sie, die sich ihrer menschlichen Haut immer so sicher war, hört nachts die Stimmen der Wölfe und weiß: Sie rufen nach ihr.

Wogegen Grace sich mit aller Macht wehrt, wäre Cole hochwillkommen. Cole wünscht sich nur eines: Vergessen. Vergessen, wer er ist. Vergessen, was er getan hat. Die Wolfshaut ist seine Zuflucht. Doch trotz der eisigen Kälte gelingt es ihm nicht, die Wolfsgestalt dauerhaft anzunehmen.

Als Coles Vergangenheit ihn einholt und sich immer mehr neugierige Augen auf die Wölfe richten, muss Sam zusehen, wie seine Welt zerbricht: Das Rudel schwebt in größter Gefahr und Grace hält nur noch die Liebe zu ihm in ihrem menschlichen Leben. Sam ahnt, dass der Wolf in ihr eines Tages siegen wird.
via

"Dies ist die Geschichte eines Jungen, der ein Wolf war,
und eines Mädchens, das zu einem wurde."
- Seite 7


Eine Vorwarnung: Diese Rezension wird positiv sein, sehr, sehr positiv. Ich werde nichts bemängeln, sondern alles an diesem Buch in den Himmel loben. Wer also keine Lust auf eine Rezension hat, die nur aus Lob und Geschmachte besteht, bitte hier wegschauen! ;)

Puh. Was für ein Buch. Um ehrlich zu sein, ich hatte Angst, es zu lesen. "Nach dem Sommer" ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher, ich kann es nicht oft genug erwähnen, wie gelungen und grandios ich den ersten Teil der Reihe fand. Ich habe mich zuerst gefragt, ob eine Fortsetzung denn überhaupt nötig ist, doch natürlich habe ich nichts dagegen gehabt - ich hätte auch nichts gegen weitere 698 Fortsetzungen! Die Erwartungen waren hoch. Ich wusste, dass man "Nach dem Sommer" nicht toppen kann, und das hat sich auch bestätigt. Aber "Ruht das Licht" ist auf dem gleichen Niveau. Weit, weit oben nämlich. Klar, "Nach dem Sommer" hat seinen eigenen Charme, es ist eben der Anfang des Ganzen, aber "Ruht das Licht" steht dem in nichts nach. Und das ist eine riesengroße Erleichterung für mich!

"Nach dem Sommer" habe ich vor einundhalb Jahren gelesen und ich hatte trotzdem kein Problem damit, mich in die Handlung oder in die Geschichte einzufinden. Schon nach der ersten Seite war ich gedanklich wieder in Mystic Falls, bei meinem Lieblingspaar Grace und Sam. Hach, sind die beiden bezaubernd! Die beiden sind so grundverschieden, fast gegensätzlich, doch sie lieben sich wie am ersten Tag. Trotzdem ist ihre Beziehung NIE schnulzig, oder klischeehaft, sondern so realitätsnah, dass es fast weh tut. Sie zeigen ihre Liebe nicht mit Worten, sondern durch kleine Handlungen und genau das charakterisiert ihre Beziehung. Man spürt ihre Liebe auf jeder einzelnen Seite dieses Buches und möchte fast weinen, als immer deutlicher wird, dass Sam Grace zu verlieren droht. Es ist schwer zu beschreiben, wie sehr ein Buch einen berühren kann, daher lest "Ruht das Licht" (oder "Nach dem Sommer") und findet es selbst raus.

Die Handlung wird aus vier (sehr) verschiedenen Perspektiven erzählt; aus der von Sam, Grace', Isabels und Coles. Womit wir schon beim nächsten Punkt wären: Isabel und Cole. Isabel wird immer mehr zu meinem Lieblingscharakter, denn obwohl sie sich nach außen immer selbstüberzeugt und unnahbar gibt, steckt in ihr eine verletzte Persönlichkeit, die durch und durch menschlich ist. Isabel ist mir schrecklich sympathisch geworden. Cole allerdings mochte ich von Anfang an. Obwohl er ein Idiot sein kann und ein Vollzeitegoist ist. Aber dadurch, dass man auch aus seiner Perspektive die Geschehnisse erlebt, erfährt man die Gründe für sein Verhalten und diese lassen ihn so verletzlich wirken, auch wenn er es selten zeigt. Dass zwischen Cole und Isabel eine zarte Liebesgeschichte entsteht, macht die Sache noch interessanter, denn wenn sie zusammen sind, verstellen sie sich nicht. Das ist toll zu beobachten und man freut sich richtig für die beiden. Nur schade, dass ihre Beziehung scheinbar keine Chance hat, denn Cole ist ein Wolf und Isabel ein Mensch. Dramatisch, nicht wahr?

Die Handlung an sich ist nicht besonders actionreich. Streng betrachtet, passiert auf den 400 Seiten tatsächlich nicht sehr viel. Und trotzdem kann man das Buch nicht zur Seite legen. Ich weiß nicht, wie Maggie Stiefvater das macht, vielleicht weil ihre Charaktere so interessant sind, vielleicht wegen ihrem Schreibstil (auf den komme ich noch zu sprechen), aber man ist einfach gefesselt und muss will weiterlesen, bis zum Schluss. Was mir auch noch sehr gefällt an der Geschichte, ist, dass sie nicht übertrieben fantasylastig ist. Okay, es geht um Werwölfe. Aber für diese gibt es eine wissenschaftliche Erklärung, und das macht die Story besonders. Außerdem setzt die Autorin sehr viel auf Emotionen und zwischenmenschliche Beziehungen, anstatt auf die Fantasyelemente, und das macht die ganze Geschichte rund um Grace und Sam so tragisch schön.

Dieses Ende ist so so so emotional und traurig und natürlich musste man schon wieder fast weinen. Man ist am Ende genauso verzweifelt wie die Protagonisten selbst und kann den Anschluss dieser grandiosen Trilogie einfach nicht abwarten.Aber bis zum 1. August dauert es glücklicherweise nicht mehr so lang.

Maggie Stiefvater hat einen Schreibstil, der Gänsehaut schafft. Sie schreibt sprachgewaltig, bildreich, bunt und gefühlvoll. Ich liebe diesen Schreibstil und von mir aus kann sie Kochbücher schreiben, ich würde sie kaufen und jedes einzelne lesen, wegen eben diesem Schreibstil. Der Schönste in meinem Regal, muss ich einfach so sagen. Die 400 Seiten sind viel zu schnell vorbei gewesen. Die Autorin schreibt fast poetisch und schafft es trotzdem, bei jedem Perspektivenwechsel den Schreibstil der erzählenden Person anzupassen. So nimmt Cole Wörter in den Mund, die Sam nicht mal denken würde. Außerdem schafft es Maggie Stiefvater, aus jeder kleinen, unbedeutsamen Situation ein Kopfkino der Extraklasse entstehen zu lassen. Allein wegen diesen Momenten lohnt es sich einfach, sich auf diese Geschichte einzulassen. Natürlich muss man an dieser Stelle auch noch die Übersetzerinnen Jessica Komina und Sandra Knuffinke erwähnen und loben, denn sie haben diese Geschichte einfach grandios übersetzt.

