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Donnerstag, 31. Januar 2013

[Rezension] "Abgeschnitten"

2 Meinungen
Der neue Psychothriller von Sebastian Fitzek wurde von mir erwartet wie kein anderes Buch in diesem Jahr. Diesmal hat sich Herr Fitzek aber nicht alleine an den Schreibtisch gesetzt, sondern arbeitete mit Michael Tsokos, einem sehr bekannten deutschen Rechtsmediziner, zusammen. Hat das der Geschichte geschadet? Nein, ganz im Gegenteil. Wir sind es nicht anders von Herr Fitzek gewohnt, auch dieses Buch ist wahnsinnig spannend und strotzt nur so vor überraschenden Wendungen. Die Handlung ist rasant und die Charaktere kantig. Und alles, was ich nach Beenden des Buches dachte, war "Fitzek eben. Der kann's halt.".

Die Charaktere sind interessant, aber weit von der Vollkommenheit entfernt. Sie haben ihre Macken und Eigenschaften, und sind trotzdem, oder gerade deshalb, sehr sympathisch. Oft ist die Art wie sie handeln sehr menschlich und lässt sie lebendig wirken. Wobei ich aber sagen muss, dass ich nicht alle Handlungen nachvollziehen konnte. Nehmen wir Herr Herzfeld, den Protagonisten. Seine Tochter wird entführt und natürlich gerät er in Panik. Aber diese Panik ebt relativ schnell ab und er wirkt gar nicht mehr so verzweifelt. Meiner Meinung nach hätte man das etwas realistischer darstellen können. Oder Linda, die Comiczeichnerin. Sie ist jung, reagiert aber auf manche Sachen überraschend gefasst (zB die Anfangsszene in ihrem Haus). Ich an ihrer Stelle wäre wahrscheinlich durchgedreht bzw. unter Leute geflüchtet, aber Linda sieht das anders. Auch die Tatsache, dass sie recht schnell einwilligt, einen Menschen aufzuschneiden, finde ich bedenklich.
Trotzdem habe ich beide sehr gerne begleitet, denn beide Protagonisten sind sehr warmherzige Menschen, denen man nur das Beste wünscht und deshalb immer weiterliest, um herauszubekommen, ob "das Beste" denn auch eintritt.

"Abgeschnitten" hat eine sehr interessante und, zumindest für mich, neuartige Thematik, die immer wieder erwähnt oder durchgeführt wird, nämlich die Sezierung einer Leiche. Da das immer sehr detailreich beschrieben wird, ist das sicherlich kein Buch für schwache Nerven bzw. einen schwachen Magen. Wenn man aber kein Problem mit sowas hat, ist es wahnsinnig interessant diese Passagen zu lesen, keinesfalls langatmig, man fühlt sich, als würde man gerade selber einen Menschen aufschneiden, was natürlich zu der makaberen Note der Handlung beiträgt. Man merkt also deutlich, dass hier ein erfahrener Rechtsmediziner mit am Werk war, das rundet das Ganze perfekt ab.

Die Handlung an sich ist wie gewohnt verstrickt und verwickelt, und dadurch stets sehr überraschend. Manche Kapitelendungen haben mir tatsächlich einige kleine Herzinfarkte beschert und auch manche Auflösung liesen mich kurz den Atem anhalten. Da kann man sagen was man will, aber Spannung aufbauen ist Herr Fitzeks Fachgebiet.
Das Buch kann man an einem Stück lesen, da es nie langweilt, außerdem trägt auch der gute Schreibstil dazu bei. Er ist nicht übermässig kompliziert, aber sehr atmosphärisch, kurze Sätze bei spnannenden Passagen, lange bei Monologen, so ist dieses Buch nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich ein sehr gelungenes Werk.

Leider wurden einige Nebenhandlungsstränge erwähnt, aber nie fortgeführt. So hätte ich sehr gerne mehr über den Praktikanten erfahren, nur um ein Beispiel zu nennen.

Das Beste an diesem Buch ist aber die Botschaft, die in einigen abgedruckten Zeitungsartikel verdeutlich wird; die Tatsache, dass in Deutschland ein Steuerhinterzieher im Extremfall länger in Haft muss als ein Kinderschänder. Da fragt man sich wirklich, wo leben wir eigentlich? Ich finde es einfach bemerkenswert, dass die Autoren darauf aufmerksam machen, denn das ist wirklich etwas, was man kritisieren und diskutieren sollte. Meiner Meinung nach agieren sie hier vorbildhaft.

Wie sind wir es von Herr Fitzek gewohnt? Spannend. Schockierend. Verwickelt. Das alles bekommen wir auch hier geboten, zusammen mit kantigen Charakteren und einem sehr atmosphärischen Schreibstil. Für das Extra sorgt Michael Tsokos, der uns lehrt, wie man eine Leiche aufschneidet. Ein sehr gelungenes und interessantes Werk, dem ich 8 Punkte (von 10) vergebe. Lesen!

Freitag, 27. Juli 2012

Rezension: "Vampire Academy 4 - Blutschwur"

4 Meinungen

Achtung, dies ist der vierte Teil einer Reihe und könnte Spoiler für die vorausgegangenden drei Teile enthalten.

Bei einem verheerenden Angriff der Strigoi auf die Akademie der Vampire wird Rose’ Geliebter Dimitri verschleppt. Nun steht sie vor einer entsetzlichen Aufgabe, denn einst schworen sie sich, den anderen zu töten, sollte er je in einen Strigoi verwandelt werden. Rose macht sich auf die Suche nach Dimitri, obwohl allein der Gedanke an den Schwur ihr fast das Herz bricht. Doch sie ist fest entschlossen, ihr Liebes-Versprechen einzulösen und Dimitri zu töten, wenn sie ihm gegenübersteht...via

Seit ich den ersten Band der Vampire Academy Reihe gelesen habe, wusste ich, dass diese Reihe etwas ganz besonderes ist. Keine Frage, diese Bücher gehören zu meinen Lieblingen, sie bestechen den Leser durch die durchgehende Spannung, die interessanten Charaktere und natürlich durch die komplexe Handlung. Richelle Mead hat mich noch nie enttäuscht und auch dieses Mal hat sie gezeigt, dass sie eine großartige Autorin ist, denn sie hält das Niveau von Buch zu Buch - "Blutschwur" muss sich sicherlich nicht hinter seinen drei älteren Geschwistern verstecken.

Fangen wir doch gleich mit dem Punkt an, der mir am meisten gefallen hat, nämlich dem Handlungsort. Fast die gesamte Handlung findet in Russland statt. Frau Mead beschreibt die dort herrschende Atmosphäre, die Lebensweise der Menschen und sogar die Architektur so realitätsnah, das man fast eine Gänsehaut davon bekommt. Da ich selbst aus Russland komme und einige Zeit meines Lebens dort verbracht habe, kann ich das wahrscheinlich ganz gut beurteilen, und wenn man das Buch liest, ist es so, als ob man sich selber dort befindet und alles mit eigenen Augen sieht.

Der Anfang von "Blutschwur" dehnt sich ein wenig, auf Action wartet man vergeblich. Tatsächlich gibt es im ganzen Buch nicht so viel Action, wie man es von dieser Reihe gewohnt ist, Frau Mead setzt dieses Mal viel mehr auf Emotionen und zwischenmenschliche Beziehungen. Ich denke, gerade deshalb sticht dieser Teil aus der gesamten Reihe raus. Trotz alldem ist die Spannung immer vorhanden, denn die Rose' Reise bietet so einige Überraschungen und Wendungen.