Noch ein letzter Punkt, dann bin ich auch schon fertig mit meinem Lobgesang; die Aufmachung des Buches. Script5 blieb sich und dem ersten Teil der Reihe treu und gestaltete das Buch einfach wunderschön. Das Cover ist perfekt und auch ohne Schutzumschlag ist das Buch einfach schön anzusehen, es ist ganz weiß und vorne sind Grace und der Wolf vom Cover drauf, schlicht und gleichzeitig so bezaubernd. Dieses Cover wird der Geschichte, welche es verbirgt, durchaus gerecht.

Ich liebe dieses Buch, ich liebe es, ich liebe es. Handlung, Charaktere, Idee, Schreibstil, Aufmachung - alles perfekt. Ich kann nicht anders, als strahlende 10 Punkte (von 10) zu vergeben. Bitte, Frau Stiefvater, hören Sie nie auf, Geschichten zu schreiben.

Freitag, 22. Juni 2012

Rezension: "Die Insel der besonderen Kinder"

2 Meinungen
  • Titel: Die Insel der besonderen Kinder
  • Autor: Ransom Riggs
  • Übersetzerin: Silvia Kinkel
  • Originaltitel: Miss Peregrine's Home for Peculiar Children
  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: PAN
  • Deutsche VÖ: 2. November 2011
  • ISBN-10: 3426283689
  • ISBN-13: 978-3426283684
  • Teil einer Reihe? Inoffiziell ja.

Handlung:
Die Insel. Die Kinder. Das Grauen. Bist Du bereit für dieses Abenteuer? Manche Großväter lesen ihren Enkeln Märchen vor – doch was Jacob von seinem hörte, war etwas ganz, ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der merkwürdige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben – und von den Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind. Inzwischen ist Jacob ein Teenager und glaubt nicht mehr an die wunderbaren Schauergeschichten. Bis zu jenem Tag, an dem sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt … via

Jakob begibt sich auf eine Reise, um die besagte Insel zu finden. Was er dort findet, überschreitet die Grenzen seiner Fantasie. Unmögliches scheint plötzlich möglich zu sein und es gibt nur eine Frage zu klären: Was spielt Jakob für eine Rolle bei dem Ganzen?


Meine Meinung:
"Die Insel der besonderen Kinder" trägt die perfekte Bezeichnung eigentlich schon im Namen - besonders. Ja, dies ist ein ganz besonderes Buch mit einer ganz besonderen Geschichte und mit ganz besonderen Charakteren. Es verzaubert und entführt den Leser in eine faszinierende Welt, in der es nur so von Bösewichten wimmelt. Und trotzdem möchte man als Leser diese Welt nur ungern verlassen. Aber der Reihe nach...

Fangen wir bei den Charakteren an, bei diesen wunderbar vielfältigen und facettenreichen Personen. Vor allem Kinder spielen hier eine Rolle und obwohl der Autor ein erwachsener Mann ist, schafft er es spielend leicht, die Kinder zum Leben zu erwecken, sie reden wie Kinder und sie handeln auch so. Auch die Erwachsenen sind großartig ausgearbeitet, jeder hat seine persönlichen Charakterzüge. Wie oft habe ich mich gefragt, welche Rolle wohl diese Person in der Gesamthandlung spielt, ob man ihr trauen kann. Und wie oft lag ich daneben. Denn auch wenn einige Sachen doch ziemlich vorhersehbar waren, genauso oft hat mich der Autor in die Irre geführt.

Jakob ist ein sehr angenehmer Charakter, für sein Alter schon sehr reif. Er handelt überlegt, aber ganz jugendlich, ist außerdem sehr clever und lässt Gefühle zu. Was mir besonders an ihm gefallen hat, war sein Humor, nicht selten musste ich über seine Aussagen schmunzeln, wenn nicht sogar lachen.

Auch die Handlung an sich ist faszinierend und gleicht einem Märchen, aber eins der grusligen Art. Die Geschichte handelt von einem Jungen, der eine geheimnissvolle Insel aufsucht, um sie zu erkunden und um das ein oder andere dunkle Geheimnis aufzudecken. Klingt spannend? Ist es auch. Nach und nach kommen Sachen ans Licht, mit denen man nie gerechnet hätte. Und schließlich geben sie ein zusammenhängendes Bild ab, das durchaus logisch ist. Diese Geschichte fesselt und fasziniert, weil sie so andersartig ist. Kein typisches Jugendbuch, es enthält nur einen Hauch Romantik, dafür umso mehr Fantasie. Sicherlich ist das Thema nicht jedermanns Sache, denn die Handlung entfernt sich mit jeder Seite von der Realität. Am Anfang dachte ich, es handelt sich hier um realitätsnahe Geschichte mit Gruselelementen, aber weit gefehlt. Ich hätte nie gedacht, worauf das alles hinausläuft. Denn was mir erzählt wurde, war mehr als kreativ und sehr, sehr interessant.

http://clockworker.de/cw/wp-content/uploads/2011/05/missp_cover_72dpi.jpegMan muss außerdem erwähnen, dass dieses Buch einige sehr lustige Stellen aufwies - ich lache selten bei Büchern, aber hier konnte ich nicht anders. Allerdings gab es hier genauso oft traurige, ja sogar dramatische Szenen, die mir eine Gänsehaut bereiteten. Nicht zuletzt, weil der zweite Weltkrieg eine Rolle spielt. Liest man dieses Buch, lässt man sich auf eine Achterbahn der Gefühle ein - man lacht, man weint, man zittert und vor allem; man geniesst.

Wie es sich für ein Märchen gehört, gibt es hier natürlich auch Bösewichte. So richtig typische, gruslige Wesen. Das war eine wilkommene Abwechslung, denn heutzutage wird es dem Leser oft selbst überlassen, rauszufinden, wer "böse" ist.  Hier nicht. Herr Riggs verbindet Märchenlemente mit modernen Handlungen und das sehr erfolgreich. Außerdem hat er einen tollen, packenden Schreibstil. Diesen Autor sollte man im Auge behalten. Übrigens, eine Verfilmung ist auch schon geplant und kann eigentlich nur gut werden, denn dieses Buch bietet reichlich Stoff für einen unterhaltsamen, spannenden Märchenfilm. Man darf gespannt sein!

Nicht zu vergessen ist bei diesem Buch die Aufmachung. Meiner Meinung nach hat sich der Verlag selbst übertroffen. In dieser Geschichte werden immer wieder Fotos erwähnt, die die besonderen Kinder darstellen. Das tolle daran; die Fotos sind auch im Buch zu finden und vor allem: sie sind echt! Das sind keine durch Photoshop veränderte Bilder, nein, das sind echte Aufnahmen von Sammlern, die diese Bilder dem Autor zur Verfügung gestellt haben. Und dieser hat daraus eine Geschichte gemacht, welche wir lesen dürfen und nebenbei können wir noch die Bilder bestaunen, um unser Kopfkino anzuregen. Großartig!