Rose, die Protagonistin, hat sich unglaublich verändert. Sie ist sehr viel ernster, erwachsener geworden und stellt vieles in Frage. Sie handelt überlegter und denkt mehr nach. Darunter leiden natürlich ihre "alten" Eigenschaften, ihr Humor zeigt sich nur noch selten. Einerseits habe ich die "alte" Rose vermisst, andererseits habe ich auch die Zeit mit der "Neuen" genossen, es war sehr interessant, auch ihre andere Seite kennenzulernen.

Die anderen Charaktere haben mir gefehlt, Lissa, Adrian und Christian kommen zwar vor, aber eher selten. Dafür lernt Rose viele neue, sehr interessante Personen kennen, die frischen Wind in die Handlung bringen. Ich hoffe sehr, dass sie uns auch in den noch ausstehenden zwei Teilen erhalten bleiben. Und wenn wir schon bei den Charakteren sind, möchte ich noch kurz Dimitri erwähnen. Aber wirklich nur kurz, weil sonst die Gefahr besteht, dass ich anfange zu heulen. Nein ernsthaft, es macht mich so fertig, dass Dimitri, mein Lieblingscharakter schlechthin, auf die Seite des Bösen gewechselt hat. Natürlich nicht freiwillig, aber das ändert ja nichts. Ich will ihn zurück, und zwar als den "alten" Dimitri - Rose, ich fühle mit dir!

Die Handlung wird immer komplexer, die Konflikte bringen Rose (und den Leser) immer mehr zum Verzweifeln, und auch die unerwarteten Wendungen lassen nicht allzu lang auf sich warten. Die Emotionen lassen sich fast mit den Händen greifen und das Ende ist gewohnt böse, wie gut, dass der fünfte Teil schon im Regal steht. Auch der Schreibstil ist wie immer sehr angenehm zu lesen und passt gut zu der Gesamthandlung.

Dieser Teil ist anders als die anderen, sehr viel tiefgründiger und berührender. Neue Charaktere kommen ins Spiel, "alte" müssen weichen. Auch der Handlungsort ändert sich, die Handlung spielt in Russland. Und auch die Protagonisten Rose und Dimitri machen eine Wandlung durch (wortwörtlich, was Dimitri angeht). Doch auch wenn sich dieser Teil sehr von den anderen unterscheidet, muss er sich nicht verstecken. Ich bin immer noch todtraurig wegen Dimitri und vergebe 8 Punkte (von 10), in der Hoffnung, dass sich alles irgendwann zum Guten wendet.

Mittwoch, 11. Juli 2012

Rezension: "Ohnegrund"

0 Meinungen

Amy geht nach Tel Aviv, um zu studieren. Sie ist die vernachlässigte Tochter zweier Künstler in London. Amy heißt eigentlich Emily, und so viel, wie von ihr erwartet wird, kann sie gar nicht leisten. Daher beschließt sie, gerade in Tel Aviv angekommen und außer Reichweite ihrer Eltern, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie verliebt sich in den jungen, idealistischen Israeli Nimrod, die beiden heiraten und bekommen eine Tochter, Sharona. So groß ihre Liebe ist, so groß ist jedoch auch Nimrods Idealismus als Sozialarbeiter. Amy nimmt tatenlos hin, dass Nimrod seine Ziele mit Hingabe verfolgt und sie und Sharona zurücklässt. Zehn Jahre später: Amy ist alleinerziehende Mutter in London. Sie ist unglücklich. Was im Leben ihres Mannes passiert ist, was ihrem Vater zugestoßen ist, das möchten Amy und Sharona ergründen, doch tut es jede für sich selbst. Erst durch das Einfühlungsvermögen von Amys Tante Lisa gelingt es, die beiden ein wenig näher aneinander und auch an die Wahrheit heranzuführen. via

Keine 200 Seiten umfasst dieses Buch. Und doch steckt darin eine sehr umfangreiche Geschichte. Eine sehr Berührende noch dazu. "ohnegrund" erzählt die Lebensgeschichte von Emily, genannt Amy, die Tochter von zwei beschäftigten Künstlern. Mit 20 beschliesst Amy, nach Tel Aviv, Israel, zu gehen und dort ein neues Leben zu beginnen. Dies gelingt ihr auch, sie verliebt sich, heiratet und bekommt eine Tochter. Dieser Lebensabschnitt, der 1999 spielt, wird im Buch erzählt. Aber das ist nur ein Teil der Handlung. Der zweite Lebensabschnitt, im Jahre 2009, kommt auch im Buch vor, sodass man Amy 1999 und 2009 begleitet. Was dazwischen passiert ist, kann man sich durch Erzählungen selbst erschliessen.