Fazit:
Ein tolles Jugendbuch, zwar nicht perfekt, dafür aber sehr besonders. Es bietet eine willkommene Abwechslung von der aktuellen Jugendliteratur, die Gefühlsachterbahn fesselt den Leser bis zur letzten Seite. Sehr viel fanastisches wird schön durch den großartigen Schreibstil des Autors verdeutlicht und das Ganze wird durch die bezaubernden Bilder im Inneren des Buches abgerundet. 8 Punkte (von 10) und eine Lesempfehlung für alle, die 10 bis 99 Jahre alt sind.

! Ich bedanke mich beim PAN-Verlag für die Bereitstellung dieses Buches !

Freitag, 8. Juni 2012

Rezension: "Die Poison Diaries 2"

2 Meinungen

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  • Titel: Die Poison Diaries 2
  • Originaltitel: The Poison Diaries 02. Nightshade
  • Autorin: Maryrose Wood
  • Übersetzerin: Alexandra Ernst
  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: Fischer FJB
  • Deutsche VÖ: 8. März 2012 
  • ISBN-10: 3841421253
  • ISBN-13: 978-3841421258

Achtung: Dies ist der zweite Teil einer Reihe, diese Rezension enthält Spoiler für den ersten Teil. Die Rezension zu Teil 1 der Reihe findet man hier.


Handlung: 
Jessamine hat ihre Unschuld verloren – und den Mann, den sie liebt. Sie weiß, wer die Schuld daran trägt, und sie wird ihn umbringen. Sie wird ihren eigenen Vater mit seinen giftigen Gewächsen töten, die ihm stets mehr wert gewesen sind als seine Tochter. Wird Jessamine ihre große Liebe Weed wiederfinden? Denn nur die Liebe vermag ein bitteres Herz zu heilen ... Vergiss niemals: Was zu heilen vermag, das kann auch töten! via

Auch Weed versucht, seine Jessamine wiederzufinden, denn er erkennt, dass seine Herzensdame in großer Gefahr schwebt. Oleander, der Giftprinz höchstpersönlich umgarnt Jessamine nämlich und verändert sie immer mehr, sodass sie sich in eine ganz andere Person verwandelt. Weeds Reise geht über England hinaus, nach Italien, wo er hofft, endlich rauszufinden, wo seine Geliebte ist... Wird es den beiden gelingen, sich wiederzufinden? Oder entscheidet sich Jessamine gegen Weed - und für den Giftprinzen?


Meine Meinung:
Dieses Buch ist die Fortsetzung zu "Die Poison Diaries 1", ein Buch, welches mir sehr gefallen hat. Natürlich habe ich gehofft, dass auch der zweite Teil an den ersten heranreicht, meine Erwartungen waren hoch, nicht zuletzt wegen den zahlreichen positiven Kritiken. Nun, leider muss ich sagen, dass sie bei weitem nicht erfüllt wurden. Schade eigentlich, denn die Autorin hat mit dem ersten Teil bewiesen, dass es ihr nicht an Talent mangelt.

Allein der Anfang des Buches hat mich ziemlich verstört; die naive und unwissende Jessamine aus "Poison Diaries 1" ist zu einer starken Persönlichkeit geworden, die auch gerne über Leichen geht. Wortwörtlich. Ich habe sie kaum wiedererkannt, sie ist entschlossener und mutiger als je zuvor. Woran man das merkt? Womöglich an dem Entschluss, ihren eigenen Vater zu ermorden, den Mann, der sie großgezogen hat, zwar nicht immer mit den richtigen Mitteln, aber trotzdem. Jessamine passt sein Verhalten nicht, und was macht man in so einem Fall? Natürlich, man ermordet die Person. Ehrlich gesagt war mir die Jessamine aus Teil eins lieber. Die war nämlich nicht so skrupellos und irgendwie menschlicher, egal wie naiv sie auch sein mochte.

Auch andere Taten von Jessamine (ich sag nur Rye) zeigten deutlich, wie sehr sie sich verändert hat. Natürlich trägt auch der Giftprinz die Schuld daran, der am Ende von Teil 1 auftauchte, und beschloss, Jessamine und Weed das Leben schwer zu machen. Es ist trotz allem bewundernswert, wie die Autorin es schafft, Jessamines Wandlung nachvollziehbar darzustellen (nur am Anfang ging es mir ein wenig zu schnell).

Wo wir schon bei den Charakteren sind, können wir gleich mit der zweiten Hauptperson neben Jessamine weitermachen, nämlich ihrem Verlobten Weed. Moment mal...Weed? Wer war das nochmal? Weed ist kein Charakter, der nachhaltig im Gedächnis des Lesers bleibt. Er ist irgendwie schwächlich, wenn auch sehr entschlossen, seine große Liebe Jessamine wieder zu finden. Wirklich sympathisch waren mir beide Protoganisten nicht. Und wenn das so ist, dann fällt es dem Leser selbstverständlich schwer, das Buch zu geniessen, da kann die Handlung so gut sein wie sie will.

Nur schade, dass auch die Handlung mich nicht überzeugen konnte. Sie war sehr verwirrend und einige Passagen waren meiner Meinung nach unnötig. Es wurde wieder aus zwei verschiedenen Sichten erzählt und trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, wollte keine Spannung aufkommen. Allerdings fand ich den Wechsel zwischen den Orten, an denen die Geschichte spielt, ziemlich gelungen. Ich konnte mich immer wieder schnell einfinden und die Atmosphäre hat auch immer gepasst.

Insgesamt betrachtet ist die Idee, die hinter dieser Reihe steckt, durchaus interessant und hat ohne Frage viel Potential. "Die Poison Diaries" sind keine typischen Fantasybücher, denn sie sind historisch und außerdem stehen hier Pflanzen (anstatt Vampiren oder Werwölfen) im Vordergrund. Dass diese auch noch reden können und nur Weed sie verstehen kann, setzt dem Ganzen natürlich noch die Krone auf. Und es hat ja auch so gut angefangen, der erste Teil hat mich überzeugt - im Gegensatz zum zweiten Teil. Die Mittelteile einer Reihe haben es immer schwer, das ist allgemein bekannt und ich hoffe, dass die Autorin in dem Abschluss dieser Trilogie (erscheint im Februar 2013 auf englisch) noch einmal zeigen wird, was sie kann. Ob ich das Buch lesen werde, kann ich allerdings noch nicht sagen.

Am meisten hat mir an diesem Buch der Schreibstil gefallen. Er hat etwas poetisches an sich, lässt sich trotzdem sehr schnell und flüssig lesen und passt perfekt in die Zeit rein, in der die Geschichte spielt. Maryrose Wood schreibt nicht übertrieben ausschweifend, sondern sehr gefühlvoll und kreativ. Auch die Übersetzerin Alexandra Ernst hat sehr gute Arbeit geleistet, denn mein Lesefluss wurde nie durch irgendwelche verschachtelten Sätze oder komische Formulierungen gestört.

Fazit:
Ein sehr enttäuschender zweiter Teil dieser Reihe, mit unsympathischen Protagonisten und wirrer (wenn auch actionreicher) Handlung. Sehr schade eigentlich, denn die Autorin kann auch anders (das hat sie schließlich in Teil eins gezeigt) und auch die Idee hat sehr viel Potential. Alle, die den ersten Band mochten, rate ich, es auch mit diesem Buch zu probieren. Denjenigen, die schon den ersten Teil nicht mochten, kann ich dieses Buch nicht empfehlen. Der wunderschöne Schreibstil ist wohl das Beste am ganzen Buch und verleitet mich dazu, schwache 4 Punkte (von 10) zu vergeben.

! Ich bedanke mich beim FJB Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares !

Montag, 4. Juni 2012

Rezension: "Dragons Schwur: Eine House of Night Story"

0 Meinungen
http://www.weltbild.de/media/ab/2/039166828-dragons-schwur.jpg


  •  Titel: Dragons Schwur
  • Originaltitel: Dragon's Oath
  • Autorin: P.C. und Kristin Cast 
  • Übersetzerin: Susanne Goga-Klinkenberg 
  • Gebundene Ausgabe: 175 Seiten
  • Verlag: Fischer Fjb
  • Deutsche VÖ: 17. Februar 2012
  • ISBN-10: 3841422136
  • ISBN-13: 978-3841422132

  •   
    Handlung:
    Als Vampyr Gezeichnet. Von der Liebe geblendet. An einen Schwur gekettet. Lange bevor Zoey Gezeichnet wurde ... bevor sie ins House of Night eintrat ... bevor sie den Kampf gegen das Böse aufnahm gab es schon einen, der dort seit langem lebte: Dragon Lankford, Schwertmeister und Krieger. Dies ist seine Geschichte.
    Vom eigenen Vater verstoßen, der ihn im Jahre 1830 auf ein Schiff nach Amerika verbannt, wird Dragon Lankford noch im Hafen von London als Jungvampyr Gezeichnet. Doch das Leben als Vampyr im Amerika des 19. Jahrhunderts ist gefährlich. In St. Louis wird er zum Schwertmeister ausgebildet. Sein neues Leben birgt nicht nur viele Gefahren, sondern hält auch einige Vergünstigungen bereit. Denn da ist Anastasia, die junge, bildhübsche Lehrerin für Zauberei und Rituale, die sein Leben für immer verändern wird. Doch noch ist der Kampf gegen das Böse nicht gewonnen. Kann er sie beide retten? via


    Meine Meinung:
    Dragons Schwur ist ein kleines Büchlein, das in der Vampyr-Welt von P.C. und Kristin Cast spielt. Es ist eine Ergänzung zu der House of Night-Reihe, die mittlerweile schon neun Teile umfasst. Mit der Geschichte, die in diesen Büchern erzählt wird, hat "Dragons Schwur" aber nicht allzu viel zu tun. Trotzdem sollte man die Reihe gelesen haben und sich in dieser Vampyr-Welt auskennen, um Drangons Geschichte folgen zu können. Diejenigen, die die Hintergrundinfos nicht haben, könnten sich schnell langweilen. Daher: House of Night-Fans werden Gefallen an dieser Geschichte finden - alle anderen: Finger weg!

    Eine nette Ergänzung, nicht unbedingt nötig, aber unterhaltsam, das ist dieses Buch. Es erzählt die Geschichte von Dragon Lankford, dem Lehrer am House of Night, der auch in den anderen Büchern der Reihe vorkommt. Die Handlung ist teilweise verwirrend, z.B. ich wusste nicht immer, wie viel Zeit zwischen den einzelnen Erzählpassagen verstrichen war. Auch das Ende, oder vor allem der letzte Satz, lies mich etwas irritiert zurück. Das kann natürlich auch daran liegen, dass ich bis jetzt nur die ersten sechs Teile der Reihe gelesen habe, und mir deshalb ein paar Informationen fehlen. Vielleicht wäre die Geschichte an sich schlüssiger, wenn ich schon mehr wüsste.

    Ich weiß nicht, wann genau man das Buch lesen sollte, um nicht gespoilert zu werden. Wie gesagt, ich bin erst beim Band sechs der House of Night-Reihe. Das hatte auch zur Folge, dass ich schon im ersten Kapitel einem großen Spoiler begegnete. Daher Achtung, ihr solltet wahrscheinlich die ersten acht Bände kennen, bevor ihr zu diesem Buch greift!

    Die Geschichte an sich ist sehr interessant und unterhaltsam. Die Charaktere sind sympathisch, auch wenn man durch die geringe Seitenzahl keine Bindung zu ihnen aufbauen kann. Langweilig wird es während dem Lesen nicht, denn - wir sind es nicht anders von dem Autorenduo gewöhnt - es passiert alles ziemlich schnell, Schlag auf Schlag. Das ist auch einer von den Gründen, warum man das Buch wunderbar in einem Rutsch durchlesen kann. Viel mehr als zwei Stunden wird man nicht brauchen, denn die Schrift ist groß, die Seiten klein, die Seitenzahl beträgt knapp 180 Seiten. Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen, auch wenn er in Rekordzeit zwischen gehoben und jugendlich wechselt.

    Die Aufmachung gefällt mir wirklich gut, das Buch ist ziemlich klein und dünn, aber hochwertig, mit wunderschönen Verzierungen und Bildern, die die Geschichte aufwerten. Äußerlich passt "Dragons Schwur" perfekt zu der House of Night-Reihe, auch wenn diese ein ganzes Stück größer ist. Wenn man den Schutzumschlag abnimmt, ist das Buch wie gewohnt schwarz, auf dem Buchrücken ist in heller blauer Schrift der Titel geschrieben. Das Cover zeigt ein Schwert, in dem sich eine junge, blonde Frau spiegelt. Es passt wirklich gut zur Geschichte, denn sowohl das Schwert, als auch die junge Frau spielen in dieser Geschichte eine entscheidende Rolle.

    Fazit:
    "Dragons Schwur" ist eine nette Ergänzung zu der House of Night-Reihe, die aber nicht unbedingt nötig war (soweit ich das beurteilen kann, da ich noch nicht die ganze Reihe gelesen habe). Fans des House of Night werden Gefallen daran finden, der Rest wohl eher nicht. Aufgrund der geringen Seitenzahl konnte die Handlung und auch die Charaktere nicht wirklich aufblühen, gut unterhalten wurde ich trotzdem. Daher gibt es 6 Punkte (von 10).


    ! Ich bedanke mich bei Fischer FJB für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars !

    Montag, 30. April 2012

    Rezension: "City of Bones"

    6 Meinungen
    http://www.arena-verlag.de/sites/arena-verlag/files/imagecache/large/cover/978-3-401-06132-0.jpg
    • Titel: City of Bones (Chroniken der Unterwelt) 
    • Autorin: Cassandra Clare
    • Übersetzer: Franca Fritz und Heinrich Koop
    • Broschiert: 500 Seiten
    • Verlag: Arena
    • Erste deutsche VÖ: 15. Januar 2008
    • ISBN-10: 3401502603
    • ISBN-13: 978-3401502601

    Handlung
    Gut aussehend, düster und sexy. Das ist Jace. Verwirrt, verletzlich und vollkommen ahnungslos. So fühlt sich Clary, als sie in Jaces Welt hineingezogen wird. Denn Jace ist kein normaler Junge. Er ist ein Dämonenjäger. Und als Clary von dunklen Kreaturen angegriffen wird, muss sie schleunigst ein paar Antworten finden, sonst wird die Geschichte ein tödliches Ende nehmen! (Klappentext)


    Meine Meinung
    "City of Bones" ist ein sehr fantasylastiges Jugendbuch, denn hier kommt wirklich so gut wie jede Art von Fantasiewesen vor, seien es Vampire, Werwölfe, Elfen, Meerjungfrauen, Zauberer, Dämonen und so weiter und so fort. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf den Schattenjägern. Clary lernt diese kennen und so nimmt die Geschichte ihren Lauf...

    Cassandra Clare ist ohne Frage eine sehr begabte Autorin und unfassbar kreativ noch dazu. Sie hat sehr sympathische, unverwechselbare Charaktere geschaffen. Jeder von ihnen ist so genau und vorsichtig gezeichnet, dass es fast unmöglich ist, sie durcheinander zu bringen. So macht die Geschichte noch mehr Spaß.

    Clary, die Protagonistin, ist ein sehr angenehmer Charakter. Witzig und intelligent, und trotz ihrer 15 Jahre schon ziemlich reif und erwachsen.  Ihre Wandlung von einem kleinen, verunsicherten Mädchen zu einer starken und mutigen Schattenjägerin konnte man wunderbar nachvollziehen und es machte wirklich Spaß, Clary bei ihrem Abenteuer zur Seite zu stehen. Eine einzige Sache hat mich aber genervt: Ich hatte das Gefühl, dass sie ziemlich oft einen Satz mit "Jace..." anfängt und ihn dann unausgesprochen in der Luft hängen lässt. Sie wirkte dadurch ziemlich verunsichert, wenn nicht sogar kindlich. Aber ansonsten ist sie ein sehr interessantes Mädchen, das oft Sarkasmus benützt. Man muss sie einfach gern haben. 

    Jace, die zweite Hauptperson, ist einfach unverwechselbar. Er ist cool, arrogant, selbstverliebt. Doch man merkt schnell, dass der Großteil seines Verhaltens nicht der Wahrheit entspricht. Eigentlich ist er nämlich ein ziemlich netter Kerl, der sich durch und durch seiner Worte bewusst ist. Er ist stark, er ist mutig und trotzdem verletzlich. Er ist einfach anders  als die anderen - Jace eben. ;)

    Da wir von einem Jugendbuch sprechen, gibt es auch ganz kleine Liebesgeschichte. Oder eher Ansätze einer Liebesgeschichte. Wirklich süß. Ich bin wirklich, WIRKLICH gespannt, wie sich diese noch entwickelt. Auch ein Liebesdreieck wird angedeutet. Meiner Meinung nach eher unnötig, aber sehr gestört hat es mich nicht. 

    Die Handlung ist spannend und überrascht durch aufregende, teilweise fast schockierende Wendungen. Manche konnte ich erahnen, andere haben mich fast "vom Hocker gehauen". Ein wenig hatte die Geschichte was von Harry Potter, v.a. Valtentin, der Bösewicht der Geschichte (mit dem Nachnamen *räusper* Morgenstern), hat mich ein wenig an Voldemort erinnert. Sei's drum. Die Handlung im Allgemeinen bietet sehr viel Abwechslung, denn es werden die verschiedensten Themen angesprochen, von Homosexualität bis zu Vertrauen in die Mitmenschen. Ich brauch nicht zusätzlich sagen, dass es nicht langweilig wurde, oder? ;)

    Besonders herausstechend ist der Humor, den die Autorin an den Tag legt. Witzige Formulierungen, sarkastische Bemerkungen und Situationskomik lassen den Leser schmunzeln, kirchen und lachen. Ein wahrer Lesespaß!

    Das Ende ließ mich wirklich enttäuscht zurück. Ganz ehrlich, was war das denn? Die Auflösung ganz am Ende hat mich echt geschockt. Ich hoffe sehr, dass in den folgenden Teilen das Ganze als großes Missverständnis aufgelöst wird. Ich hoffe es wirklich.

    Der Schreibstil ist zwar nicht der Einfachste, aber sehr angenehm und flüssig zu lesen. Die Beschreibungen waren alle sehr gelungen und verloren habe ich mich in dieser Welt nie gefühlt. Teilweise waren es mir zu viele Dialoge, aber dafür gibt es gegen Ende viel Action. Was mir an wenigsten am Buch gefällt, ist das deutsche Cover. Ich finds zwar schön, aber es weckt meiner Meinung nach ganz falsche Erwartungen, als ich es zum Ersten Mal gesehen habe, hielt ich es für ein Jungsbuch. Umso besser, dass ich mich davon nicht täuschen ließ, denn "City of Bones" ist jeden Blick wert.

    Fazit
    Die Einführung in die Welt der Schattenjäger ist gelungen und nun freue ich mich auf die folgenden Teile. Tolle Charaktere machen die vielen Dialoge wieder wett und der Humor wertet die Geschichte nochmal auf. Allein wegen Jace lohnt es sich wirklich, das Buch zu lesen. ;) Noch kann ich nicht ganz in Jubelgeschrei ausbrechen - aber was nicht ist, kann ja noch werden. Deshalb bin ich sehr auf den Folgeband "City of Ashes" gespannt und vergebe 8 Punkte (von 10).

    Montag, 2. April 2012

    Rezension: "Nacht"

    0 Meinungen
  • Titel: Nacht
  • Autorin: Elena Melodia
  • Übersetzerin: Karin Diemerling
  • Originaltitel: Buio
  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: PAN
  • Deutsche VÖ: 4. Oktober 2011
  • ISBN-10: 3426283336
  • ISBN-13: 978-3426283332



  • Handlung:
    Alma ist cool. Amla ist schön. Alma ist die Anführerin der beliebtesten Mädchenclique der Schule. Jeder Junge träumt davon, sie zu erobern. Doch noch niemand hat das geschafft, denn Alma ist nicht nur perfekt, sie ist auch unglaublich unnahbar und verschlossen. Das hat seine Gründe, denn bei Alma läuft weit nicht alles so gut, wie es rüberkommt. Sie hat Familienprobleme, ihre Freundinnen verändern sich immer mehr, sie hat Träume, in denen Morde passieren. Das Schlimmste daran: Diese Morde ereignen sich kurz darauf auch in der Realität. Doch was hat Alma damit zu tun? Was sind das für Männer, die sie verfolgen? Was verbirgt ihre Freundin Agatha vor ihr? Und welche Rolle spielt der geheimnisvolle Morgan in dieser Geschichte?


    Meine Meinung

    Ich wollte dieses Buch wirklich mögen. Trotz negativer Kritiken, versuchte ich, möglichst ohne Vorurteile an dieses Werk heranzugehen. Nur leider kann man nicht alles haben. Ich stellte schnell fest, dass die negativen Kritiken nicht grundlos geschrieben worden waren.