Die Erzählweise ist simpel, aber auch ziemlich distanziert. Es erzählt ein neutraler Er-Erzähler, sodass man kaum eine Chance hat, zu einer Person eine Bindung aufzubauen. Es kommen einige Personen in dieser Geschichte vor und ich finde, dass sie sehr gut ausgearbeitet sind, denn obwohl man als Leser nicht allzu viel Zeit mit ihnen verbringt, kann man sie problemlos auseinander halten und ihnen Charaktereigenschaften zuteilen. Außerdem hat jede Person einen Hintergrund, eine Geschichte, die dem Leser - wenn auch versteckt - erzählt wird. Das fand ich sehr schön, denn so lernt man jeden Charakter besser kennen.

Die Haupthandlung spielt in Israel, in der Hauptstadt Tel Aviv. Dies war das erste Buch, das ich gelesen habe, welches in Israel spielt. "Ohnegrund" nimmt den Leser gefangen und entführt ihn nach Tel Aviv, in eine fremde Kultur, zu interessanten Menschen. Und nach 192 Seiten schlägt man das Buch zu und fühlt sich entspannt, ganz so, als ob man selbst gerade Urlaub in Tel Aviv gemacht hätte. Was ich damit sagen will; die Autorin schafft es, eine ganz bestimmte Atmosphäre wiederzugeben, sodass man keinerlei Probleme hat, sich in das Land bzw. in die Kultur einzufinden. Hat man das Buch gelesen, hat man Israel und Tel Aviv kennen (und vielleicht sogar lieben) gelernt. Großartig!

Die Thematik des Buches ist nicht einfach, ziemlich ernst und auch dramatisch. Zu lachen gibt es eigentlich nicht viel, doch die Autorin schafft es immer wieder, den Leser durch Situationskomik zum schmunzeln zu bringen und die Atmosphäre aufzulockern. Das Buch liest sich deshalb auch sehr angenehm und wirkt kaum bedrückend auf den Leser. Außerdem endet das Buch ziemlich abrupt, doch die wichtigsten Fragen sind geklärt. Der Leser darf sich die Geschichte selbst weiterdenken, aber schlimm ist das nicht.

Als kleines Extra gibt es am Anfang jedes Kapitels eine Wetterverhersage. Anfangs war ich sehr verwirrt, denn diese Vorhersagen hatten nichts mit der Geschichte zu tun und als schließlich die Auflösung kam, war ich sehr überrascht. Wirklich schöne Idee. Außerdem gibt es auf den letzten zwei Seiten ein Glossar, in dem jüdische Bezeichnungen erklärt werden. Kann man sich auch während des Lesens zur Hilfe nehmen, denn es spoilert nicht.

"Ohnegrund" vereint viele Themen miteinander, wie Freundschaft, Familie, Liebe, jüdische Kultur und noch einige andere. Das passiert auf eine sehr harmonierende Art und Weise, ich habe mich nie überfordert von den ganze Eindrücken gefühlt, sondern habe mit Amy mitgelitten, denn dieses Buch weiß nicht nur zu unterhalten, sondern auch zu berühren. Hat man die letzte Seite gelesen, fühlt man sich irgendwie anders als vorher. Ruhig, auch ein wenig traurig, aber gleichzeitig gut. "Ohnegrund" ist ein Juwel, das viele, viele, viele Leser verdient.