    Es geht schon auf den ersten Seiten los, man lernt die Protagonistin kennen und fängt schon da an, fassungslos den Kopf zu schütteln. Alma, so heißt das Fräulein, lässt sich in wenigen Adjektiven beschreiben: oberflächlich, eingebildet, gefühlskalt. Dabei denke ich nicht, dass das Absicht der Autorin war, ich glaube eher, die Autorin wollte einige Handlungen der Geschichte möglichst realistisch darstellen und hat daher so eine eigensinnige Hauptperson ausgewählt, ohne zu wissen, wie nervig diese rüberkommt. Ganz ehrlich, Alma hat mir den Lesespaß gehörig verdorben und ich war teilweise ganz kurz davor, das Buch abzubrechen. Natürlich habe ich das nicht getan, ich habe tapfer weitergelesen, um festzustellen, dass sich Alma im letzten Drittel des Buches bessert, sie lässt sich besser aushalten. Oder man gewöhnt sich als Leser einfach an sie, das kann natürlich auch sein, ich weiß es nicht.

    Alma ist natürlich nicht der einzige Charakter dieses Buches. Und obwohl sie so unausstehlich ist, wäre es mir lieber, sie wäre es. Denn die anderen Personen sind keinesfalls besser. Unfassbar flach und unsympathisch - und zwar jeder von ihnen. Ihre sogenannten "Freundinnen", Agatha, Naomi und Seline, sind egoistisch und genauso gestört (Verzeihung) wie Alma selbst. Sie lassen kleine Mädchen aus ihrer Schule kranke Mutproben durchstehen, damit sie mit ihnen "befreundet" sein dürfen. Und das Schlimmste: Die Autorin stellt das so dar, als ob es das Normalste der Welt wäre. Die Botschaft, dass sowas keinesfalls in Ordnung ist, kommt nicht rüber. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie 16 bzw. 17jährige zu solchen Taten fähig sind, sie überfallen Leute aus Rache und nutzen ihre Mitmenschen aus. Und dabei sind sie die Hauptpersonen und stehen eigentlich auf der Seite der Guten. Irgendwie schade.

    Nächster Punkt: Die Handlung. Oder sollte ich besser sagen, das Handlungsknäul bestehend aus 2563 Handlungssträngen? Man sollte vielleicht erwähnen, dass man sich nicht auf den Klappentext verlassen sollte, denn dieser führt komplett in die Irre. Es steht z.B. drin, dass Alma sich wegen ihren Sorgen als allererstes an Morgan wendet, als ob die beiden absolut vertraut miteinander wären. Falsch. Sie wendet sich nur gezwungenermaßen an ihn und Vertrauen zwischen den beiden kommt in der ganzen Geschichte kaum auf. Außerdem wird gesagt, dass Alma bei jeder Berührung extreme Schmerzen verspürt. Auch das ist nicht richtig. Es wird zwar erwähnt, dass sie ein Stich durchfährt, sobald Morgan sie berüht - aber nur zwei Mal auf knapp 450 Seiten! 

    Die Handlung selbst ist ziemlich verwirrend und hat unzählbare Handlungsstränge. Man weiß nicht, worauf man sich als Leser konzentrieren soll, wie alles zusammenhängt und das traurige dabei ist, dass man auch am Schluss nicht aufgeklärt wird. Das Ende ist alles andere als zufriedenstellend und sollte der zweite Teil auf deutsch erscheinen, bezweifle ich trotz des offenen Endes, dass ich ihn lesen werde. Überhaupt ist es nicht sehr einfach, das Buch zu lesen, denn die düstere Atmosphäre erschlägt einen und der Humoranteil liegt bei -30%.  Potential hätte die Idee wahrscheinlich gehabt, obwohl ich immer noch nicht so wirklich weiß, was die Geschichte eigentlich für einen Sinn hatte. Hätte man die Hälfte der Handlungsstränge weggelassen und sich dafür umso mehr auf die anderen konzentriert, wäre das Werk viel leichter zu lesen, da bin ich mir sicher. Außerdem hätte man die Charaktere besser ausarbeiten können und ein paar positive Eigenschaften hätten bestimmt auch nicht geschadet. 

    Unter dem Klappentext steht außerdem die Beschreibung des Buches: "Spannend, romantisch und geheimnisvoll". Spannend kann ich mehr oder weniger unterschreiben, denn langweilig wurde es tatsächlich nicht. Romantisch dagegen passt absolut nicht. Wo in diesem Buch steckt denn bitte die Romantik? Das, was zwischen Alma und Morgan passiert, kann ich nur bedingt als "romantisch" bezeichnen. Eher als verwirrend und steif.  Dafür trifft geheimnisvoll zu. Es gilt tatsächlich, viele Geheimnisse aufzudecken - nur leider werden nur die allerwenigsten aufgelöst. Der Leser macht das Buch deprimiert zu und fragt sich: "Was hat es mir gebracht, dieses Buch zu lesen?"

    Der Schreibstil passt gut zum Buch - er ist emotionslos und anstrengend. Ich hatte oft das Gefühl, dass die Autorin unbedingt poetisch klingen wollte - gelungen ist ihr das, meiner Meinung nach, so gut wie nie. Die Sätze klangen sehr gestellt, die Dialoge wirkten steif und sehr unnatürlich. Verständlich, dass das nicht gerade dazu beiträgt, dieses Werk glaubwürdiger zu machen.

    Das Cover ist wohl das Beste am ganzen Buch, ich liebe die Gestaltung. Es ist schlicht, hebt sich aber trotzdem von der Masse ab und passt gut zu der Geschichte. Außerdem vermittelt sie die Atmosphäre perfekt. Auch die Farb- und Schriftwahl hätte nicht besser sein können. Wirklich gelungen.

    Fazit:
    Dieses Buch ist Geschmackssache. Meinen Geschmack hat es leider nicht getroffen. Wäre die Handlung nicht so überladen, die Charaktere nicht so unsympathisch und der Schreibstil nicht so steif gewesen, hätte das Buch gute Chancen bei mir gehabt. So aber kann ich leider keine Empfehlung aussprechen, denn auch wenn man dieses Buch nicht gelesen hat, hat man absolut nichts verpasst. Ich vergebe 3 Punkte (von 10).


    ! Ich bedanke mich beim Pan-Verlag für die Unterstützung mit dem Rezensionsexemplar !