"Ohnegrund" ist ein wunderbares Buch über die Kunst des Lebens, über Familiezusammenhalt, über unerwartete Liebe und über die jüdische Kultur. Lasst euch auf die Reise nach Tel Aviv ein und geniesst diese berührende Geschichte. Es lohnt sich. Große Empfehlung von mir und 8 Punkte (von 10). Dieses Buch sollte man nicht verpassen.


Freitag, 22. Juni 2012

Rezension: "Die Insel der besonderen Kinder"

2 Meinungen
  • Titel: Die Insel der besonderen Kinder
  • Autor: Ransom Riggs
  • Übersetzerin: Silvia Kinkel
  • Originaltitel: Miss Peregrine's Home for Peculiar Children
  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: PAN
  • Deutsche VÖ: 2. November 2011
  • ISBN-10: 3426283689
  • ISBN-13: 978-3426283684
  • Teil einer Reihe? Inoffiziell ja.

Handlung:
Die Insel. Die Kinder. Das Grauen. Bist Du bereit für dieses Abenteuer? Manche Großväter lesen ihren Enkeln Märchen vor – doch was Jacob von seinem hörte, war etwas ganz, ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der merkwürdige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben – und von den Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind. Inzwischen ist Jacob ein Teenager und glaubt nicht mehr an die wunderbaren Schauergeschichten. Bis zu jenem Tag, an dem sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt … via

Jakob begibt sich auf eine Reise, um die besagte Insel zu finden. Was er dort findet, überschreitet die Grenzen seiner Fantasie. Unmögliches scheint plötzlich möglich zu sein und es gibt nur eine Frage zu klären: Was spielt Jakob für eine Rolle bei dem Ganzen?


Meine Meinung:
"Die Insel der besonderen Kinder" trägt die perfekte Bezeichnung eigentlich schon im Namen - besonders. Ja, dies ist ein ganz besonderes Buch mit einer ganz besonderen Geschichte und mit ganz besonderen Charakteren. Es verzaubert und entführt den Leser in eine faszinierende Welt, in der es nur so von Bösewichten wimmelt. Und trotzdem möchte man als Leser diese Welt nur ungern verlassen. Aber der Reihe nach...

Fangen wir bei den Charakteren an, bei diesen wunderbar vielfältigen und facettenreichen Personen. Vor allem Kinder spielen hier eine Rolle und obwohl der Autor ein erwachsener Mann ist, schafft er es spielend leicht, die Kinder zum Leben zu erwecken, sie reden wie Kinder und sie handeln auch so. Auch die Erwachsenen sind großartig ausgearbeitet, jeder hat seine persönlichen Charakterzüge. Wie oft habe ich mich gefragt, welche Rolle wohl diese Person in der Gesamthandlung spielt, ob man ihr trauen kann. Und wie oft lag ich daneben. Denn auch wenn einige Sachen doch ziemlich vorhersehbar waren, genauso oft hat mich der Autor in die Irre geführt.

Jakob ist ein sehr angenehmer Charakter, für sein Alter schon sehr reif. Er handelt überlegt, aber ganz jugendlich, ist außerdem sehr clever und lässt Gefühle zu. Was mir besonders an ihm gefallen hat, war sein Humor, nicht selten musste ich über seine Aussagen schmunzeln, wenn nicht sogar lachen.

Auch die Handlung an sich ist faszinierend und gleicht einem Märchen, aber eins der grusligen Art. Die Geschichte handelt von einem Jungen, der eine geheimnissvolle Insel aufsucht, um sie zu erkunden und um das ein oder andere dunkle Geheimnis aufzudecken. Klingt spannend? Ist es auch. Nach und nach kommen Sachen ans Licht, mit denen man nie gerechnet hätte. Und schließlich geben sie ein zusammenhängendes Bild ab, das durchaus logisch ist. Diese Geschichte fesselt und fasziniert, weil sie so andersartig ist. Kein typisches Jugendbuch, es enthält nur einen Hauch Romantik, dafür umso mehr Fantasie. Sicherlich ist das Thema nicht jedermanns Sache, denn die Handlung entfernt sich mit jeder Seite von der Realität. Am Anfang dachte ich, es handelt sich hier um realitätsnahe Geschichte mit Gruselelementen, aber weit gefehlt. Ich hätte nie gedacht, worauf das alles hinausläuft. Denn was mir erzählt wurde, war mehr als kreativ und sehr, sehr interessant.