    Montag, 12. März 2012

    Rezension: "Daughter of Smoke and Bone"

    9 Meinungen
  • Titel: Daughter of Smoke and Bone - Zwischen den Welten
  • Autorin: Laini Taylor
  • Übersetzerinnen: Anna Julie und Chrsitine Strüh
  • Originaltitel: Daughter of Smoke and Bone
  • Gebundene Ausgabe: 491 Seiten
  • Verlag: Fischer Fjb
  • Deutsche VÖ: 23. Februar 2012
  • ISBN-10: 3841421369
  • ISBN-13: 978-3841421364


  • Handlung:
    Karou ist etwas Besonderes. Sie hat blaue Haare so glänzend wie Seide und filigrane Tattoos. Sie ist in den düsteren Gassen Prags genauso zuhause wie auf den Märkten von Marrakesch, und sie spricht fast alle Sprachen der Welt, nicht nur die der Menschen. Doch Karou hat ein Geheimnis. Manchmal verschwindet sie für Tage, ohne jemandem zu sagen wohin. Außerdem kennt nicht einmal sie selbst ihre wahre Herkunft.
    Bis eines Tages auf der ganzen Welt mysteriöse schwarze Handabdrücke an Türen erscheinen. Geflügelte Fremde, die durch einen Spalt im Himmel geschlüpft sind, brennen sie in Holz und Metall. Einen von Ihnen trifft Karou in der pulsierenden Altstadt von Marrakesch – und eine Liebe beginnt, deren Wurzeln tief in eine gewalttätige Vergangenheit reichen.
    Am Ende wird sie mehr über sich erfahren, als sie sich jemals hätte vorstellen können. (via Verlag)



    "Es war einmal, da verliebten sich ein Engel und ein Teufel ineinander.
    Es ging nicht gut aus." - S.7


    Meine Meinung

    Es kommt nicht oft vor, dass ich schon am Anfang meiner Rezension schreibe, wie ich das Buch fand. Aber hier muss es sein: Schon lange habe ich kein so gutes Fantasybuch gelesen. Urban-Fantasy, um genau zu sein. Wahnsinn. Als "Viel-Leser" sammelt man immer mehr verschiedene Eindrücke mit Büchern und die Erwartungen steigen. Es ist nicht einfach, einen "erfahrenen" Leser und beeindrucken oder zu überzeugen. Nun, was soll ich sagen? "Daughter of Smoke and Bone" hat dies absolut geschafft. Ich verbeuge mich vor Laini Taylor, der Autorin dieses Buches, denn sie hat nicht nur eine wunderbare Geschichte verfasst, nein, sie hat ihre ganze Kreativität benutzt. Was für ein Ideenreichtum, bleibt mir da nur noch zu sagen.

    Das richtige Maß bei einem Urban-Fantasybuch zu finden, erweist sich oft als schwer. Entweder man hat zu viel von allem - zu viele Beschreibungen, Charaktere, Eindrücke, Dimensionen. Oder zu wenig - zu wenig Gefühl und Teifgründigkeit zum Beispiel.
    Doch nun könnt ihr euch sicher sein, dass es tatsächlich noch die goldene Mitte gibt: "Daughter of Smoke and Bone". Ihr sucht ein Fantasybuch, eins von den Guten? Lest dieses hier - es ist mit Sicherheit eins von den Besten.

    Das Wichtigste an einem Roman sind die Charaktere, denn erst diese können eine Geschichte so richtig interessant machen, so wie auch hier. Karou ist ein Traum von Protagonistin. Stark und selbstbewusst, trotzdem sehr menschlich und voller Humor. Intelligent und sarkastisch. Oft war ich beeindruckt, wie mutig sie doch ist, obwohl sie gleichzeitig so verletzbar wirkt. Karou ist sehr besonders, und das nicht nur, weil sie blaue Haare hat. So ein Mädchen möchte doch jeder als beste Freundin haben, oder zumindest als Protagonistin in seinem Buch. ;)
    Auch Akiva, die zweite Hauptperson, hat mich von Anfang an fasziniert. Er ist mysteriös geheimnisvoll und doch so gefühlvoll, dass es dem Leser den Atem nimmt. Ihr denkt jetzt vielleicht, ich übertreibe, aber nein! Taucht ein in Karous Welt und lasst euch von den Charakteren bezaubern. Bildet euch eure eigene Meinung - sie wird sich nicht allzu von meiner unterscheiden.
    Die Autorin beschreibt die Charaktere nicht nur, sie lässt sie leben.

    Auch die Handlung hat mich absolut fasziniert. Wie viel Kreativität ist nötig, um so etwas zu verfassen? Ich hatte nie das Gefühl, dass ich schon mal so etwas derartiges gelesen habe; Wesen, halb Mensch, halb Tier, führen Krieg gegen Engel. Und Karou ist mittendrin. Schon allein diese kurze Beschreibung verrät, wie viel Spannung und Komplexitität in dieser Geschichte vorhanden sein muss.
    Langweilig wurde es nicht, dafür sehr tiefgründig. Ich finde gar keine Worte, um zu beschreiben, was für ein Werk Laini Taylor da geschaffen hat. So komplex. So faszinierend. So anders.
    Hier ist für jeden was dabei, es geht um Familie, um Freundschaften, um das reale Leben und auch um das Leben außerhalb des Vorstellbaren. Es geht um Vertrauen, um Geheimnisse und natürlich kommt auch die Liebe nicht allzu kurz. Jeder kommt hier auf seine Kosten - Abwechslung heißt das Zauberwort.
    Besonders aufgefallen ist mir außerdem die Tatsache, dass es dem Leser nur schwer fällt, Gut und Böse zu unterscheiden. Man weiß selber nicht, auf wessen Seite man stehen soll und ich denke, genau das macht den Reiz von "Daughter of Smoke and Bone" aus.

    Die ersten drei Viertel des Buches spielen im "Jetzt", das letzte Viertel ist ein Flashback. Hier habe ich meinen einzigen Kritikpunkt, den das letzte Viertel wies meiner Meinung nach einige kleine Längen auf. Sicherlich nicht störend und auch nicht auffällig, nur ist es eben so, dass man gerade auf diesen letzten Seiten förmlich an den Seiten klebt, um die Auflösungen der Geheimnisse zu erfahren, um zu erfahren, wie das alles ein Ende nimmt. Da fallen Längen eben auf, ganz egal, wie groß oder klein sie sind.
    Das Ende hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn es ein gemeiner Cliffhanger ist - ich fand es trotzdem sehr passend. Nun möchte ich aber natürlich sofort den nächsten Teil weiterlesen, aber da werde ich mich wohl noch gedulden müssen. Leider.

    Ich möchte noch kurz auf den Schreibstil von Laini Taylor eingehen, denn sie schreibt sehr besonders. Nicht immer, aber oft ein wenig poetisch, sie verwendet wunderschöne Metaphern und lässt die Geschichte lebendig werden. Ab der ersten Seite habe ich jedes einzelne Wort genossen. Ein kleines Bespiel für diese bildliche Sprache:

    "(...) Von anderen - monumentalen, furchtbaren - Dingen erzählte
    er ihr nicht, sondern streifte sie nur, so behutsam, wie man den Rand
    einer Wunde berührt, um zu sehen, ob sie noch weh tut." - S.269

    Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch die Gestaltung des Buches, die die Geschichte perfekt ergänzt. Unter dem Schutzumschlag sieht man noch einmal das Cover, nur als Skizze, wie mit einem violetten Stift auf hellblauem Papier. Wunderschön.