http://clockworker.de/cw/wp-content/uploads/2011/05/missp_cover_72dpi.jpegMan muss außerdem erwähnen, dass dieses Buch einige sehr lustige Stellen aufwies - ich lache selten bei Büchern, aber hier konnte ich nicht anders. Allerdings gab es hier genauso oft traurige, ja sogar dramatische Szenen, die mir eine Gänsehaut bereiteten. Nicht zuletzt, weil der zweite Weltkrieg eine Rolle spielt. Liest man dieses Buch, lässt man sich auf eine Achterbahn der Gefühle ein - man lacht, man weint, man zittert und vor allem; man geniesst.

Wie es sich für ein Märchen gehört, gibt es hier natürlich auch Bösewichte. So richtig typische, gruslige Wesen. Das war eine wilkommene Abwechslung, denn heutzutage wird es dem Leser oft selbst überlassen, rauszufinden, wer "böse" ist.  Hier nicht. Herr Riggs verbindet Märchenlemente mit modernen Handlungen und das sehr erfolgreich. Außerdem hat er einen tollen, packenden Schreibstil. Diesen Autor sollte man im Auge behalten. Übrigens, eine Verfilmung ist auch schon geplant und kann eigentlich nur gut werden, denn dieses Buch bietet reichlich Stoff für einen unterhaltsamen, spannenden Märchenfilm. Man darf gespannt sein!

Nicht zu vergessen ist bei diesem Buch die Aufmachung. Meiner Meinung nach hat sich der Verlag selbst übertroffen. In dieser Geschichte werden immer wieder Fotos erwähnt, die die besonderen Kinder darstellen. Das tolle daran; die Fotos sind auch im Buch zu finden und vor allem: sie sind echt! Das sind keine durch Photoshop veränderte Bilder, nein, das sind echte Aufnahmen von Sammlern, die diese Bilder dem Autor zur Verfügung gestellt haben. Und dieser hat daraus eine Geschichte gemacht, welche wir lesen dürfen und nebenbei können wir noch die Bilder bestaunen, um unser Kopfkino anzuregen. Großartig!

Fazit:
Ein tolles Jugendbuch, zwar nicht perfekt, dafür aber sehr besonders. Es bietet eine willkommene Abwechslung von der aktuellen Jugendliteratur, die Gefühlsachterbahn fesselt den Leser bis zur letzten Seite. Sehr viel fanastisches wird schön durch den großartigen Schreibstil des Autors verdeutlicht und das Ganze wird durch die bezaubernden Bilder im Inneren des Buches abgerundet. 8 Punkte (von 10) und eine Lesempfehlung für alle, die 10 bis 99 Jahre alt sind.

! Ich bedanke mich beim PAN-Verlag für die Bereitstellung dieses Buches !

Donnerstag, 10. Mai 2012

Rezension: "Das Tal 2.1 - Der Fluch"

0 Meinungen
  • Autorin: Krystyna Kuhn
  • Titel: Das Tal 2.1 - Der Fluch
  • Broschiert: 245 Seiten 
  • Verlag: Arena
  • VÖ: November 2011
  • ISBN-10: 3401066072
  • ISBN-13: 978-3401066073


Handlung:

Das Tal ist zur Ruhe gekommen. So scheint es zumindest. Nur Robert ist der Einzige, der der Wahrheit über den versteckten Ort mitten in den Rocky Mountains ein Stück nähergekommen ist. Doch während er verzweifelt versucht, seine Erkenntnisse zu überprüfen, gerät Rose in große Gefahr. Wer ist der Unbekannte, der ständig in ihr Zimmer im College einbricht? Und was hat das mit Roses Vergangenheit zu tun? Während das sonst so ruhige Mädchen mehr und mehr außer sich gerät, entdeckt Robert das Unfassbare... (via)


Meine Meinung:

Was macht "Das Tal" aus? Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Eine interessante Story. Undurchschaubare, facettenreiche Charaktere. All das wird uns auch im ersten Teil der zweiten Staffel, oder eben im fünften Teil der Reihe, geboten. Wie immer konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und hatte es innerhalb kürzester Zeit durchgelesen. Meiner Meinung nach eins der stärksten Bücher der Reihe.

In "Das Tal 2.1 - Der Fluch" steht Rose im Vordergrund und übernimmt die Rolle der Protagonistin. Endlich erfährt der Leser, warum Rose so ist wie sie ist und was sie zu verbergen hat. Denn die stille Rose hat ein Geheimnis, welches sie, nachdem der Leser es herausgefunden hat, in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Gleichzeitig macht es sie aber noch interessanter und lebendiger, und obwohl sie schon immer mein Lieblingscharakter war, jetzt ist sie mir noch ein wenig sympathischer.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass vor allem Roses Geschichte in den Vordergrund gerückt wird. Was die Geheimnisse rund um Tal anbetrifft, so erfährt man da nicht allzu viel neues. Dieser Teil ist allgemein ein wenig anders als der Rest der Reihe, es werden zB neue Charaktere eingeführt, und einige "alte" Charaktere kommen so gut wie gar nicht vor.

Außerdem gibt es drei Erzählebenen; die Gegenwart, einige Falshbacks und außerdem Tagebucheinträge von Dave Yellad aus dem Jahr 1908, die sich um das Tal drehen. So kommt keine Langweile auf. Ich persönlich fand die Stellen, die in der Gegenwart spielen, am besten, aber auch die anderen waren sehr interessant zu lesen.

Das Ende ist wie immer ein spannungsgeladenes Finale, ich persönlich fand es aber ein wenig zu glatt. Ein Zufall jagt den nächsten - ein wenig mehr Realitätsnähe hätte ich mir da schon gewünscht. Außerdem hat mich die Auflösung nicht komplett überrascht, denn ich habe schon etwas in die Richtung geahnt. Aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt, und tut dem Gesamtwerk keinen Abbruch.

Krystyna Kuhns Schreibstil ist unverwechselbar und ich mag ihn wirklich gern. Sie schreibt sehr direkt und jugendlich, ohne große Ausschweifungen und ohne unnötige Beschreibungen. So entsteht die Spannung wie von selbst und die Seiten fliegen nur so dahin.

Die Gestaltung ist eine typische "Das Tal"-Gestaltung. Schlicht und sehr passend zur Reihe, sodass die Bücher nebeneinander im Regal einen wahren Eye-Catcher bilden. Über die Farbe lässt sich streiten, am Anfang gefiel mir der rotbraune Hintergrund auch nicht, aber man gewöhnt sich dran. Dafür ist dieses Türkis umso schöner. Ich bin schon sehr auf die Gestaltung der noch folgenden Bände gespannt. ;)

Fazit:

"Das Tal 2.1 - Der Fluch" ist meiner Meinung nach eins der besten "Das Tal"-Bücher. Wie immer wird Spannung groß geschrieben, Langweile kommt nie auf, was wohl auch an den drei Erzählebenen liegt. Rose ist eine sehr interessante Protagonistin, die ein erschreckendes Geheimnis hütet, welches sich auch auf die Ereignisse im Tal auswirkt. Ich liebe diese Reihe einfach, vergebe 8 Punkte (von 10) und freue mich wahnsinnig auf den nächsten Teil, der schon erschienen ist.