    Fazit:
    Urban-Fantasy auf höchstem Niveau. Eine komplexe und faszinierende Geschichte, ergänzt durch grandios ausgearbeitete Charaktere, eingebettet in einem wunderbaren Schreibstil, verschönert durch die unglaubliche Gestaltung. Dieses Buch hat es verdient gelesen zu werden, also tut mir den Gefallen und lasst euch von Karou mit auf eine Reise nehmen, die sich lohnt. Ihr werdet genauso begeistert von diesem (fast) perfektem Buch sein, wie ich - versprochen! 9 Punkte (von 10).

     
    ! Ich bedanke mich bei den Fischer Verlagen für dieses wunderbare Rezensionsexemplar !

    Montag, 5. März 2012

    Rezension: "Mit ganzer Seele. Soul Screamers 01"

    4 Meinungen
  • Autorin: Rachel Vincent
  • Übersetzerin: Alessa Krempel
  • Titel: Soul Screamers 1. Mit ganzer Seele
  • Originaltitel: Soul Screamers 1. My Soul to Take
  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Mira Taschenbuch im Cora Verlag
  • Deutsche VÖ: Oktober 2011 
  • ISBN-10: 3899419464
  • ISBN-13: 978-3899419467




  • Handlung
    Kaylee führt ein ganz normales Leben. Natürlich sind da die Schreianfälle, die ihr das Leben ab und zu schwer machen. Aber eigentlich ist sie ein durchschnittliches Mädchen, so denkt sie zumindest. Bis Nash sie eines Tages anspricht, der süßeste Junge der Schule. Da nehmen die Dinge ihren Lauf.
    Kaylee nimmt eine dunkle Wolke um ein Mädchen in der Disko wahr und eine unsichtbare Kraft zwingt Kaylee so laut wie möglich zu schreien. Sie weiß nicht warum, aber sie ist sicher: dieses Mädchen wird sterben. Und tatsächlich, am nächsten Tag ist das Mädchen tot.
    Es bleibt nicht nur bei einem Todesfall...



    Meine Meinung

    Begeisterte Stimmen überall - "Das ist Weltklasse!" oder "Dieses Buch gehört gelesen!". Kein Wunder, dass meine Erwartungen sehr hoch waren. Vielleicht zu hoch, denn "Soul Screamers 01. Mit ganzer Seele" konnte sie nicht ganz erfüllen.

    Zuerst sollte ich erwähnen, dass ich mir unter diesem Buch etwas komplett anderes vorgestellt habe. Vielleicht konnte es mich deshalb nicht so sehr begeistern, ich weiß es nicht. 
    Fangen wir mit den Sachen an, die mir negativ aufgefallen sind. Ein ganz großes Minus war in meinen Augen die Protagonistin Kaylee. Wenn sie auch gut ausgearbeitet ist - Meine Güte, ist dieses Mädchen nervig! Sie ist 16 und benimmt sich ungelogen wie höchstens zwölf. Sie hat komische Stimmungsschwankungen, stellt wirklich unnötige Fragen, ist unglaublich naiv bzw. handelt so, kurz: sie hat es mir unmöglich gemacht, mich in ihrer Geschichte wohlzufühlen. Während dem ersten Gespräch zwischen ihr, Nash und Todd im Krankenhaus (alle, die das Buch gelesen haben, wissen wovon ich rede) hätte ich sie am liebsten 10 Minuten lang durchgeschüttelt. Ich hoffe so sehr, dass sie sich in den nächsten Teilen der Reihe in eine positive Richtung entwickelt.

    Als wäre das noch nicht genug, gibt es da auch noch Nash. Ich habe auf keiner einzigen Seite verstanden, was so toll an ihm sein soll. Für mich war er einfach nur ein ängstliches Weichei mit komischen Humor. Ehrlich. Und wenn er wirklich so toll ist - was in aller Welt findet er dann an Kaylee? Okay, sie fühlen sich verbunden, und die Erklärung dazu ist wirklich glaubhaft, aber trotzdem. Aber, Achtung: ich finde, dass die naive Kaylee und das Weichei Nash ein wunderbares Paar abgeben! Tatsächlich passen die beiden wirklich gut zusammen. Ihr Verhalten ist ziemlich ähnlich und deshalb ergänzen sie sich doch ziemlich gut. Mein Lieblingspaar werden die beiden dagegen sicherlich nie werden.

    Kommen wir zur Handlung. Meiner Meinung nach passiert einfach zu wenig und wenn etwas passiert, dann habe ich es als Leser schon 30 Seiten vorher geahnt. Als Ergänzung dazu gibt es langweilige, unnötige Dialoge, gewürzt mit vielen Logik-Fehlern, die ich gerne aufführen würde, wenn sie nicht spoilern würden. Außerdem gibt es unzählige Geheimnisse, die nach und nach aufgedeckt werden. Manche sind tatsächlich erschreckend, andere so offensichtlich, dass der Leser sie schon lange, bevor Kaylee dahinterkommt, aufdeckt und sich mit der flachen Hand gegen die Stirn schlägt, als Kaylee endlich den "Aha!-Moment" hat. 

    Und noch eine kleine Sache, die mich aber extrem durcheinander gebracht hat: Ich wusste nie, wie spät es in der Handlung ist. Ich weiß es nicht, vielleicht hat ein Tag in diesem Buch 65 Stunden, aber das was Kaylee an einem angeblichen Tag alles erlebt, kann man unmöglich in einem Tag zusammenfassen. Sie kommt heim von der Schule, geht wieder weg, kommt wieder heim, geht wieder irgendwohin, kommt wieder heim, redet mit ihrem Onkel, dann kommt Nash noch vorbei, bleibt ewig da und so weiter. Vielleicht bin ich einfach zu pingelig, aber die nicht vorhandene Zeiteinteilung hat mich wirklich gestört.

    Positiv aufgefallen ist mir die Idee, die dahintersteckt. Sie hat sehr viel Potenzial, auch wenn ich mir kaum vorstellen kann, dass es noch fünf weitere Teile dieser Reihe geben soll. 
    Alle Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet, Kaylee und Nash sind wie gesagt nicht sehr sympathisch, aber auch nicht flach. Der Rest der vorkommenden Personen wirkt auch sehr dreidimensional, sodass sie einen großen Teil der Geschichte retten konnten.

    Auffällige Längen gibt es nicht, das Buch lässt sich flüssig und auch relativ schnell lesen, da der Schreibstil einfach und jugendlich ist. Und nicht zu vergessen ist natürlich das Cover. Ich liebe es! Es passt perfekt zur Geschichte und strahlt irgendwie Energie aus. Dabei ist es aber ziemlich schlicht, dennoch auffällig. Einfach toll!

    Fazit:
    Die Idee hinter "Soul Screamers" hat sehr viel Potenzial, was leider nicht ausgeschöpft wurde. Ich hoffe sehr, dass dies in den nachfolgenden Teilen geschieht. Die Protagonisten haben mir ein wenig den Lesespaß verdorben, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Trotzdem hatte ich einige angenehme Lesestunden mit dem Buch, welches sich meiner Meinung nach gut für zwischendurch eignet. "Soul Screamers 1. mit ganzer Seele" bekommt von mir 6 Punkte (von 10).


    ! Ich bedanke mich ganz herzlich beim MIRA Taschenbuch Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares !